Neugeborene in Mannschaftsstärke Das sind Papenburgs elf „Weltmeister der Herzen“

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Die Aufstellung (von links): Jakob Behrens, Jasper Fuhlendorf, Juna Wiechers, Joela Ojo, Benedikt Dehn, Elisa Erdin, Ella Thomes, Ben Rosendahl, Nathan Geller, Joris Thierfelder und Oskar Büldt. Foto: Gerd SchadeDie Aufstellung (von links): Jakob Behrens, Jasper Fuhlendorf, Juna Wiechers, Joela Ojo, Benedikt Dehn, Elisa Erdin, Ella Thomes, Ben Rosendahl, Nathan Geller, Joris Thierfelder und Oskar Büldt. Foto: Gerd Schade

Papenburg. Während Fußballbundestrainer Joachim Löw womöglich noch darüber grübelt, wen er nach der ernüchternden Auftaktpleite gegen Mexiko (0:1) bei der WM in Russland am Samstag, 23. Juni 2018, im vorentscheidenden Gruppenspiel gegen Schweden (20 Uhr) aufs Feld schickt, steht die Aufstellung des Marien-Hospitals in Papenburg bereits fest.

Mithilfe des Fördervereins „Interessengemeinschaft Starkes Marienhospital“ sind in der geburtshilflichen Abteilung anlässlich der WM elf Neugeborene in weiße Trikots mit der Aufschrift „Weltmeister der Herzen“ gehüllt worden. Normalerweise stattet der Verein jedes Baby mit einem Pucksack aus. Zur Fußballzeit gibt es stattdessen das Trikot. „Die Idee dazu hatte unser Mitglied Katrin Pieper“, berichtet die stellvertretende IG-Vorsitzende Ursula Mersmann. Zunächst seien 35 Trikots geordert worden. Mersmann ist begeistert, dass schon jetzt ein Säuglingsteam in Mannschaftsstärke ausgestattet werden konnte.

Babys bewahren Ruhe

Für ein entsprechendes Fotoshooting herrschte auf der Neugeborenenstation in diesen Tagen Ausnahmezustand. Die größte Ruhe bewahrten überraschenderweise die Babys, die eingerahmt von Deutschlandflaggen, Kunstrasenstücken und einem Ball auf einem Pflegebett aufgereiht wurden. Auf taktische Formationen wie beispielsweise ein 3-4-3 mit abkippenden Sechsern, flacher Vier oder falscher Neun wurde dabei verständlicherweise verzichtet. Kurios: Frisch aus dem Kreißsaal als Nummer elf stieß Ella Thomes hinzu. Pädiatrie-Chefärztin Dr. Vanda Zamecnik geriet ins Schwärmen. „Das ist ein tolles Bild“, sagte sie.

Frühestens zur WM 2038

Die Baby-Mannschaft des Marien-Hospitals, die wohl frühestens zur Fußball-WM im Jahr 2038 antreten könnte, geht mit folgender Aufstellung ins Rennen (Geburtsdatum, -größe, -gewicht und Wohnort der Familie in Klammern): Jakob Behrens (10. Mai, 53 cm, 2980 g, Aschendorf), Jasper Fuhlendorf (8. Mai, 54 cm, 3620 g, Dörpen), Juna Wiechers (29. Mai, 51 cm, 4520 g), Joela Ojo (17. Juni, 58 cm, 4380g, Aschendorf), Benedikt Dehn (19. Mai, 51 cm, 3820 g, Völlenerfehn), Elisa Erdin (16. Juni, 48 cm, 2730 g, Aschendorf), Ella Thomes (21. Juni, 51 cm, 3225 g, Papenburg), Ben Rosendahl (18. Juni, 52 cm, 3430 g, Völlenerkönigsfehn), Nathan Geller (20. Juni, 51 cm, 3679 g, Papenburg), Joris Thierfelder (15. Juni, 52 cm, 3170g, Papenburg) und Oskar Büldt (20. Juni, 55,5 cm, 4820 g, Aschendorf).

Mutter und Kind bleiben zusammen

Der Chefarzt der Frauenklinik am Marien-Hospital, Dr. Franz Koettnitz, teilt unterdessen mit, dass im Krankenhaus zurzeit daran gearbeitet werde, eine „Frau-Mutter-Kind-Abteilung“ zu errichten. Ziel sei es, dass im Gegensatz zur gängigen Geburtshilfe auch die Kinder, die jetzt noch auf der sogenannten „Intensivstation Kinder“ landen, bei ihren Müttern bleiben sollen. Koettnitz zufolge werden die geburtshilflichen Zimmer so eingerichtet, dass das Prinzip: „Das Kind bleibt bei seiner Mutter – Die Mutter bleibt bei ihrem Kind“ auch de facto durchgeführt werden könne.

Kreißsaalführungen und Stillcafé

„Wir haben bereits damit begonnen, unser Personal so zu schulen, dass ein effektives Miteinander der Wochenbett-Pflegekräfte und der Kinderstation-Pflegekräfte realisierbar wird“, betont der Chefarzt. Demnach sollen überwachungspflichtige Kinder bei der Mutter bleiben und primär von der Mutter, unter Anleitung der Fachkraft, versorgt werden. Koettnitz zufolge ist der Umbau der Station geplant, eine stufenweise Umsetzung des Konzeptes habe bereits begonnen. „Frauen, Väter und Geschwister sollen sich in den vier oder mehr Tagen des Krankenhausaufenthaltes in privater Sphäre aufeinander einstellen können.“

Über diese Form der Eltern-Kind-Freundlichkeit hinaus werden in Papenburg an jedem dritten Donnerstag im Monat jeweils ab 19 Uhr Kreißsaalführungen angeboten. Treffpunkt ist der Konferenzraum im Dachgeschoss. Weitere Angebote des Hauses, das sich als stillfreundlich bezeichnet, sind das Stillcafé (all zwei Wochen dienstags von 10 bis 12 Uhr, Telefon 0 49 61/93 13 68) und der Frühchentreff (jeden zweiten Mittwoch im Monat ab 15.30 Uhr, Telefon 0 49 61/93 13 84).


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