Wahl-Ostfriese Seine große Herausforderung: Grünen-Kandidat Harald Kleem

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<em>Harald Kleem</em> will im nördlichen Emsland und im südlichen Ostfriesland Stimmen gewinnen. Foto: PrinzHarald Kleem will im nördlichen Emsland und im südlichen Ostfriesland Stimmen gewinnen. Foto: Prinz

Ostrhauderfehn. Harald Kleem geht in seinem Leben selten die einfachen, ausgetretenen Wege. Vielleicht spricht der Wahl-Ostfriese deshalb so oft von Chancen und Herausforderungen. Eine der ersten großen Bewährungsproben im Leben dürfte der gebürtigen Hesse in den eigenen vier Wänden gefunden haben. Mit dem beruflichen Wechsel des Haupt- und Realschullehrers nach Ostrhauderfehn entschied sich Kleem gemeinsam mit seiner Frau für ein Leben unter einem Dach mit zwei anderen Paaren.

Jede Familie hat zwar eigene Räume. Küche und Wohnzimmer werden allerdings gemeinsam genutzt. „Das ist nicht immer einfach.“ Viel mehr als in einer gewöhnlichen Familie bestehe das Leben aus Kompromissen. „Aber es geht bis heute gut.“

Der 59-Jährige sucht seither immer wieder die Herausforderungen, die weniger einfachen Wege. Die Kandidatur für den Bundestag scheint deshalb nur konsequent: Kleem hat sich jahrelang in der Gemeindepolitik und im Kreistag des Landkreises Leer engagiert. „Eine wichtige Aufgabe“, bilanziert er. Auch seine Schüler versucht er für ein Engagement in der Kommunalpolitik zu gewinnen.

Trotzdem: Für Harald Kleem sind diese Wege jetzt ausgetreten. Für weiteren Einsatz in der Politik brauchte er eine neue Herausforderung. Er fand sie in seiner Kandidatur. Wenige Wochen vor der Wahl ist sein Terminkalender prall gefüllt mit Einladungen, Partei-Veranstaltungen und Gesprächskreisen. „Das fordert mich“, sagt der Lehrer mit einem entschuldigenden Lächeln.

Einen sicheren Platz auf der Landesliste haben ihm die Grünen versagt. Seine Chancen im Wahlkreis Unterems, der in dem ostfriesischen Norden traditionell von der SPD und in dem emsländischen Süden von der CDU dominiert wird, sieht Kleem realistisch. Trotzdem will er kämpfen.

Der grüne Wahlkämpfer hat zwischenzeitlich auch die angenehmen Seiten seiner Bewerbung entdeckt: „Die Menschen hören mir zu.“ Kleem nutzt dieses Gehör, um seine Forderungen zu platzieren. Zum Beispiel gegen Massentierhaltung, für gerechtere Löhne oder für die Ausweisung der Fehnkultur in Orten wie Rhauderfehn oder Papenburg als Weltkulturerbe. Er weiß, dass die Verwirklichung nicht einfach wird – aber sie ist eine Herausforderung.


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