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17.05.2018, 19:12 Uhr KOMMENTAR

Kriminalstatistik kein Ruhekissen

Kommentar von Gerd Schade

Die Polizei in Papenburg hat am Donnerstag die Kriminal- und die Verkehrsunfallstatistik vorgestellt. Symbolfoto: Michael GründelDie Polizei in Papenburg hat am Donnerstag die Kriminal- und die Verkehrsunfallstatistik vorgestellt. Symbolfoto: Michael Gründel

Papenburg. Die Zahlen der Polizei zur Entwicklung der Straftaten und der Verkehrsunfälle im nördlichen Emsland sind kein Ruhekissen. Ein Kommentar.

Klar, Statistik allein hilft nicht und das gefühlte Sicherheitsempfinden mag zuweilen ein anderes sein. Und doch ist anhand der von der Polizei für das nördliche Emsland vorgelegten Zahlen zur Entwicklung der Straftaten nicht von der Hand zu weisen, dass sich die Menschen in der Region weiterhin sicher fühlen dürfen.

Dass die Beamten der Polizei Papenburg einen guten Job machen, belegt die aktuelle Aufklärungsquote. Mit mehr als 63 Prozent ist sie so hoch wie nie zuvor. Das bedeutet allerdings auch weiterhin, dass jede dritte Straftat nicht geahndet wird.

Dürftig bleibt die Quote bei der Aufklärung von Wohnungseinbrüchen (15 Prozent). Zwar ist die Gesamtzahl der Taten auch hier weiter rückläufig. Und doch bleibt bei jedem Opfer mehr als ein beklemmendes Gefühl zurück, wenn sich das Entsetzen nach dem Einbruch verflüchtigt hat. Materielle Verluste lassen sich leichter ersetzen als das Gefühl von Sicherheit. Hier müssen Bewohner und Polizei weiter in Prävention investieren und Präsenz zeigen. Auch rückläufige Zahlen sind kein Ruhekissen.

Für alle, die sich gerne in den Blasen der nicht immer sozialen Online-Netzwerke bewegen: Die weitaus größere Zahl der Tatverdächtigen ist deutscher Herkunft, die Beteiligung von Flüchtlingen an Straftaten bleibt gering.

Bedenklich stimmt der deutliche Anstieg der Schwerverletzten durch Verkehrsunfälle. Hier ist die Schwelle zum Tod oft gefährlich schmal.


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