Fraktion für Neubau von Verwaltungstrakt Papenburger CDU will Rathaus-Anbau abreißen lassen

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Papenburg. Die Papenburger CDU-Stadtratsfraktion fordert auf Basis eines von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachtens zum Raumbedarf im Rathaus den Abriss des Anbautraktes und den Neubau eines modernen Verwaltungsgebäudes. Derweil steht ein Umzug des Bürgerbüros in das Sparkassengebäude nicht mehr zur Debatte.

In einer Pressemitteilung sprechen sich die Christdemokraten für eine umfassende Neugestaltung des Rathauses aus. Sie berufen sich dabei auf das Gutachten einer Beratungsfirma zum Büroflächenbedarf, das im Auftrag der Stadt erstellt worden sei. Zu Kosten und Finanzierung macht die CDU in ihrer Erklärung keine konkreten Angaben. Sie schreibt von einer „klugen zeitlichen Bau- und Finanzplanung“, mit der das Projekt in Abstimmung zu anderen kommunalen Investitionen wie dem geplanten Neubau des Bauhofes verwirklicht werden solle. Der Bauhof-Neubau liegt aus Kostengründen seit 2016 auf Eis.

Raumnot im Rathaus

„Die Raumkapazitäten im Rathausgebäude selbst sind seit Langem erschöpft“, erklärt Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) auf Anfrage unserer Redaktion. Darum seien einzelne Organisationseinheiten in den vergangenen Jahren in das ehemalige Feuerwehrgebäude hinter dem Rathaus und das Sparkassengebäude am Hauptkanal ausgelagert worden. „Dies betrifft im Übrigen auch den städtischen Bauhof, dessen Flächen voll ausgeschöpft sind. Wir müssen für beide Standorte eine zukunftsfähige und bezahlbare Lösung finden“, so Bechtluft.

Bürgerbüro-Umzug nicht wirtschaftlich

2017 hatte sich die Verwaltung mit dem Gedanken getragen, das Bürgerbüro ebenfalls in das Sparkassengebäude zu verlegen, was beispielsweise bei der SPD nicht gut angekommen war. Ein Umzug des Bürgerbüros sowie weiterer Abteilungen in das Sparkassengebäude würden nicht weiter verfolgt, erklärt Bechtluft nun. Als Grund nennt er die Ergebnisse einer Wirtschaftlichkeitsberechnung, die eine Projektgruppe der Stadt aufgestellt habe. Im Sparkassengebäude befinden sich die Agentur für Wirtschaftsförderung, das Büro der Gleichstellungsbeauftragten, die Fachdienste Schule/Familie, Jugend und Sport sowie Personalservice und Organisation mit insgesamt 21 Mitarbeitern.

Eine Million Euro investiert

Die CDU-Fraktion spricht sich derweil für eine umgehende Detailplanung aus. Zuvor müsse der Raumbedarf der Verwaltung inklusive von Lösungsansätzen ermittelt werden. Bechtluft zufolge hat die Verwaltung auf Grundlage der Ergebnisse der Projektgruppe einen Plan entwickelt, der die Raumsituation langfristig verbessern solle. In den bestehenden Gebäuden seien in den vergangenen Jahren neben einer umfangreichen Modernisierung der Kommunikationsanlagen auch neue Toiletten und neue Büroräume geschaffen worden. Zudem wurde das Rathausdach saniert. Die Kosten für alle Maßnahmen der vergangenen Jahre belaufen sich nach den Worten des Bürgermeisters auf rund eine Millionen Euro.

Wie es derweil in der CDU-Mitteilung weiter heißt, werden in dem Gutachten der Beratungsfirma Möglichkeiten aufgezeigt, wie dem Raumbedarf für die rund 300 Verwaltungsmitarbeiter langfristig entsprochen werden könne.

70 Mitarbeiter im Anbau

Als nach ihrer Auffassung nachhaltigste Variante auch in finanzieller Hinsicht nennen die Christdemokraten eine „gestreckte Baulösung“. Sie sieht laut Fraktion vor, nach dem Abriss des Feuerwehrhauses einen Verwaltungsneubau zu errichten. Sobald dieser fertiggestellt sei, könne der 1973 an das Rathaus angebaute Trakt mit Sitzungssaal und Büros, in dem sich die Fachbereiche Bauen/Planen und Tiefbau sowie der Fachdienst Arbeit/Soziales mit insgesamt 70 Mitarbeitern befinden, abgerissen werden. Nach dem Willen der CDU solle das Vorhaben – über mehrere Jahre gestreckt – in zwei Bauabschnitten realisiert werden. Das Projekt hat aus Sicht der Fraktion den Charme, dass das historische Rathaus (Baujahr 1913) langfristig wieder als freistehendes Gebäude sichtbar wird. Geschaffen werde so ein städtebaulich attraktiver Blickpunkt direkt an der Einfahrt von der B 70 in die Stadtmitte.Überdies betrachte die CDU die von ihr favorisierte Bauvariante als eine „zentrale Weichenstellung für künftige Generationen“, weil die Raumaufteilung optimal auf die Nutzung zugeschnitten werden könne. Zudem könnten die Mitarbeiter der jeweiligen Organisationseinheiten gemeinschaftlich unter einem Dach tätig sein. Und für die Bürger würde das Rathaus an einer Stelle in der Stadt zu finden sein.


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