Serie „Mein Job und ich“ Gebäudereiniger aus Papenburg über Putzmittel, Mindestlohn und Privatkunden

Von Daniel Gonzalez-Tepper


Papenburg. In unserer Serie „Mein Job und ich“ spricht diesmal Axel Waschkau, Gebäudereiniger aus Papenburg, über Putzmittel, Zeitmangel und das Finden guter Angestellter.

Herr Waschkau, mal ehrlich, was ist Ihnen lieber: Bei Firmen und in Gewerbeobjekten zu reinigen oder in Privathaushalten?

Bei gewerblichen Objekten gibt es oft wiederkehrende Abläufe oder Termine, dadurch entsteht eine gewisse Routine und sie sind gut planbar. Termine in Privathaushalten, zum Beispiel um Fenster zu reinigen, werden meist individuell vereinbart. Da kommt es manchmal vor, dass sie kurzfristig verschoben werden, zum Beispiel weil das Wetter nicht passt, oder niemand zu Hause ist trotz einer Ankündigung, die Termine also ausfallen. Kosten für Personal, die An- und Abfahrt oder Energie entstehen dann oft trotzdem, weil es in den vorab geplanten Touren nicht möglich ist, kurzfristig Alternativen zu finden. Das soll natürlich nicht heißen, dass wir Aufträge ungern von Privatleuten annehmen. Wobei gewerbliche Aufträge schon in der Mehrzahl sind, der Anteil liegt bei etwa 70 Prozent. Grundsätzlich ist uns natürlich jeder Kunde herzlich willkommen.

Für welche Art von Gewerbebetrieben sind Sie meist tätig?

Das ist ganz unterschiedlich. Ich habe in meiner Laufbahn schon in Großküchen, im großen Bäckereien, in der Chemieindustrie oder in Supermärkten gereinigt. Aktuell sind wir als Warei Gebäudemanagement mit etwa 40 Angestellten beispielsweise in verschiedenen großen gewerblichen Objekten in Papenburg und der Region bei der Grundreinigung aktiv, allerdings nicht immer alleine, sondern wir arbeiten manchmal gemeinsam mit Mitbewerbern Aufträge ab.

Wird dabei immer mit Maschinen gearbeitet, oder per Hand?

Bei großen Flächen kommen auch Reinigungsmaschinen zum Einsatz, zum Beispiel Einscheiben-, Kehr- oder Nasswischmaschinen. Ich habe ich mir in den vergangenen Jahren zugelegt. Bei kleinen Flächen, zum Beispiel bei der Glasreinigung, wird aber vieles weiterhin per Hand erledigt. Von solchen kleinen Saugmaschinen, wie es sie für Fenster gibt, halte ich nicht viel.

Wie schwer ist es geworden in der Reinigungsbranche, gutes Personal zu finden?

Das wird immer schwieriger. Der Anteil der Mitarbeiter, die nicht aus Deutschland stammen, wird immer größer. Das ist schade, aber der hiesige Arbeitsmarkt ist derzeit wie leer gefegt. Die Erfahrung mit Angestellten aus Osteuropa sind aber sehr gut, sie sind zuverlässig und fleißig. Viele unserer Mitarbeiter stammen aus Litauen, Bulgarien und Rumänien. Wobei ich klar sage, nicht jeder Mitarbeiter passt zu jedem Auftrag. Gewisse Anfragen, zum Beispiel wenn eine regelmäßige Haushaltshilfe gefragt ist, vertraue ich nur solchen Mitarbeitern an, von denen ich weiß, dass ich ihnen zu 100 Prozent vertrauen kann.

Wie oft kommt bei Ihrer Arbeit Chemie zum Einsatz und wie gefährlich ist das?

In den allermeisten Fällen kommen normale Reinigungs- und Pflegemittel von einem Hersteller zum Einsatz, von dem ich weiß, dass die Reinigungsqualität stimmt. Wir versuchen, so oft wie möglich auf chemische Reinigungsmittel zu verzichten. Es gibt aber Verunreinigungen, da haben solche Produkte viele Vorteile. Bei Schimmel oder Algen zum Beispiel. Da verwenden wir ein patentiertes System, das aus Österreich stammt. Diese Mittel werden lediglich auf die betroffenen Stellen gesprüht, erzeugen mehrere mikromechanische Reaktionen und übrig bleibt nur Kochsalz. Gesundheitsgefährdend sind diese Mittel nicht. Auch bei der Entfernung von Kaugummi oder Graffiti gibt es Chemikalien oder Geräte, die sehr effektiv sind.

Ein Tipp vom Profi für die Hausfrau: mit welchen Putztüchern putzt es sich am besten?

Auch hier setzte ich auf herkömmliche Mikrofasertücher, es müssen nicht die teuersten sein, aber immer nur auf die günstigen Produkte zu setzen, ist auch nicht gut. Welches Putztuch verwendet wird, hängt ja im wesentlichen vom Material der Oberfläche ab, also ob ich beispielsweise Fliesen, Glas oder Holz wische. Und viel wichtiger beim Putzen ist die richtige und vor allem effiziente Wischtechnik.

Einige Branchen, zum Beispiel Taxiunternehmer, klagen über gestiegene Kosten wegen des Mindestlohns. Ist das auch bei den Gebäudereinigern ein Thema?

Nein, keineswegs. Wir zahlen nach Tarif, und der unterste Stundenlohn lag auch bisher schon bei 10,30 Euro, bei den ungelernten Glasreinigern bei 13,55 Euro. Also deutlich über den etwa 9 Euro Mindestlohn. Ich will aber auch, dass die Mitarbeiter ordentlich entlohnt werden, damit sie zufrieden sind und mir treu bleiben. Es gibt in der Branche durchaus Möglichkeiten, bei der Bezahlung zu tricksen, zum Beispiel, indem nicht nach Stunden, sondern nach gereinigten Räumen entlohnt wird und die zeitlichen Vorgaben dann nicht leistbar sind. Aber davon distanziere ich mich ausdrücklich.

Müssen Sie oft mit Reklamationen klarkommen und erneut anrücken?

Das kommt vor, aber nicht übermäßig oft. Jeder hat das Recht, sich zu beschweren und auf Nachreinigung, wenn das notwendig ist. Beschwerden sollte aber zeitnah erfolgen, damit man sofort reagieren kann. Manchmal erreichen uns Reklamationen Wochen später, dann ist natürlich schwierig festzustellen, ob tatsächlich etwas vergessen wurde oder es sich vielleicht um eine neue Verschmutzung handelt.

Wird denn auch oft über den Preis diskutiert und verhandelt?

Man muss bedenken: Eine Firma, die eine Reinigungsleistung vergibt, verdient in der Regel kein Geld damit, wenn bei ihr gereinigt wird. Unsere Dienstleistung ist also oft ein reiner Kostenfaktor, deshalb soll sie im Idealfall schnell, effizient und möglichst günstig erfolgen. Natürlich wird dann oft aufs Geld geschaut. Deshalb halte ich eine gute Beratung, was gemacht und was besser schmal gehalten werden sollte, und das vor Ort, auch für ganz wichtig.