Angebote für Kinder mit Fluchthintergrund Projekt „Wel(l)come“ nach drei Jahren beendet

Von Mirco Moormann und Insa Pölking


mmo/isp Papenburg. Das Projekt „We(l)lcome“ des Kreisverbands Emsland des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Papenburg geht nach drei Jahren mit Ablauf des Monats Juli zu Ende. Ziel des Projektes war, Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrungen auf vielseitige Weise zu unterstützen.

Im August 2015 ist das Projekt ins Leben gerufen worden. Gefördert wurde es durch die Aktion Mensch. Verantwortlich dafür waren Daniela Küwen, Pauline Andrzejewski und Jos Volkers, die auf der Abschlussveranstaltung eine Bilanz ihrer Arbeit zogen. Mit dem Ende des Projektes in Papenburg ist auch die letzte Aktion für Kinder namens „Stop Motion“ abgeschlossen worden.

Projekt hat sich entwickelt

Wie Andrzejewski vor zahlreichen Gästen, darunter auch Schirmherr und ehemaliger DRK-Präsident Rudolf Seiters, Bürgermeister Jan Peter Bechtluft und DRK-Vorstandvorsitzendem Thomas Hövelmann, berichtete, habe sich das Projekt in den vergangenen Jahren entwickelt und verändert. So habe sich herausgestellt, dass neben den regelmäßigen Angeboten ein großes Interesse an Projekttagen oder -wochen bestand. Dies wurde dann mit in die Projektarbeit aufgenommen, sodass mehr Teilnehmer gewonnen werden konnten. Aufgrund der abwechselnden Angebote sei deshalb auch keine homogene Gruppe entstanden. Insgesamt seien laut Küwen insgesamt mehr als 60 Familien, 80 Kinder und 60 Jugendliche aus 15 Nationen erreicht worden. Neben den Angeboten für Kinder und Jugendliche in zahlreichen Bereichen wie etwa Kunst, Kochen oder Medien seien die Projektleiter auch Ansprechpartner für die Eltern gewesen.

Freudige und stressige Momente

Man habe sich mit den Familien gefreut, wenn es positive Nachrichten etwa über den Flüchtlingsstatus gegeben habe, andererseits habe man auch in stressigen Situationen starke Nerven beweisen müssen, so Andrzejewski. Der Wunsch nach einem intakten Sozialleben werde letztlich von allen Klienten angestrebt. Wie Küwen ergänzte, sei auffällig gewesen, dass junge Mädchen ab zwölf Jahren nicht mehr an den Angeboten teilgenommen hätten. Auch habe es gelegentlich Schwierigkeiten mit dem Transport der Teilnehmer gegeben, die in allen Stadtteilen Papenburgs lebten. Grundsätzlich sei es erstrebenswert, so Küwen, ein längerfristiges Angebot in der Stadt zu etablieren.

Erkenntnisse für Zukunft

Schirmherr Seiters betonte, dass die Willkommenskultur ein wichtiges Thema des DRK sei. Besonders im Emsland und auch in Papenburg sei dies spürbar. Das die vielen Menschen aus unterschiedlichen Nationen erreicht worden sind, sei „besonders schön“, so Seiters. Mit 37 Angeboten und vielen Teilnehmern sei das Projekt laut Hövelmann „ein voller Erfolg“ gewesen. Man habe so auch Erkenntnisse für künftige Projekte ziehen können, auch wenn dieses Projekt, das mit Mitteln der Aktion Mensch gefördert wurde, nun auslaufe. Man wünsche sich, dass sich viele Bürger aus der Stadt an der Integrationsarbeit beteiligen. Bechtluft begrüßte das Projekt, bei dem die Menschen, die oftmals schwere Schicksale durchlaufen hätten, Starthilfe erhalten hätten. So könne „voneinander gelernt und aufeinander geachtet werden“, so Bechtluft.

40 Kinder bei „Stop Motion“

Am Projekt „Stop Motion“ hatten sich am vergangenen Wochenende gut 40 Kinder und junge Erwachsene beteiligt. Mit der Fußballfabrik nach Ingo Anderbrügge aus Recklinghausen wurden die Veranstaltungstage beim Papenburger Fußballverein Blau-Weiß 94 eröffnet. Dort spielten die Teilnehmer nicht nur Mannschaft gegen Mannschaft, sondern lernten in zwei Trainingseinheiten zudem das Passen, Annehmen und das taktische Ausdribbeln. Weiter stand ein Mentalcoaching auf dem Plan.

Hartmut Strehlau, Integrations- und Inklusionsbeauftragter beim Papenburger Fußballverein Blau-Weiß 94, freute sich über die rege Teilnahme an dem Programm. „Herzlich willkommen in unserem Wohnzimmer“, begrüßte Strehlau die Teilnehmer. „Ich freue mich besonders, dass heute nicht nur Jungs, sondern auch einige Mädchen mit dabei sind.“

Am Samstag haben die Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit der Historisch Ökologischen Bildungsstätte (HÖB) in Papenburg das Thema Ernährung etwas genauer unter die Lupe genommen. Gekocht wurden internationale Speisen, zudem wurde sich mit der „Migration der Nudel“ befasst. Am Sonntag konnten Interessierte dann an mehreren Musik- und Rhythmus-Kursen teilnehmen. Das Erlernte wurde am Tag der offenen Tür des Jugendzentrums (JUZ) in Papenburg am Sonntag aufgeführt. Auf der Abschlussveranstaltung am Montag zeigten die „Papenburger Trommel-Kids“ ihr Können, auch eine Tanzgruppe, die sich bei „Stop Motion“ gebildet hatte, zeigte eine Choreografie.


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