Zweiter Anlauf für Hermann Wessels CDU-Fraktionschef soll Papenburgs Erster Stadtrat werden

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Bester Bewerber: Hermann Wessels. Foto: Katharina Preuth/ArchivBester Bewerber: Hermann Wessels. Foto: Katharina Preuth/Archiv

Papenburg. Der derzeitige Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, Hermann Wessels, soll neuer Erster Stadtrat und Kämmerer in Papenburg werden. Nach Informationen unserer Redaktion hat er im Bewerbungsverfahren den mit Abstand stärksten Eindruck hinterlassen. Gewählt werden soll Wessels vom Rat in einer Sitzung am 11. Juni. Dafür genügt die einfache Mehrheit.

Diesmal soll es klappen: Nach seiner gescheiterten Wahl im Dezember 2010 hat Hermann Wessels im Rennen um den Posten des Ersten Stadtrates und Kämmerers in Papenburg erneut seinen Hut in den Ring geworfen. Aber nicht nur das: Informationen unserer Redaktion zufolge gilt der Aschendorfer nach den Bewerbungsgesprächen im Rathaus als Top-Kandidat und soll am Montag, 11. Juni 2018, vom Stadtrat gewählt werden.

Die Sitzung ist bereits terminiert und beginnt um 17 Uhr. Einzig bedeutender Tagesordnungspunkt wird die Wahl des Ersten Stadtrates sein. Die Beteiligten halten sich (noch) bedeckt.

Stelle zum 1. Juli ausgeschrieben

Fakt ist, dass die Stadt Papenburg nach dem vorzeitigen Ausscheiden des bisherigen Ersten Stadtrates und Kämmerers Martin Lutz die Wahlbeamtenstelle für die Dauer von acht Jahren möglichst rasch neu besetzen will. Im Zuge der Ausschreibung war für den Zeitpunkt der Wahl dabei bislang allerdings von „frühestens am 21. Juni“ die Rede gewesen: Nun soll es offenbar schneller gehen.

Die Stelle soll nach dem Willen von Verwaltung und der Mehrheit des Rates zum nächstmöglichen Zeitpunkt neu besetzt werden. Lutz scheidet offiziell zum 30. Juni 2018 aus dem Dienst der Stadt Papenburg aus. Die Stelle ist zum 1. Juli 2018 ausgeschrieben.

Bürgermeister darf vorschlagen

Das Vorschlagsrecht für die Wahl seines hauptamtlichen Stellvertreters hat Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU). Sollte er sich wie erwartet für Wessels aussprechen, wiederholt sich Geschichte in Papenburg. Denn genau so lief es schon einmal, genauer gesagt im Jahr 2010, als es um die Amtsnachfolge für Gunnar Jungclaus ging. Seinerzeit gelang es Wessels allerdings nicht, die einfache Mehrheit der Stimmen auf sich zu vereinen. Überraschend fiel er in geheimer Abstimmung mit 16:23 Stimmen durch.vorzeitigen Ausscheiden des bisherigen Ersten Stadtrates und Kämmerers Martin LutzDie CDU-Fraktion um ihren damaligen Vorsitzenden Sascha Kleinhaus machte für das Scheitern seinerzeit vor allem die FDP und das Unabhängige Bürgerforum (UBF) verantwortlich. Wegen der Kommunalwahl 2011 und der dadurch bedingten Neuzusammensetzung des Rates, der eine neue Ausschreibung auf den Weg brachte, dauerte es bis zum Frühjahr 2012, bis die Stelle wiederbesetzt wurde – mit Martin Lutz durch einen einstimmigen Ratsbeschluss.

Bestens vernetzt

Nach Informationen unserer Redaktion waren nun nach Bewerbungsschluss Mitte Mai fünf der insgesamt 16 Kandidaten für intensive Auswahlgespräche (Assessment Center) eingeladen. Zu dem Termin in dieser Woche im Rathaus waren dem Vernehmen nach drei erschienen.

Sollte Wessels, Geburtsjahrgang 1961, das Rennen im zweiten Anlauf machen, muss sich die CDU-Fraktion nicht nur einen neuen Vorsitzenden suchen, sondern die Ems-Dollart-Region (EDR) auch einen neuen Geschäftsführer. Der Diplomsozialwissenschaftler gilt in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft durch seine Funktionen als bestens vernetzt.

Erstmals hatte sich die Stadt bei dem Ausschreibungsverfahren für das zweithöchste Amt im Rathaus der Unterstützung durch ein externes Büro bedient. Ziel sei es, neben Rechtssicherheit (unter anderem vor Konkurrentenklagen) und größtmöglicher Objektivität eine bestmögliche Vergleichbarkeit der Bewerber herzustellen, hatte Personalchefin Elke Nieweler in einer Sonderratssitzung im April erklärt.

Schon vor der Ausschreibung Favorit

Die Ausschreibung kam nicht bei allen Fraktionen gut an. Das UBF warb für eine verwaltungsinterne Lösung. Der Vertreter einer anderen Fraktion sprach hinter vorgehaltener Hand von einer „Farce und rausgeschmissenem Geld“. Warum? Darum: Nach Informationen unserer Redaktion galt Hermann Wessels bereits vor der Ausschreibung als Kandidat, der dem Vernehmen nach auch mehrheitlich, also nicht nur von der CDU, gewählt worden wäre. Die anderen Parteien hätten jedoch eine Wahl ohne Ausschreibung abgelehnt, hieß es. Nun wäre beispielsweise ein gemeinsames Ja aus den Fraktionen von CDU und SPD locker mehr als die halbe Miete.


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