Brief an den Papst geschickt Papenburger Schüler bekommen Antwort aus dem Vatikan

Von Insa Pölking

Seltener Briefverkehr: Die Schüler der zehnten Klassen des Papenburger Gymnasiums haben zusammen mit Thomas Hahn (links) und Monika Pranger (rechts) einen Brief an den Papst geschickt - und eine Antwort bekommen. Foto: Insa PölkingSeltener Briefverkehr: Die Schüler der zehnten Klassen des Papenburger Gymnasiums haben zusammen mit Thomas Hahn (links) und Monika Pranger (rechts) einen Brief an den Papst geschickt - und eine Antwort bekommen. Foto: Insa Pölking

isp Papenburg. Die zehnten Klassen des Papenburger Gymnasiums haben gemeinsam mit ihren Religionslehrern einen Brief an Papst Franziskus in die Vatikanstadt geschickt - und eine Antwort bekommen. In etwa 20 Zeilen nimmt der Assessor des Papstes Stellung zu den Anregungen der Schüler.

Das Jugendkonzept der katholischen Kirche sollte überdacht werden - Darüber waren sich die Schüler der zehnten Klassen des Gymnasiums Papenburg einig. Also schrieben sie einen Brief mit Verbesserungsvorschlägen an Papst Franziskus in die Vatikanstadt. Die Schüler teilten hierin mit, dass eine Aufgabe des Zölibats für die Jugend ein wichtiges Thema sei.

Aufgabe des Zölibats wichtiges Thema

„Wir denken, dass auch katholischen Geistlichen ermöglicht werden sollte, eine Familie zu haben“, sagte Schüler Wilke Donker. „So können sie sich dann auch besser in die Probleme und Aufgaben hineinversetzen.“ Auch das Thema Gleichberechtigung spielte bei den Schülern eine große Rolle. Sowohl die Möglichkeit einer gleichgeschlechtlichen Ehe als auch die Möglichkeit für Frauen Pastorinnen zu werden, sollte nach Meinungen der Schüler gegeben werden. „Wir verstehen schlicht und einfach nicht, warum Frauen keine Pastorinnen werden können“, so der Schüler.

Antwort nicht wirklich zufriedenstellend

Die Antwort aus dem Vatikan war für die Schüler überraschend, aber dennoch nicht hundertprozentig zufriedenstellend. „Auf die Frage, was sich in der Kirche zuerst ändern müsse, antwortete die heilige Mutter Teresa einmal: ‚Du und ich‘“, schrieb der Assessor des Papstes Prälat Paolo Borgia. Weiter sollten die Zehntklässler Gott und Jesus durch die Heilige Schrift oder den Jugenkatechismus näher kennenlernen. „Der Papst findet gerade im Gebet die Kraft, auch in nicht einfachen Situationen dem Beispiel Jesu zu folgen“, heißt es in dem Brief. „Und das wünscht der Heilige Vater auch Euch.“

Gegenargumente fehlen

„Wir haben uns zwar sehr über eine Antwort gefreut, aber es war nicht wirklich zufriedenstellend“, berichtete Donker. „Es wäre schön, wenn es wenigstens ein paar Gegenargumente gegeben hätte.“ Trotzdem würden die Schüler noch einmal so einen Brief schreiben. „Nicht unbedingt wieder an den Papst“, so der Schüler. „Aber beispielsweise an einige Leute aus der Politik.“

Greifbarer Papst

Der Brief wurde Mitte Januar dieses Jahres in den Vatikan geschickt, innerhalb eines knappen Monats erhielten die Schüler und Lehrer bereits eine Antwort. „So schnell hatten wir nicht damit gerechnet“, sagte Thomas Hahn, Religionslehrer am Papenburger Gymnasium. „Wir dachten uns, dass es schön wäre, wenn der Brief noch vor den Sommerferien käme, um mit den Schülern dann noch im Thema zu sein.“ Darüber hinaus hatten nur insgesamt zwei Schüler von drei Klassen generell mit einer Antwort gerechnet. „Das ganze Projekt zeigt uns aber, dass der Papst greifbarer ist, als wir denken“, sagte Religionslehrerin Monika Pranger. „Und dass man auch mal mutig sein darf und dann auch gehört wird.“


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