Pony zwei Mal verkauft Papenburg: Hauptpreis belebt den Viehmarkt


Papenburg. Gleich drei Mal hat das Pony „Tinkerbell“ seinen Besitzer gewechselt. Damit hat am Dienstagvormittag der Hauptpreis der traditionellen Viehmarktverlosung in Papenburg auch gleich das geschäftige Treiben belebt. Derweil war die Verlosung für die beiden Moderatoren „Hosenbernd“, alias Gerd Kösters, und „Gerd Bliede“, alias Hermann Plock die letzte Veranstaltung – vielleicht.

Bevor die beiden Papenburger Originale die Bühne betraten, klang es endgültig. „Wir hören auf“, sagte Hermann Plock – bis zum 300. Augustmarkt hätten sie machen wollen, der 301. sei nun der Letzte. Bereits seit mehr als 20 Jahren sei er dabei, so Plock weiter. Sein Freund Kösters schlüpft fast ebenso lange am Marktdienstag in das „Gerd-Bliede“-Kostüm. Auf der Bühne versahen die beiden die Ankündigung ihres Abschieds allerdings mit dem „vielleicht“ und schlossen somit den Rücktritt vom Rücktritt nicht aus.

Auf der Bühne verkündeten Kösters und Plock die 20 Nummern der Gewinnerlose. „Glücksfee“ war in diesem Jahr das Landesgartenschau-Maskottchen Piet. Unter den glücklichen Gewinnern war Hermann Terfehr aus Papenburg. Eines seiner 44 gekauften Lose brachte ihm ein neues Fahrrad ein. Weniger Lose – zwölf Stück – benötigte Bernd Robben, ebenfalls aus Papenburg. Mit der Nummer „2281“ gewann er den Hauptpreis, das Pony Tinkerbell. „Ich habe nicht mal Platz für Kaninchen“, scherzte Robben und belebte damit gleich den Viehmarkt. 80 Euro brachte ihm der Verkauf per Handschlag ein – beim Weiterverkauf drei Minuten später gab es einige Scheine mehr.

Nicht geschäftliche, sondern eher traditionelle Gründe locken Heinz Stammermann als Aussteller jedes Jahr auf den Viehmarkt. „Man kennt hier viele und kommt gerne“, erklärt der Friesoyther. Insgesamt standen in diesem Jahr rund 40 Pferde und Ponys zum Verkauf. Laut Jonny Eden, Sprecher der Schausteller, brauche die Belebung des Viehmarktes Zeit, aber ein guter Anfang sei gemacht.

Auch mit dem Verlauf des Marktwochenendes sowie dem Familientag am Montag zeigte sich Eden zufrieden. Lediglich ein wenig mehr Gäste über 50 Jahre wünsche er sich über das Wochenende. Zufrieden war auch der Organisator der Verlosung, Heiner Hanneken von der Kolpingfamilie St. Michael. Insgesamt seien 4700 Lose verkauft worden. Der Erlös werde nach Uganda gespendet.

Für Kritik sorgte lediglich, dass es keinen Getränkestand beim Viehmarkt gab. „Das ist ein Malöhr“, fasste Plock das Ärgernis vieler Besucher in Worte. Laut Eden hatte der Betreiber aus dem vergangenen Jahr kurzfristig abgesagt. „Wir haben aber bereits eine Zusage für nächstes Jahr“, verspricht der Schausteller.