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Masten und Tauwerk demontiert Museumssschiff „Margaretha von Papenburg“ wird überholt

Von Hermann Hinrichs


Papenburg. Ruderlos schwimmt die „Margaretha von Papenburg“ schon seit einiger Zeit im Papenburger Hauptkanal. Am Montag ist die sogenannte Kuff nun auch ihrer Takelage, also praktisch aller zum Segeln benötigten Bauteile, entledigt worden. Der Grund: Vor allem die von der Witterung teils arg angegriffenen Rundhölzer sollen grundlegend überholt werden.

Jan Bültjer von der Botswerft Bültjer in Ditzum und seine Männer hatten eine Menge Seile teils auch in luftiger Höhe zu lösen und aufzunehmen. Vom Klüverbaum bis hin zu den Rahen haben sie sämtliche Teile demontiert, verstaut und abtransportiert. Unterdessen nutzten zahlreiche Passanten dieses seltene Ereignis für einen Schnappschuss. Davon unbeirrt, löste sich ein Seil nach dem anderen und ein Bauteil der Takelage nach dem anderen. Dabei hatten Bültjer und seine Männer stets auch die „Statik“ der beiden zwischen 13 und 14 Meter hohen Masten im Blick. „Die werden unter anderem von den Wanten gehalten“, berichtet der Bootsbauexperte. Dabei handelt es sich um die Seilkonstruktionen, die den Masten seitlich Standfestigkeit geben. Mit einem Autokran wurden die Masten schließlich aus ihren Verankerungen gehievt und „an Land“ gebracht.

Die Margaretha ist Teil des Papenburger Schifffahrtfreilichtmuseums. Dieses besteht aus fünf Nachbauten anhand von Originalplänen alter Papenburger Schiffe. Laut Kulturamtsleiter Marco Malorny sind die Schiffe in den 1980er-Jahren in einer Kooperation mit dem Heimatverein und der Meyer Werft gebaut worden. Seither schmücken sie an verschiedenen Stellen in der Stadt die Kanäle. So auch die Margaretha, die im Zentrum des Stadtteils Untenende im Hauptkanal liegt. Bei einer Bereisung der Museumsschiffe war laut Malorny festgestellt worden, dass die Kuff komplett abgetakelt werden muss, um alle Teile zu sanieren oder bei Bedarf zu erneuern. Was genau getan werden muss, ermittelt nun die Bootswerft Bültjer.

Laut Bootsbauer Bültjer hat der erste genauere Blick vor allem auf das Holz ergeben, dass „einiges noch recht gut ist“, aber manches eben auch „morsch ist“. Wie zum Beweis zeigt er auf die Gaffel, an deren Ende das Holz von der Witterung total zerfressen ist und sogar eine Hälfte der Gabelung an deren Ende abgebrochen ist. Die Gaffel ist ein bewegliches Teil am Mast, das schräg nach oben ragt.

Damit alles nicht noch schlimmer wird und irgendwann womöglich sogar eine Gefahr für Passanten von dem Schiff ausgehen könnte, will die Kulturabteilung der Stadt laut Malorny die Sache nun von Grund auf angehen. Nachdem die Kostenschätzung der Ditzumer Werft vorliege, werde ein Vergleichsangebot eingeholt. Dann müsse entschieden werden, ob das nötige Geld noch in diesem Jahr zur Verfügung steht oder erst im kommenden. Daher könne auch noch nicht gesagt werden, wann die Kuff ihre volle Pracht wieder ausspielen kann. Bis dahin muss es ruderlos und nun auch takelagelos gehen.