Jahrestreffen 2018 500 Teilnehmer bei Amnesty-Kundgebung in Papenburg

Von Hermann-Josef Tangen

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Papenburg. Rund 500 Teilnehmer wohnen über Pfingsten der deutschlandweiten Jahresversammlung der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) in Papenburg bei und feiern in der Stadthalle den 70. Jahrestag der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen.

In der Versammlung, die am Samstagmorgen durch Redebeiträge von Vorstandssprecherin Gabriele Stein und Generalsekretär Markus N. Beeko eröffnet worden war, diskutierten die Teilnehmer die inhaltliche Entwicklung der rund 165.000 Mitglieder umfassenden deutschen Sektion von Amnesty International. Dem Diskussionsforum schloss sich ein Demonstrationszug durch die Stadtmitte an, an den sich neben den Delegierten auch viele Papenburger beteiligten.

Mit Schildern und Bannern

Mit Schildern und Bannern, auf denen Auszüge aus der UN-Deklaration zu lesen waren, zogen die mehr als 500 Demonstrierenden über den Hauptkanal hinweg, an dem bereits seit einigen Wochen leuchtend gelbe Schilder auf die einzelnen Artikel aufmerksam machen. Auf dem Vorplatz der St.-Antonius-Kirche hatten, wie berichtet, Mitglieder der Papenburger AI-Ortsgruppe ein überdimensionales Buch mit der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und eine sechs Meter hohe Skulptur des Künstlers Erik Tannhäuser aufgestellt.

Rathaus zeigt Flagge

Hier übergaben die Amnesty-Aktivisten dem stellvertretenden Bürgermeister, Heiner Butke (CDU), ein Transparent mit dem Artikel 1, „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, das anschließend am Balkon des Papenburger Rathauses befestigt worden war.

Butke forderte alle Bürger auf, sich unter dem Schutz der Menschenrechte dafür einzusetzen, dass diese von uns als selbstverständlich wahrgenommenen Rechte auch jenen Mitmenschen zu teil werden, denen sie immer noch verwehrt sind. Er sei stolz darauf, dass seine Heimatstadt als Tagungsort für das Deutschlandtreffen ausgewählt worden sei und richtete dafür seinen Dank an die, so wörtlich, sehr aktive AI-Ortsgruppe in Papenburg.

Stadt engagiert sich gegen Todesstrafe

Auch die Stadt engagiere sich für die Menschenrechte. Als Beispiele nannte er die Teilnahme an der weltweiten Aktion „Städte gegen die Todesstrafe“ und mit Blick auf Artikel 18 der Menschenrechte in Bezug auf die freie Religions- und Weltanschauung die Unterstützung für den geplanten Bau einer Moschee des türkisch-muslimischen Vereins am Mittelkanal. „Mögen Toleranz und Respekt aller Bürger den Bau begleiten“, so Butke.

Generalsekretär lobt Offenheit

Mit einem dicken Lob revanchierte sich Generalsekretär Markus Beeko, der sich für die Offenheit, die Begeisterung und den Elan der Papenburger bedankte. „Ich will niemanden besonders herausstellen, denn ganz Papenburg hat bei diesem herausragenden Event mitgemacht“, so Beeko.

Artikel vertont

Auf dem Platz vor dem Kino trat am Nachmittag ein von der Ortsgruppe der Menschenrechtsorganisation und dem Kreis-Chorverband Emsland/Grafschaft Bentheim eigens für diesen Tag ins Leben gerufener „Menschenrechtechor“ in Aktion. Die 25 Bürger trugen zum Teil sogar vier- bis fünfstimmig vertonte Artikel der Menschenrechtserklärung vor. Die Musik zu den Texten hatte Komponist und Musiker Axel Christian Schullz aus Duisburg geschrieben und mit den Sängern in der Heinrich-von-Kleist-Schule eingeübt.


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