Angst vor Krankheiten Hofbesitzer aus Aschendorf besorgt: Fremde Hähne in Gehege ausgesetzt

Von Katharina Preuth


Aschendorf. Bereits zum vierten Mal wurde ein Hahn in das Hühnergehege der Familie Eiken ausgesetzt. Die Hühnerhof-Betreiber aus Aschendorf befürchten, dass die fremden Tiere die eigenen mit Krankheiten infizieren.

An diesem sonnigen Tag suchen die Hühner im Schatten der Bäume Zuflucht. Selbst als Renate und Hermann-Josef Eiken das Freigelände an der Ecke Wiesenstraße und Von-Ohrs-Weg betreten, bewegen sich die rund 21.000 Tiere kaum. „Es ist ihnen zu heiß“, sagt die Hofbesitzerin. Normalerweise würden die Hennen direkt angelaufen kommen, sobald sich jemand dem Zaun nähert. Und das passiere sehr oft, da Stall und Gelände an beliebten Fahrradstrecken liegen. Nicht selten würden Radfahrer hier Rast einlegen, um die Hühner zu beobachten oder um sie zu füttern. „Das sehen wir gar nicht gerne“, ergänzt ihr Mann. Immerhin bekämen sie eine spezielle Futtermischung aus Weizen, Raps oder Mais, mehr würden die Hühner nicht benötigen. Altes Brot stünde dabei nicht auf dem Ernährungsplan.

Angst vor Salmonellen oder Würmer

Doch Essensreste seien nicht das einzige, was über den Zaun ins Hühnergehege gelangt. Schon zum vierten Mal hätte jemand einfach einen Hahn dort ausgesetzt. „Die denken, die tun dem Hahn was Gutes, bei den vielen Hühnern“, so Hermann-Josef Eiken. Tatsächlich würden sie das Tier so schnell wie möglich von den Hühnern trennen. „Man weiß ja nicht, wo der Hahn herkommt“, erklärt der Landwirt. Die eigenen Hühner hätten die gesetzlich vorgeschriebenen Impfungen. Ein fremdes Tier könne Würmer, Salmonellen oder sogar Vogelgrippeerreger mitbringen.

Ein richtiger „Krachmacher“

Wer die Hähne ins Gehege bringt, wissen die Eikens nicht. Aber zumindest beim letzten Hahn haben sie eine Vermutung, warum den jemand loswerden wollte. „Das war ein richtiger Krachmacher“, erinnert sich der Hofbesitzer. Der erste Hahn, der seinen Weg zu den Hühnern gefunden hat, lebt heute bei der Nachbarin. „Das ist jetzt schon einige Jahre her, aber die hat den immer noch“, erzählt Renate Eiken. Ein anderer ist nach einer Quarantänezeit im Suppentopf gelandet. Und die anderen sind „weggekommen“, so der Hühnerhalter.

Genau wie bei Hunden oder Kaninchen, seien Tierbesitzer auch für ihre Hähne verantwortlich, „bis zum Tod“, findet Renate Eiken. „Die kann man doch nicht einfach aussetzen“, sagt sie.

Neben dem Gehege an der belebten Straße haben sie einen weiteren Stall mit Außengelände etwas versteckter hinter dem eigenen Wohnhaus. Hier sei noch kein Hahn ausgesetzt worden.


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