37 Gruppen, Vereine und Verbände Hunderte Besucher auf Internationalem Fest in Papenburg

Von Anna Heidtmann

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heid Papenburg. Das Internationale Fest des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Papenburg erfreut sich auch nach über drei Jahrzehnten einer großen Beliebtheit. Am vergangenen Samstag feierten mehrere Hundert Besucher auf dem Ölmühlenplatz die 31. Auflage des Festes.

Insgesamt 37 Gruppen, Vereine und Verbände waren vertreten. Mit einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm aus Musik, Tanz und Gesang sowie Ständen mit Speisen aus vielen Ländern, Informationen und interaktiven Angeboten gewährten sie einen Einblick in ihre heimatlichen Gepflogenheiten. Auch einige Vereine aus Papenburg machten auf sich und ihre Arbeit aufmerksam.

„Rollendes Begegnungscafé“ machte Halt in Papenburg

Zu besichtigen war auch das „Rollende Begegnungscafé“ das neueste Projekt des DRK-Kreisverbandes Emsland. Mit dem zu einem kleinen Café umgerüsteten Kleinbus werden ab etwa August kleinere Ortschaften der Gemeinden Dörpen, Rhede und Werlte wöchentlich angefahren. „Unser Ziel ist es, Begegnung zwischen Flüchtlingen und der alteingesessenen Bevölkerung zu schaffen“, erklärte DRK-Mitarbeiterin Anja Krömer, die das zweijährige Projekt zusammen mit ihrer Kollegin Karina Böhmker leitet. In das Projekt eingebunden werden sollen ihr zufolge die in den Gemeinden bereits aktiven oder auch neue ehrenamtliche Migrationshelfer.

Das Internationale Fest sei ein Zeichen dafür, dass in der Stadt Papenburg und über deren Grenzen hinaus seit über 30 Jahren ein gutes Miteinander gepflegt werde, betonte der stellvertretende Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU) aus Dörpen bei der offiziellen Eröffnung. Dies zu tun, sei angesichts der weltweiten Unsicherheiten auch ein Gebot dieser Tage. Nicht jeder könne die große Politik mitbestimmen, aber dennoch auch in schwierigen Situationen seinen ganz normalen Beitrag zum Frieden in der Welt leisten. „Unterschiedliche Kulturen zu teilen ist doch mehr Freude als Last“, betonte Busemann.

Busemann: Vernünftig miteinander umgehen

Angesichts der aktuellen Diskussionen um den geplanten Bau einer Moschee in Papenburg mahnte Busemann, dass jeder seinen Glauben ohne Vorschriften anderer so ausüben dürfe, wie er es für richtig halte. Wer etwas für sich beanspruche, solle es auch dem jeweils Andersgläubigen zugestehen. „Entscheidend ist, dass wir vernünftig miteinander umgehen“, stellte der Politiker klar.

Als einen Höhepunkt nicht nur im Veranstaltungskalender der Stadt Papenburg, sondern des gesamten Emslandes bezeichnete der Dezernent des Landkreises Emsland, Marc-André Burgdorf, das Internationale Fest. „So schwierig es momentan auf Bundes- und auch auf Europaebene ist, es ist völlig unstreitig, dass wir Zuwanderung brauchen“, erklärte Burgdorf. Emotional gesehen sei das Internationale Fest ein Paradebeispiel für die Bereicherung der Gesellschaft durch kulturelle Vielfalt.

Fest ermöglicht Dialog und Freundschaften

Dem pflichtete auch der stellvertretende Bürgermeister Papenburgs, Heiner Butke, bei. Das Fest ermögliche den Dialog, die Bildung von Freundschaften und schaffe den Blick und das Verständnis für verschiedene Lebenssituationen und Biografien, so der Vertreter der Stadt. „Ich würde mir wünschen, dass die Bürger, die nicht so positiv über das Fest und die Situation insgesamt denken, sich nicht abschotten und ihre Vorurteile überwinden, indem sie sich interessieren“, sagte Butke.


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