SoVD-Aktion am Samstag, 21. Juli Protest „fünf vor zwölf“ am Bahnhofsaufzug in Papenburg

Von Daniel Gonzalez-Tepper

Die Aufzüge am Bahnhof in Papenburg sorgt immer wieder für Ärger, weil er nicht nutzbar ist. Nun ruft der Sozialverband Deutschland (SoVD) zu einer Protestaktion auf. Foto: Gerd SchadeDie Aufzüge am Bahnhof in Papenburg sorgt immer wieder für Ärger, weil er nicht nutzbar ist. Nun ruft der Sozialverband Deutschland (SoVD) zu einer Protestaktion auf. Foto: Gerd Schade

Papenburg. Der Kreisverband Emsland des Sozialverband Deutschland (SoVD) will am Bahnhof in Papenburg am Samstag, 21. Juli 2018 um 11.55 Uhr („fünf vor zwölf“) am Bahnhof gegen die anhaltende Pannenserie des dortigen Aufzugs protestieren. Die Stadtverwaltung hat derweil einen Rechtsanwalt gegen die Deutsche Bahn eingeschaltet.

Mit der Protestaktion, zu dem die Ortsverbände Papenburg I und Papenburg II aufrufen, will der SoVD ein „Zeichen setzen gegen den Stillstand in den Bereichen Inklusion, Teilhabe und Barrierefreiheit“, wie es in einer Mitteilung heißt. Die permanenten Ausfälle der beiden Fahrstühle am Papenburger Bahnhof sorge dafür, dass Menschen mit einer Gehbehinderung keine Möglichkeit haben würden, auf den Bahnsteig zu gelangen und den Bahnhof dadurch nicht nutzen könnten. Die Aktion findet im Rahmen der Kampagne „Ich bin nicht behindert – Ich werde behindert“ statt, heißt es.

Ein derartiger Umgang der Deutschen Bahn mit seinen Fahrgästen, die eine Gehbehinderung haben, würde verdeutlichen, dass es bei dem der Konzern in Sachen Barrierefreiheit „noch einiges zu tun“ gebe. Wegen der ständigen Defekte und lange andauernden Reparaturphasen an den Aufzügen auf dem Papenburger Bahnhofsgelände müssen viele gehbehinderten Menschen zum Teil lange Umwege in Kauf nehmen, um in einen Zug zu steigen. „Was die Teilhabe von Menschen mit Behinderung angeht, ist es also im wahrsten Sinne des Wortes fünf Minuten vor Zwölf“, heißt es.

Diskussion mit Experten auf Bahnhofsvorplatz

Neben der Demonstration führt der SoVD einen Experten-Talk zum Thema „Barrierefreiheit im öffentlichen Raum. Eine Chance für mehr Teilhabe“ durch. Teilnehmen werden Bernd Skoda, Experte des SoVD-Landesverbandes Niedersachsen für barrierefreies Bauen, Bernhard Sackarendt, Vorsitzender des SoVD-Kreisverbandes Emsland, Ursula Mersmann, Beauftragte für Menschen mit Behinderungen des Landkreises Emsland sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung der Stadt Papenburg. Zudem baut der SoVD einen Rollstuhlparcours auf und es gibt viele Informationen rund um das Thema Barrierefreiheit.

Stadt hat Rechtsanwalt eingeschaltet

Die Stadt Papenburg hat derweil einen Rechtsanwalt eingeschaltet, der nach Angaben von Stadtsprecher Heiko Abbas die unterschiedlichen rechtlichen Möglichkeiten prüfen soll, die es beim Thema defekte Aufzüge am Bahnhof gibt. „Es gibt rechtliche Erfordernisse, die im Rahmen der Barrierefreiheit in einer öffentlich zugänglichen Liegenschaft eingehalten werden müssen. Das gilt umso mehr, da bei der Sanierung des Bahnhofes in Papenburg durch die Deutsche Bahn auch Fördermittel des Landes Niedersachsen explizit zur Schaffung von Barrierefreiheit genutzt wurde“, teilte Abbas mit.

Bei einer möglichen Klage will die Stadt möglichst mit einem Verband für Menschen mit Behinderungen zusammenarbeiten, weil dies am aussichtsreichsten sei.