Verkehrsstatistik 2017 Deutlich mehr Schwerverletzte im nördlichen Emsland

Von Gerd Schade

Bei den Geschwindigkeitskontrollen setzt die Polizei gezielte Akzente an nachgewiesenen Unfallschwerpunkten im nördlichen Emsland. Symbolfoto: dpaBei den Geschwindigkeitskontrollen setzt die Polizei gezielte Akzente an nachgewiesenen Unfallschwerpunkten im nördlichen Emsland. Symbolfoto: dpa

Papenburg. Auf den Straßen im nördlichen Emsland hat es im vergangenen Jahr exakt 2148-mal gekracht. Diese Zahl geht aus der am Donnerstag vorgestellten Verkehrsstatistik des Polizeikommissariates (PK) Papenburg hervor.

Demnach ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Altkreis Aschendorf-Hümmling (mit Ausnahme der Samtgemeinde Lathen, die zum PK Meppen gehört) im Vergleich zum Vorjahr um knapp vier Prozent zurückgegangen. Das ist der niedrigste Wert seit 2009.

Sorge bereitet den Beamten allerdings eine deutlich gestiegene Anzahl von Unfällen (von 88 auf 127) mit Schwerletzten (von 96 auf 145). „Dabei hing es oftmals nur von unglücklichen Umständen ab, dass nicht mehr passiert ist“, betonte PK-Leiter Robert Raaz. „Ob schwer verletzt oder tot, kann manchmal nur Zufall sein“, fügte der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, Thomas Ludwig, hinzu.

So aber blieb es im vergangenen Jahr wie 2016 mit vier Unfalltoten beim historischen Tiefstand. „Auch vier Tote sind vier zu viel. Und hinter jeder Zahl steckt auch ein Schicksal“, betonte Raaz. In den Jahren 2014 und 2015 waren jeweils zehn Menschen auf den Straßen im nördlichen Emsland ums Leben gekommen, 2012 waren es 17, 2009 sogar 18. Dass unter den Verkehrstoten des vergangenen Jahres keiner aus der gefährdeten Gruppe der Jungfahrer (18 bis 24 Jahre) zu beklagen war, führt Raaz auch auf die Präventionsarbeit des Verkehrssicherheitsberater der Papenburger Polizei, Gerhard Müßing, sowie auf das Projekt „Abgefahren – wie krass ist das denn?“, bei dem Jugendliche und junge Erwachsene mit drastischen Bildern und Schilderungen von Rettungskräften über tödliche Verkehrsunfälle konfrontiert werden.

Als Hauptursachen für schwere Verkehrsunfälle galten im vergangenen Jahr Missachtung der Vorfahrt, Ablenkung (womöglich durch Smartphone-Nutzung am Steuer), unangepasste Geschwindigkeit und Alkohol- beziehungsweise Drogenmissbrauch.

Bei den Geschwindigkeitskontrollen setzt die Polizei Ludwig zufolge gezielte Akzente an nachgewiesenen Unfallschwerpunkten wie dem Einmündungsbereich Oldenburger Straße/Gutshofstraße in Papenburg. „Wir stehen nirgends, um Autofahrer abzuzocken, sondern dort, wo Unfälle passieren“m erklärte Ludwig.

Einen gefährlichen Trend beobachten die Beamten bei der Verwicklung von Pedelec-Fahrern in Unfälle.


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