Filme über regionales Brauchtum Aschendorfer Heimatfreunde sichern Kulturerbe

Von Hermann-Josef Döbber

Den Vorstand des Heimat- und Bürgervereins Aschendorf bilden (von links) Bernd Assies, Anni Eiken, Gerd Harpel, Ursula Ochs, Dieter Wolf, Margret Janßen, Hans-Ulrich Feller und Gerhard Lindt. Foto: Hermann-Josef DöbberDen Vorstand des Heimat- und Bürgervereins Aschendorf bilden (von links) Bernd Assies, Anni Eiken, Gerd Harpel, Ursula Ochs, Dieter Wolf, Margret Janßen, Hans-Ulrich Feller und Gerhard Lindt. Foto: Hermann-Josef Döbber

Aschendorf. Der Heimat- und Bürgerverein (HBV) Aschendorf beteiligt sich in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Herbrum am Projekt „Grenzen, Traditionen, Identitäten – Immaterielles Kulturerbe in der Grafschaft Bentheim, im Emsland und in der Provinz Drenthe“ als Beitrag zum Europäischen Jahr des kulturellen Erbes 2018.

Vorsitzender Gerd Harpel sagte während der Generalversammlung, dass es sich bei dem Beitrag um typisches Brauchtum vom Herbst bis zum Frühling im Kirchspiel Aschendorf handelt. „Das grenzüberschreitende Projekt möchte durch die enge Zusammenarbeit mit Gemeinden, Heimatvereinen, Museen und anderen kulturellen Institutionen dazu beitragen, diese Formen des Kulturgutes ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und so dessen Wert auch für zukünftige Generationen zu vermitteln.“

Dem Vorsitzenden zufolge wollen sich die Aschendorfer und Herbrumer Heimatfreunde vier Projekten annehmen und darüber kurze Videofilme erstellen. Zu St. Martin soll die Herstellung von Laternen, der Laternenumzug, St.-Martins-Lieder und der Besuch einer Nachbarfamilie festgehalten werden. An St. Nikolaus sind die Tätigkeit von Nikolaus und Knecht Ruprecht bei Familien, das Legen von Grünkohl an den Tagen zuvor auf Fensterbänke, das Aufstellen von Tellern am Nikolausabend und Weihnachtsbräuche angedacht.

Im vierten Projekt sollen Sitten und Gebräuche zu Palmsonntag und Ostern vom Herstellen der Palmstöcke beginnend mit dem Schneiden der Weiden bis zum Überbringen der Palmstöcke an Paten und Großeltern sowie das Bauen eines Osternestes, das Ostereiersuchen und das Abbrennen eines Osterfeuers vor dem Vergessen bewahrt werden.

Keine Gezeitenkonzerte mehr in Aschendorf

Das Jahr 2017 war nach den Worten des stellvertretenden Vorsitzenden Hans-Ulrich Feller ein gutes Jahr für den HBV. Besonders erwähnenswert sei die Einführung von zwei sogenannten Hoftagen im Frühjahr und Herbst, an denen der Heimathof jeweils für den Saisonstart gerüstet beziehungsweise winterfest gemacht wurde. Im Veranstaltungsbereich hob Feller das von der Ostfriesischen Landschaft im Rahmen des sogenannten Gezeitenkonzertes ausgerichtete Konzert und den Vortrag von Gerd Harpel aus Anlass des 500-jährigen Reformationsgedenkens hervor. Dass Aschendorf zukünftig bei den Gezeitenkonzerten nicht mehr Spielort sein wird, weil die Landschaft sich aus Kostengründen auf Spielorte im ostfriesischen Raum beschränken wird, wurde von Feller bedauert.

Ein herausragendes Ereignis im Vereinsgeschehen sei wieder die voll ausgebuchte dreitägige Studienfahrt nach Stralsund und Rügen gewesen. Aber auch handwerklich schritten die Vereinsmitglieder zur Tat. Dazu gehörte die Herrichtung zusätzlicher Plätze an der Friedhofsmauer für die Aufstellung weiterer historischer Grabdenkmäler sowie die Umlagerung einer Grabplatte.

Bürgerlobschleife für langjährige Verdienste

Als besondere Gemeinschaftsleistung erwähnte der stellvertretende Vorsitzende das erstmals angebotene Herbstfestes, zu dem alle Arbeitsgruppen nach Kräften beigetragen hätten. „Es sollte besonders für die Kinder eine Entschädigung für die ersatzlos weggefallene Kirmes sein“, so Feller.

Besondere Ehrungen erfuhren Bernd Schmitz mit der Verleihung der handgestickten „Bürgerlobschleife des HBV 2018“ für besonderen Einsatz über 35 Jahre, Dieter Wolf für 33 Jahre Vorstandstätigkeit und Annelene Feller für die Herstellung heimatlicher Produkte.

In Vorstandsämtern bestätigt

Im Zuge der Vorstandswahlen wurden der Vorsitzende Gerd Harpel, Schriftführerin Ursula Ochs und die Beisitzer Anni Eiken und Margret Jansen in ihren Ämtern für vier weitere Jahre einstimmig bestätigt. Harpel, der 1994 die Nachfolge der damals zur Ehrenvorsitzenden ernannten Marianne Wulf angetreten hat, will nach eigenen Angaben eventuell noch vor 2022 den Vorsitz abgeben. Im Jahr 2024 blickt der HBV Aschendorf auf sein 100-jähriges Bestehen zurück.