zuletzt aktualisiert vor

Baumschädling rückt nach Norden vor Eichenspinner-Alarm an A31-Rastplätzen im Emsland

Von Daniel Gonzalez-Tepper


Meppen. An den Rastplätzen entlang der Autobahn 31 im Emsland warnen Schilder vor dem Eichenprozessionsspinner. Auch der Landkreis hat Warnschilder aufgestellt. Die Haare der Raupe können unter anderem schwere Hautreaktionen hervorrufen.

In Nordrhein-Westfalen und dem südlichen Emsland ist der Eichenprozessionsspinner (EPS) schon seit einigen Jahren aktiv, nun rückt er immer weiter nach Norden. „Derzeit liegen Meldungen aus dem Bereich des südlichen und mittleren Emslandes vor. Der Nordkreis ist nicht betroffen“, sagte Anja Rohde, Sprecherin des Landkreis Emsland, auf Anfrage.

Weil die Raupen Wärme lieben, hatten die Tiere in den vergangenen Wochen ideale Bedingungen. Gegen ihre Feinde geht der EPS mit unzähligen, feinen Brennhaaren vor, die bei Menschen zu starkem Juckreiz, Atemwegsbeschwerden, Augenreizungen und sogar allergische Schocks führen können. Selbst Jahre nach einem Befall können die Haare noch Reaktionen beim Menschen hervorrufen.

Viele Eichen an Rastplätzen im Emsland

An den Rastplätzen der A31, wo besonders viele Eichen in den vergangenen Jahren angepflanzt wurden, hat die zuständige Niedersächsische Landesbehörde für Straßen und Verkehr in Lingen Warnschilder aufstellen lassen, wie Behördenleiter Klaus Haberland auf Anfrage bestätigte. „Nach Aussagen der Straßenmeistereien nimmt die Ausbreitung und Intensität im Vergleich mit den Vorjahren zu“, so Haberland. Nur im nördlichen Emsland gebe es „noch keine Probleme“.

In Lingen hat die Stadt wie berichtet die Bevölkerung bereits zur Vorsicht aufgerufen. Kreissprecherin Rohde berichtet, dass bislang zwei Schulen in Trägerschaft des Landkreises Emsland vom EPS betroffen waren, nämlich die BBS Lingen und das Georgianum in Lingen. „Dort sind die Bekämpfungsmaßnahmen, zum Beispiel Absaugen durch Fachfirmen, bereits eingeleitet beziehungsweise abgeschlossen worden. Auch in Eichen rund um das Kreishaus in Meppen war der Schädling festgestellt worden. Hier hat eine Fachfirma den Befall ebenfalls durch Absaugen entfernt“, so Rohde. Die Verantwortlichen an den Schulen seien angehalten, fortlaufend zu prüfen, ob ein EPS-Befall vorliegt, damit gegebenenfalls schnelle Maßnahmen ergriffen werden können.

Raupen wandern gemeinsam den Stamm hoch

Die Raupen häuten sich bis zu sechs Mal, Brennhaare bilden sich ab dem 3. Larvenstadium. In dem frühen Stadium können befallene Eichen mit einem Insektizid (Bioziden) behandelt werden, das weitere Häutungen verhindert. Dieses Mittel wird in einigen Teilen in NRW mit dem Hubschrauber auf die Bäume aufgetragen. In Niedersachsen wird es bisher überwiegend über Spritzpistolen vom Boden aus aufgebracht.

Das Wort „Prozession“ im Namen des Tieres stammt von der Vorliebe, in Familienverbänden zu leben. Sie fressen hauptsächlich nachts und wandern dazu gemeinsam den Baumstamm und die entsprechenden Äste entlang, heißt es in einem Informationsblatt des Naturschutzbundes (Nabu) Deutschland. Die Prozessionen können bis zu zehn Meter lang sein. Tagsüber und zur Häutung ziehen sie sich in ihre Nester zurück, die so groß wie ein Fußball werden können und entsprechend viele Brennhaare anfallen können.

Auch Landkreis hat Schilder aufgestellt

Kreisstraßen mussten derzeit noch nicht gesperrt werden, allerdings hat auch der Landkreis an verschiedenen Stellen Warnschilder aufgestellt, die auf die Gefahren hinweisen, berichtet Kreissprecherin Anja Rohde. „Bei geringem Befall und Belastungsrisiko wird der Befall an Kreisstraßen zunächst überwacht. Markierte Wege und Plätze sollten nach Möglichkeit gemieden werden. In sensiblen Bereichen beispielsweise vor Schulen und an Bushaltestellen werden die Schädlinge durch Fachfirmen abgesaugt.“ Eine Aussage darüber, ob sich der EPS in diesem Jahr besonders stark ausgebreitet hat im Vergleich zu den Vorjahren, kann Rohde derzeit noch nicht machen, „da wir erst am Anfang der Meldungen über Befalle mit EPS stehen.“