In Vorratskammer gesperrt Frau vergewaltigt: Emsländer muss für sechs Jahre in Haft

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Die 15. Große Strafkammer des Landgerichts Osnabrück hat einen 56-jährigen Mann aus dem nördlichen Emsland zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Foto: Archiv/Michael GründelDie 15. Große Strafkammer des Landgerichts Osnabrück hat einen 56-jährigen Mann aus dem nördlichen Emsland zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Foto: Archiv/Michael Gründel

Osnabrück. Die 15. Große Strafkammer des Landgerichts Osnabrück hat einen 56-jährigen Mann aus dem nördlichen Emsland zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann seine Ehefrau schwer misshandelt, vergewaltigt und anschließend nackt in eine Vorratskammer gesperrt hat.

Der Verteidiger räumte ein, dass nach den Ergebnissen der Beweisaufnahme der Tathergang sich so zugetragen haben muss, wie vom Staatsanwalt angeklagt. Wie nicht anders zu erwarten, schloss sich das Gericht dem an. Demnach ist der von seiner Ehefrau getrennt lebende Mann am Abend des 17. Februar 2018 unangemeldet in der Wohnung der Frau aufgekreuzt, zu der er noch einen Schlüssel besaß. Die Frau hatte gleich bemerkt, dass er betrunken war. Da sie nicht wollte, dass er in dem Zustand zurück in seine eigene Wohnung fährt, willigte sie ein, dass er bei ihr übernachte. Man legte sich auf das Doppelbett, jeder auf seiner Seite, und sah fern.

Wahnhafte Eifersuchtsgedanken

Dann ging der Mann in die Küche, um etwas zu trinken. Als er zurück ins Schlafzimmer kam, wurde er plötzlich aggressiv. Er warf der Frau vor, sie habe ein Verhältnis mit dem Freund des gemeinsamen Sohnes. Was nach Aussage der Frau völlig aus der Luft gegriffen ist. Wahnhafte Eifersuchtsgedanken träten häufig bei „Gamma-Alkoholikern“ in Verbindung mit einem aktuellen Rauschzustand auf, hatte dazu der psychiatrische Sachverständige ausgeführt.

Der Angeklagte stürzte sich auf sie, schlug sie, würgte sie, riss ihr die Kleider vom Leib und vergewaltigte sie. Sie versuchte zu fliehen und stürzte dabei. Am Boden liegend, wurde sie getreten und weiter geschlagen. Schließlich zerrte der Mann die unbekleidete Frau auf den Flur, schob sie in die fensterlose dunkle Vorratskammer, schloss diese von außen ab und überließ sie ihrem Schicksal.

Dreitägiger Krankenhausaufenthalt

Der 20-jährige Sohn kam am nächsten Morgen gegen sechs Uhr „vom Feiern“ zurück, stieß eher zufällig auf die verschlossene Kammer und befreite die Mutter. Während des dreitägigen stationären Krankenhausaufenthalts fanden gynäkologische und rechtsmedizinische Untersuchungen statt. Die Ärztinnen beschrieben den Zustand der Frau als „mit Hämatomen am ganzen Körper übersät“.

(Weiterlersen: Emsländer soll Ehefrau vergewaltigt, verletzt und eingesperrt haben)

Beim Angeklagten war zurückgerechnet ein Blutalkoholgehalt von drei Promille festgestellt worden. Angesichts der Alkoholgewöhnung stufte der Psychiater den Zustand jedoch nicht als „Vollrausch“ ein, was zu Schuldunfähigkeit hätte führen können. Er sprach von einem „mittelgradigen Rausch“ und dadurch verminderter Steuerungsfähigkeit. Das Gericht sah hierin einen leichten Strafmilderungsgrund. Andererseits sei das lange Vorstrafenregister mit 17 teils einschlägigen Eintragungen erschwerend zu berücksichtigen.

Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung

Im Ergebnis erkannte das Gericht auf eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung. Außerdem ist seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet worden, wobei das Gericht bestimmt hat, dass zwölf Monate der Freiheitsstrafe vor der Unterbringung zu vollstrecken sind. Daneben ist der Angeklagte zu einer Schmerzensgeldzahlung von 9.000 Euro verurteilt worden.

Der Beschuldigte war nicht geständig. Er berief sich auf eine Erinnerungslücke aufgrund von Alkoholkonsum.


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