Musikalisches Lagerfeuer für Menschenrechte So war das Konzert mit Judith Holofernes in Papenburg

Von Daniel Lösker

Judith Holofernes und ihre Band sangen und spielten mit vollem Einsatz für die Menschenrechte. Foto: Daniel LöskerJudith Holofernes und ihre Band sangen und spielten mit vollem Einsatz für die Menschenrechte. Foto: Daniel Lösker

dloe Papenburg. Auf Einladung der ai-Ortsgruppe Papenburg in Zusammenarbeit mit der Papenburg Marketing GmbH und Papenburg Kultur ist die Sängerin Judith Holofernes am Pfingstwochenende in der Kesselschmiede in Papenburg aufgetreten. Sie präsentierte hier ihr neues Album „Ich bin das Chaos“.

Das Beste zuerst. Holofernes singt wie man sie kennt, mit vollem Einsatz und großem Vertrauen in ihre eigenen Texte. Und sie singt und spielt für Amnesty International, für die Menschenrechte, deren Proklamation 70 Jahre her ist und die deshalb bei der Jahresversammlung der Organisation in Papenburg gebührend gefeiert wurden.

Damit könnte man es eigentlich bewenden lassen. Doch müssen wir auch darüber reden, dass der Funke ins Publikum, trotz des löblichen Einsatzes der Berlinerin und ihrer Band, nur schleppend überspringt, was auch daran liegen könnte, dass die musikalischen Stilmittel recht überschaubar sind. Vieles scheint oft genug gehört.

Dieses Problem ist aber kein spezifisches der Holofernes. Die eigentlich löbliche Welle von deutschsprachiger Pop- und Rockmusik, die seit vielen Jahren durch die Radiosender der Nation auf und ab schallt, bringt bis auf wenige Ausnahmen tatsächlich kaum Innovatives hervor.

Songs der „Dry Dudes“ habe eine eigne Note

Die als Vorband auftretenden „Dry Dudes“ aus dem Emsland, die sich dem Singer/Songwriter-Genre widmen, singen in englischer Sprache und können das Vorbild Ed Sheeran kaum leugnen. Wollen sie wahrscheinlich auch gar nicht. Dennoch haben ihre Songs durchaus eine eigne Note, die es zu verfolgen gilt, wollen die jungen Männer nicht irgendwann im musikalischen Allerlei verschwinden.

Holofernes ist oft genug für ihre Texte gelobt worden und das meist zu Recht. Sieht man einmal vom unglaublich albernen „Oder an die Freude“ ab, zeigen die oft subtil wirkenden und auf den ersten Blick nicht immer leicht zu deutenden Worte die ganz große Stärke der Sängerin und Gitarristin. Leider ist dies, wenn man nicht unbedingt mit den Lyrics vertraut ist, in der Alten Kesselschmiede nur schwer nachzuvollziehen, weil die Akustik Textverständlichkeit kaum zulässt.

Etwas Gutes entstehen lassen

So hatten vor allem die eingefleischten Fans der sympathischen Frontfrau ihre Freude dabei, mitzusingen und zu tanzen. Und dabei entsteht doch noch so etwas wie ein gemeinsames musikalisches Lagerfeuer, an dem Protagonisten und Publikum zusammen Zeit verbringen und das Gefühl haben, etwas Gutes entstehen zu lassen. Das Motto „Konzert für Menschenrechte“ hat dies allemal verdient!