Zwei LNG-Schiffe bestellt Kunde von Meyer Turku lässt neue Schiffe in Italien bauen

Von Christoph Assies

Die Hamburger Reederei TUI Cruises hat zwei weitere Schiffsneubauten bei der Fincantieri-Werft in Italien bestellt. Unser Foto zeigt die in Turku gebaute und 2015 in Dienst gestellte „Mein Schiff 4“ im Hafen von Kiel. Foto: Christoph AssiesDie Hamburger Reederei TUI Cruises hat zwei weitere Schiffsneubauten bei der Fincantieri-Werft in Italien bestellt. Unser Foto zeigt die in Turku gebaute und 2015 in Dienst gestellte „Mein Schiff 4“ im Hafen von Kiel. Foto: Christoph Assies

Papenburg/ Turku. Die Hamburger Reederei TUI Cruises, langjähriger Kunde der Werft Meyer Turku, einem Tochterunternehmen der Papenburger Meyer Werft, lässt einer Pressemitteilung zufolge zwei neue Kreuzfahrtschiffe bei der italienischen Fincantieri Werft bauen.

Die Neubauten, die 2024 und 2026 in Dienst gestellt werden sollen, werden TUI Cruises zufolge mit dem umweltfreundlicheren Flüssigerdgas (LNG) angetrieben. Auf diese in der Kreuzfahrt neue Antriebstechnologie hatten zunächst größtenteils Kunden der Meyer Werft gesetzt. Keine andere Werft weltweit hat bisher ein LNG-Kreuzfahrtschiff gebaut.

Aufträge für mit LNG betriebe Ozeanriesen liegen nun, neben den neuen bei Fincantieri, auch bei der französischen STX-Werft vor. Hier hatte die Reederei MSC Cruises die bisher größten Kreuzfahrtschiffe mit LNG für bis zu 6800 Passagiere bestellt. Die Schiffe der MSC World Class sollen zwischen 2022 und 2024 abgeliefert werden. Optionen liegen bei den französischen Konkurrenten der Papenburger Schiffbauer für zwei weitere MSC-Schiffe für 2025 und 2026 vor.

Weltweit erstes LNG-Schiff in Papenburg im Bau

In Papenburg ist derzeit mit der „AIDAnova“ das weltweit erste mit LNG betriebene Kreuzfahrtschiff im Bau. Es soll in diesem Jahr an die Rostocker Reederei AIDA Cruises abgeliefert werden. Die „AIDAnova“ ist das erste einer Serie von insgesamt neun LNG-Schiffen, die vom AIDA-Mutterkonzern Carnival Corporation bei der Meyer-Werften-Gruppe bestellt worden sind.

TUI-Neubauten werden größer

Viele Details zu den Neubauten für TUI Cruises gab die Reederei zunächst nicht bekannt. Sie werden jedoch deutlich größer als die bisher bei Meyer Turku gebauten Schiffe der Flotte. Den Anfang machte, direkt nach der Übernahme der früheren STX-Werft in Turku durch die Papenburger, die „Mein Schiff 4“ im Jahr 2015. In den darauffolgenden Jahren entstanden die „Mein Schiff 5“ und die „Mein Schiff 6“. Erst im April dieses Jahres wurde die „Mein Schiff 1“ von Meyer Turku abgeliefert. Zwei weitere baugleiche Kreuzfahrtschiffe, die „Mein Schiff 2“ und die „Mein Schiff 7“ folgen in den Jahren 2019 und 2023.

Schadstoffemissionen sinken

Mit den nun in Italien bestellten Neubauten wächst die Flotte der Hamburger Reederei der Pressemitteilung zufolge auf neun Kreuzfahrtschiffe. Erstmals wird dann ab 2024 auch LNG bei TUI Cruises eingesetzt. Durch die Nutzung von LNG werden Emissionen von Feinstaub und Schwefeloxiden nahezu vollständig vermieden. Bisher nutzen die Schiffe von TUI Cruises sogenannte Scrubber und Katalysatoren, die nach Angaben der Reederei die Schwefelemissionen um bis zu 99 Prozent, die Stickoxidemissionen um bis zu 75 Prozent und den Partikelausstoß um bis zu 60 Prozent verringern.

.„Die Entscheidung, die beiden weiteren, zur Indienststellung in 2024 und 2026 geplanten, Schiffsneubauten der Flotte mit dem emissionsarmen Flüssigerdgas zu betreiben, ist eine konsequente Weiterführung unserer Umweltstrategie“, erklärte TUI-Cruises-Chefin Wybcke Meier in der Pressemitteilung.