Nenndorferin reist gern Touren über den Hümmling und in die weite Welt

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Gut behütet fühlt sich Maria Leffers besonders wohl. Sie besitzt mehr als 40 Kopfbedeckungen und teilt dieses Hobby mit den Damen von der Papenburger Gruppe „Hut Volée“.Foto: Susanne Risius-HartwigGut behütet fühlt sich Maria Leffers besonders wohl. Sie besitzt mehr als 40 Kopfbedeckungen und teilt dieses Hobby mit den Damen von der Papenburger Gruppe „Hut Volée“.Foto: Susanne Risius-Hartwig

Nenndorf. Maria Leffers ist gerne unterwegs und sie hat sich verschiedenste Winkel der Erde bereits selbst angesehen. Angst hatte sie dabei bislang nur ein einziges Mal.

Die Verwandtschaft hat in der Kindheit von Maria Leffers eine große Rolle gespielt. Gerne hat sie Ausflüge unternommen, um sie zu besuchen. Das ging mit ihrer Familie nur sonntags, denn die Eltern hatten eine Landwirtschaft. Bei Onkel und Tante in Aschendorf war Maria besonders gerne. Denn die Beiden besaßen eine Isetta und unternahmen mit ihrer Nichte Touren über den Hümmling.

Bei Verwandten ihrer Mutter verbrachte Maria als Jugendliche ihre Ferien, half und passte dort auf die Kinder auf. Ihre früheste Kindheitserinnerung verbindet Maria Leffers mit ihrem Großvater aus Neulehe. Er lag krank in seinem Bett und bat: „Hol de Kinner hier wech“. An diesen Satz erinnert sich die 66-Jährige noch gut. Kurz darauf ist ihr Großvater gestorben. Auch als ihre Oma starb, war Maria Leffers dabei: „Wir haben zusammen gebetet,“ weiß sie noch.

Sehen, um zu begreifen

Den Tod als Teil des Lebens anzunehmen sei ihr später immer wichtig gewesen. Das möchte sie ihren Kindern und Enkeln vermitteln. „Mit meiner Enkelin Lea habe ich kürzlich den Friedhof besucht. Dabei erzählte ich ihr von den Menschen, die ich gekannt habe.“

Nach ihren Eigenschaften befragt antwortet Leffers: „Ich helfe gerne und bin gerne unterwegs“. Dann komme sie auch gerne wieder nach Hause. „Aber ich habe einen Drang, etwas Neues zu sehen.“

Das Fernweh wurde mit der Zeit größer und die Nenndorferin ergriff jede Möglichkeit, die sich ihr bot, um die Welt zu erkunden. So reiste Maria Leffers vor 20 Jahren zusammen mit ihrem Mann und einer Wohltätigkeits-Organisation nach Vietnam. „Dort sahen wir Menschen, die durch Napalm-Bomben entstellt waren.“ Mit dem von Thea Muckli gegründeten Hilfeverein bereiste Leffers Indien und besuchte Lepra-Kranke. Vor drei Jahren begleitete sie eine kleine private Reisegruppe um Pastor Rotermann zu den Philippinen und erinnert sich lebhaft an die Kinder in den Slums.

Manche Erlebnisse auf ihren Reisen haben die 66-Jährige tief berührt, andere sogar schockiert. Aber „ich muss es sehen, um zu begreifen,“ erklärt die Emsländerin.

Akzeptieren, was kommt

„Eine Operation im Fernsehen ansehen, das schaffe ich nicht“, gesteht Maria Leffers. Aber den Leprakranken in Indien konnte sie offen begegnen und sie sogar umarmen. „Die Krankheit tritt in den Hintergrund und man sieht den Menschen“, erklärt die Nenndorferin und wundert sich ein bisschen über sich selbst. Auch in der Aschendorfer Mali-Gruppe ist Leffers aktiv und hofft, dass es einmal möglich sein wird, sich die Hilfsmaßnahmen vor Ort anzusehen.

Bei ihrer Familie stößt Maria Leffers mit ihrer Reiselust nicht immer auf blanke Begeisterung: „Was willst Du da?“, haben ihre Kinder schon gefragt und ihr aus Sicherheitsgründen vom Reisen abgeraten. Angst hat Maria Leffers aber nicht: „Passieren kann mir hier auch etwas.“ Die Katholikin ist sich sicher, dass ihr Ende vorherbestimmt ist und sie ist fest entschlossen, zu akzeptieren, was kommt.

Nur einmal hat die Emsländerin sich auf einer Auslands-Reise gefürchtet. Die Gruppe war mit einem Privatwagen unterwegs. Nach Anbruch der Dunkelheit war man in ein Gebirge mit Geröll und tiefen Schluchten geraten. „Wir saßen fest, mussten aussteigen und schieben.“ Wenn Leffers daran denkt, ist sie noch heute froh und dankbar, dass damals alles gut gegangen ist.

Auftritte mit Hut oder Sari

Zusammen mit ihrem Mann ist Maria Leffers in vielen Vereinen aktiv. Sie engagiert sich unter anderem in der Gemeindearbeit, beim Kolping, spielt Theater und hat vor Jahren einen Kegeleverein mitgegründet, der fast in der gleichen Besetzung immer noch zusammenkommt.

Besonderen Spaß hat Leffers seit rund fünf Jahren mit den Damen von „Hut Volée“. Mit ihren Kostümen und ausgefallenen Kopfbedeckungen bereichert die Gruppe zum Beispiel die Landpartie in Cloppenburg, das „Weiße Dinner“ in Papenburg oder ist im indischen Sari als „Walking-Act“ in Bückeburg zu sehen. „Man fühlt sich wie in eine andere Zeit versetzt,“ schwärmt Leffers.


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