Brennstart für P&O-Neubau Meyer Werft baut größtes britisches Kreuzfahrtschiff

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Papenburg. Auf der Meyer Werft in Papenburg ist mit dem Bau des größten Kreuzfahrtschiffes für den britischen Markt begonnen worden. Auftraggeber ist die britische Reederei P&O Cruises. Das Schiff ist Teil der Baureihe des P&O Mutterkonzerns Carnival Corporation, die mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben werden.

Mit dem Zuschneiden der ersten Stahlplatte im Lasezentrum der Meyer Werft begann nun der Bau des bisher größten Kreuzfahrtschiffes für den britischen Markt. Der Neubau wird Platz für 5200 Passagiere haben und unter anderen über acht Spezialitätenrestaurants, vier Swimmingpools und 15 Essensmöglichkeiten verfügen.

„Es ist das erste Mal seit 20 Jahren, dass P&O Cruises ein Schiff bei der Meyer Werft bauen lässt“, sagte Josh Weinstein, der Präsident von Carnival Großbritannien bei der Zeremonie vor Vertretern der Werft und der Reederei. Bereits 1995 und 2000 hatten die Papenburger Schiffbauer mit der „Oriana“ und der „Aurora“ Kreuzfahrtschiffe für P&O gebaut. Der Baubeginn sei ein besonderer Moment für die Reederei und die Kreuzfahrtindustrie, sagte der stellvertretende Präsident von P&O Cruises, Paul Ludlow.

Neun LNG-Schiffe im Auftragsbestand

Der Weltmarktführer in der Kreuzfahrtindustrie, Carnival, hat die Meyer-Werften-Gruppe insgesamt mit dem Bau von neun Schiffen an den Standorten in Papenburg und im finnischen Turku beauftragt, die mit dem umweltfreundlicheren LNG angetrieben werden. Die LNG-Tanks entstehen am Standort in Rostock-Warnemünde auf der Neptun Werft. Alle Schiffe werden 337 Meter lang und 42 Meter breit sein.

Das noch namenlose Kreuzfahrtschiff für P&O Cruises ist das erste von insgesamt zwei baugleichen Ozeanriesen für die britische Carnival-Marke und soll im Frühjahr 2020 abgeliefert werden. Ein weiteres Schiff folgt 2022.

Prototyp der Baureihe ist „AIDAnova“

Zur Carnival Corporation gehören insgesamt neun Kreuzfahrtreedereien. Auf der Meyer Werft ist aktuell für die deutsche Carnival-Marke AIDA Cruises die „AIDAnova“ im Bau. Sie soll Ende des Jahres in Betrieb genommen werden und ist zugleich der Prototyp der LNG-Baureihe. Parallel entsteht bei Meyer Turku für die italienische Marke Costa Crociere die „Costa Smeralda“. Sie feiert ihre Premiere im Oktober 2019.

Im Frühjahr 2021 und im Frühjahr 2023 folgen noch zwei AIDA-Kreuzfahrtschiffe aus Papenburg, während Meyer Turku im Herbst 2020 und im Herbst 2022 jeweils ein Schiff an die Carnival-Stammmarke Carnival Cruise Line und im Frühjahr 2021 einen weiteren Neubau an Costa Crociere übergibt.

Die Papenburger Schiffbauer haben damit weltweit den größten Bestand an LNG-Schiffen in den Auftragsbüchern. Geschätzter Wert: mehr als sechs Milliarden Euro. Bisher baut keine Werft Kreuzfahrtschiffe, die mit dieser Technologie angetrieben werden.

Emissionen sinken um 25 Prozent

Nach Angaben von Carnival sinken allein die CO2-Emissionen um 25 Prozent. Die LNG-Schiffe werden sowohl im Hafen, als auch auf dem offenen Meer mit LNG angetrieben. Zum Einsatz kommen MaK-Motoren der Firma Caterpillar aus Kiel. Sie wurden speziell für die neuen Schiffe entwickelt.

Der auf 162 Grad herunter gekühlte Treibstoff wird in speziellen Tanks an Bord gelagert. Maximal 3600 Kubikmeter LNG an Bord reichen etwa 14 Tage. Beim Bau der Tanks auf der Rostocker Neptun Werft greifen die Schiffbauer auf die Erfahrungen beim Bau von LNG-Tankern zurück, die in Papenburg bereits im Jahr 2011 entstanden sind.


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