Pistolen, Revolver und Gewehre 24 Waffen straffrei im Emsland abgegeben

Von Katharina Preuth

Revolver, Pistolen und Gewehre wurden seit Beginn der Waffenamnestie im Juli 2017 abgegeben. Symbolfoto: Angelika Warmuth dpa/Revolver, Pistolen und Gewehre wurden seit Beginn der Waffenamnestie im Juli 2017 abgegeben. Symbolfoto: Angelika Warmuth dpa/

Lingen. Noch bis zum 1. Juli können Besitzer ihre illegalen Waffen straffrei abgeben. Seit Beginn der niedersachsenweiten Amnestie im Juli 2017 haben die zuständigen Behörden im Emsland 24 Pistolen, Revolver und Gewehre entgegengenommen.

In einem mehrfach gesicherten Raum in einem Tresor lagert die Polizeidienststelle Lingen die illegalen Waffen, die ihre Besitzer straffrei abgeben konnten. Ein Waffensachbearbeiter ist für die Annahme, Lagerung und letztendliche Verschrottung der Lang- und Kurzwaffen eingesetzt worden. Bernd Funke von der Polizeidienststelle Lingen verwahrt die Waffen, die ihm aus den Polizeidienststellen des Emslandes zugetragen werden. Dort gingen seit Beginn der Amnestie insgesamt 16 ein. Besitzer können ihre Waffen bei der Polizei oder dem Landkreis loswerden. Die Behörde des Landkreises hat eigene Sammelstellen, bei denen acht abgegeben wurden.

Verschrottung in Munster

Bei der Abgabe müssen die Besitzer einer Verschrottung zustimmen. In dem Fall werden die Waffen nach Munster in der Lüneburger Heide gebracht. Hier hat die bundeseigene Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten (Geka) ihren Sitz.

Funke verzeichnet vor allem Schreckschuss- und Gaspistolen, aber auch Schrotgewehre zählen zu dem Arsenal. Bei den im Zuge der Amnestie abgegebenen Waffen handele es sich meistens offiziell um Dachbodenfunde, erklärt Funke. „Ob das den Tatsachen entspricht, weiß ich nicht, ist aber egal.“ Eine Strafe hätten die Besitzer in jedem Fall nicht zu erwarten.

Niemanden kriminalisieren

Polizeisprecher Dennis Dickebohm findet, dass 24 abgegebene Waffen „tendenziell nicht viel“ seien. „Vom Bauchgefühl würde ich sagen, dass es im ländlichen Raum, auf den Höfen, noch einige illegale Waffen gibt“, so der Sprecher. Das sei allerdings schwer prüfbar. Im Jahr 2016 wurden beim Landkreis Emsland (ohne Lingen, Meppen, Papenburg) 154 waffenrechtlich relevante Gegenstände zur Vernichtung abgegeben, bei der Polizei (Emsland und Grafschaft Bentheim) waren es etwa 40. Ziel der Amnestie sei es, „niemanden zu kriminalisieren und die Möglichkeit zu schaffen, sich von den Waffen zu trennen“, sagt Dickebohm. „Wir wollen möglichst alle illegalen Waffen aus dem Verkehr ziehen.“

Hintergrund ist eine Änderung des Bundeswaffengesetzes durch den Gesetzgeber, die seit Anfang Juli 2017 greift. Die Neufassung sieht unter anderem eine Straffreiheit für den Transport der illegalen Waffen und Munition auf dem direkten Weg zum Abgabeort vor.


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