Auf Gartenbewässerung verzichten Trockenheit sorgt für hohen Wasserverbrauch im nördlichen Emsland

Von Christoph Assies

Das Blumengießen und Rasensprengen wegen der anhaltenden Trockenheit sorgt im nördlichen Emsland für einen erhöhten Wasserverbrauch. Foto: Christoph AssiesDas Blumengießen und Rasensprengen wegen der anhaltenden Trockenheit sorgt im nördlichen Emsland für einen erhöhten Wasserverbrauch. Foto: Christoph Assies

Papenburg. Die anhaltende Trockenheit sorgt für einen deutlichen Anstieg des Wasserbedarfes im nördlichen Emsland. „Die Wasserwerke in Surwold und Werlte laufen derzeit rund um die Uhr“, sagt Thomas Rakers, Geschäftsführer des Wasserverbandes Hümmling auf Anfrage unserer Redaktion.

„Die Abgaben in Surwold betragen zurzeit 1.050 Kubikmeter Wasser in der Stunde und in Werlte 900 Kubikmeter in der Stunde“, so Rakers. Normal sind dem Wasserverband zufolge in Surwold im Mittelwert 835 Kubikmeter in der Stunde und in Werlte 700 Kubikmeter in der Stunde. Der Wasserverband Hümmling versorgt im Wesentlichen das nördliche Emsland und Teile der Gemeinde Westoverledingen (Landkreis Leer).

Bereits im April „und ganz besonders im Mai“ sind Rakers zufolge witterungsbedingt Steigerungen gegenüber den Vorjahreswerten festzustellen. Allein im Mai habe es ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr gegeben. Bei den Tagesabgaben ist die aktuelle Situation laut Geschäftsführer Rakers noch deutlicher zu spüren. „Hier sind gerade in den letzten Tagen gegenüber dem Tagesmittel des letzten Jahres Steigerungen in Höhe von bis zu 40 Prozent feststellbar.“ Dadurch sei die Situation örtlich auch schon angespannt und der sonst übliche Wasserdruck könne nicht überall erreicht werden. Rakers betont jedoch, dass eine Grundversorgung überall gegeben sei, „sodass ich nicht von Wasserknappheit sprechen würde“.

Appell ab Verbraucher, sparsam zu sein

Der Wasserverband Hümmling appelliert aber dennoch an die Verbraucher, auf Garten- und Grünanlagenbewässerung zu verzichten und sich auf das Notwendigste zu beschränken, damit der Trinkwasserbedarf auch bei anhaltenden Extremtemperaturen in ausreichendem Maße gedeckt und eine störungsfreie Versorgung weiterhin sichergestellt werden könne.

„Unser Appell richtet sich vor allem an Abnehmer mit guten Druckverhältnissen, die durch ihr Abnahmeverhalten dazu beitragen können, auch den am Rand des Versorgungsgebietes gelegenen Abnehmern mit ihrem Verhalten einen Mindestdruck zu gewährleisten“, so Rakers. Je weiter der Abnehmer vom Wasserwerk oder den Druckerhöhungsanlagen entfernt liege, desto größer würden die Rohrreibungsverluste und je weniger Druck stehe im Haus an, so der Wasserverbands-Geschäftsführer weiter. „Es ist also die Solidarität aller Abnehmer gefragt“, betont Rakers.

Auch Werke des Verbandes „Bourtanger Moor“ auf Hochtouren

Die sommerlichen Temperaturen der vergangenen Wochen lassen indes auch im mittleren Emsland den Trinkwasserverbrauch in die Höhe schnellen. Die drei Wasserwerke des Trink- und Abwasserverbandes „Bourtanger Moor“ laufen nach Angaben von Geschäftsführerin Hilke Kaersch auf Hochtouren. Das Wasserwerk Haren pumpt ihr zufolge derzeit bis zu 360 Kubikmeter Trinkwasser pro Stunde in das Versorgungsnetz. Auch hier ist der Verbrauch im Schnitt ein Drittel höher.

Entspannter fällt das Fazit der Stadtwerke Meppen aus: „Der Wasserverbrauch ist aktuell nicht außergewöhnlich hoch“, sagt Pressesprecherin Petra Augustin. Der bisherige Tageshöchstwert der Reinwasserabgabe lag bei 4.619 Kubikmeter Trinkwasser. Es gab aber auch den Minimalwert der täglichen Reinwasserabgabe von 3.593 Kubikmeter Trinkwasser in 24 Stunden. Ähnliche Werte hätten die Stadtwerke Meppen auch im Mai 2017 erzielt. Damals lag der Höchstwert bei 4.758 Kubikmeter und der Minimalwert bei 3.577 Kubikmeter Trinkwasser am Tag.