30 Teilnehmer bei Kundgebung Demo in Aschendorf: Milchmenge der Nachfrage anpassen

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Aschendorf. Ihre Kritik an der Milchpolitik der Europäischen Union (EU) haben am Montagvormittag rund 30 Teilnehmer während einer Demonstration vor den Hallen der ehemaligen ADO-Gardinenwerke in Aschendorf kundgetan.

Zu dem Protest aufgerufen hatten Vertreter des Bundesverbandes deutscher Milchviehhalter und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft gemeinsam mit Vertretern des Agrarbündnisses Niedersachsen und den niedersächsischen Grünen. Den Standort der Kundgebung wählten die Organisatoren nicht ohne Grund, da in einem Teil der ehemaligen ADO-Hallen rund 1500 Tonnen Magermilchpulver lagern. „Mit diesem Protest wollen wir ein Zeichen setzen, dass eine exportorientierte Landwirtschaft nicht alles ist. Wir fordern eindeutig mehr Regionalität“, machte Grünen-Politiker Hans-Joachim Jansen deutlich.

Milchmenge der Nachfrage anpassen

Ottmar Ilchmann aus Rhauderfehn, Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), forderte die Politik auf, die Milchmenge der Nachfrage anzupassen. Wohin zu viel produzierte Milch führe, zeige sich nach seinen Worten in Aschendorf. Hier und an anderen Orten in Europa sind nach Angaben der Protestler insgesamt 350.000 Tonnen Milchpulver eingelagert.

„Zu Spottpreisen in Afrika verramscht“

In der Phase niedriger Milchpreise während der Milchkrise 2014 bis 2016 sei zu viel erzeugte Milch zu Pulver verarbeitet und durch die EU-Intervention vom Markt genommen worden. Dieses Pulver belaste immer noch den Milchmarkt und halte den Milchpreis niedrig. „Das Ergebnis der verfehlten Politik liegt als Milchpulver in Hallen wie der der ehemaligen Gardinenwerke“, so Ilchmann. Es werde Milchpulver gelagert, dass keiner brauche oder „zu Spottpreisen in Afrika verramscht, was die dortigen Märkte ruiniert.“ Die Folge der „schrankenlosen“ Milchproduktion seien aufgegebene Höfe, weil Landwirte den Betrieb nicht mehr aufrechterhalten könnten.

„Können nicht auf die nächste Krise warten“

Miriam Staudte, agrarpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, machte deutlich, dass der derzeitige politische Kurs in der Milchpolitik nicht akzeptabel sei. „Wir können nicht auf die nächste Krise warten, sondern müssen Instrumente entwickeln, die präventiv wirken.“ Daher habe die Fraktion einen entsprechenden Antrag in den Landtag eingebracht. „Wir fördern eine Milchviehhaltung, die von der Gesellschaft gewollt ist. Und das bedeutet, dass Kühe auf die Weide gehören“, so Staudte. Dass Milchmengen produziert werden, die keiner brauche, helfe nicht den Landwirten. „Das ist nicht marktorientiert. Wir wollen Qualität und nicht Quantität.“

Staudte forderte zudem, die Position von Landwirten gegenüber den Molkereien zu stärken. „Der Preis für den Liter Milch muss klar sein. Hier geht es auch um Planungssicherheit und Perspektiven.“

„Es ist doch absurd“

Auch Leo Schwarte von der Arbeitsgemeinschaft „Naturschutz nördliches Emsland und südliches Ostfriesland“ kritisierte, dass aus sorgfältig gewonnener Milch mit viel Energieaufwand Milchpulver hergestellt werde. „Es ist doch absurd, dass mit unseren Steuergeldern, Milch zu Pulver verarbeitet und sorgfältig verpackt wird“, so Schwarte. Leider seien man nicht in der Lage, sich auf verträgliche Milchmengen zu verständigen.

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