Kriminalstatistik 2017 Weniger Diebstähle im nördlichen Emsland

Von Gerd Schade


Papenburg. Deutlich weniger Diebstähle, ein Rückgang der Anzahl der registrierten Straftaten insgesamt und ein Rekordwert bei der Aufklärungsquote: So liest sich die Kriminalstatistik des Polizeikommissariates (PK) Papenburg für 2017, die PK-Leiter Robert Raaz und seine Kollegen am Donnerstag präsentiert haben.

Im Zuständigkeitsbereich der Papenburger Polizei, das außer der Stadt Papenburg und der Einheitsgemeinde Rhede die Samtgemeinden Dörpen, Lathen, Sögel, Werlte und Nordhümmling umfasst, haben die Beamten im Vorjahr 5435 Straftaten registriert. Das sind 329 weniger als 2016 – nach den Worten von Raaz eine erfreuliche Entwicklung, die auch dem landesweiten Trend entspreche. Der Polizeichef führt den Rückgang hauptsächlich darauf zurück, dass immer weniger Diebstähle angezeigt werden. Zum Vergleich: 2008 waren es noch mehr als 3000, 2017 hingegen nur rund 1850. „Das ist innerhalb von zehn Jahren ein Rückgang von 40 Prozent“, sagte Raaz.

Mit exakt 63,29 Prozent ist die Aufklärungsquote der Polizei im nördlichen Emsland, die seit 2010 stabil über 60 Prozent liegt, so hoch wie nie. Demnach werden fast zwei von drei Straftaten aufgeklärt. „Für uns ist der Wert ein Ansporn, sich weiter zu verbessern“, so Raaz.

Höhere Präsenz

Die Zahl der Diebstähle, die mit 1852 den Löwenanteil der Gesamtstraftaten ausmachen, ging um fast 20 Prozent (2298) zurück. Es folgen Vermögens- und Fälschungsdelikte (1073), darunter vielfach Onlinebetrug. Vor allem Einbruchsdiebstähle aus Wohnungen waren jahrelang auch im nördlichen Emsland ein großes Problem. Die aktuelle Entwicklung führt die Polizei auf mehr Präsenz von Streifen auch tagsüber, intensive Präventionsarbeit mit Sicherheitstipps zum Einbruchschutz und aufmerksame Bürger zurück. „Wir werden uns auf diesem Erfolg aber nicht ausruhen“, versprach der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, Thomas Ludwig. Ein Einbruch in die eigenen vier Wände bleibe für die Betroffenen eines der Delikte, das am sie am meisten belaste, sagte der stellvertretende Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes, Michael Pahl.

Die Zahl der Straftaten gegen das Leben ist wie 2016 mit sechs angegeben. Dabei handelt es sich der Statistik zufolge aber um keine Fälle von Mord und Totschlag, sondern um Verdachtsfälle tödlicher ärztlicher Kunstfehler sowie den illegalen Abbruch einer Schwangerschaft.

„Alkohol bleibt ein Problem“

Konstant geblieben ist auch die Zahl der Sexualstraftaten (68). Mit fast 96 Prozent bleibt hhier die Aufklärungsquote hoch, weil sich die Taten in der Regel im direkten sozialen Umfeld der Opfer abspielen und die Polizei hier besonders intensiv ermittle, wie Raaz betonte.

Aus denselben Gründen ebenfalls hoch (91 Prozent) ist die Quote bei den sogenannten Rohheitsdelikten (Körperverletzung, Raub, häusliche Gewalt, Bedrohung, Nötigung, Stalking). Bei jedem vierten Fall spielte Alkoholkonsum eine Rolle. „Alkoholmissbrauch bleibt ein Problem“, sagte Ludwig.

Zu einem wachsenden Problem entwickelt sich Raaz zufolge der Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Nach seinen Worten wurden im vergangenen Jahr 87 Polizeibeamte bei 43 Einsätzen leicht verletzt. 2016 war dies bei 26 Einsätzen der Fall gewesen, 2015 bei 13.

Kaum verändert haben sich die Zahlen, was die Herkunft der Tatverdächtigen betrifft. Mehr als 70 Prozent der mutmaßlichen Straftäter sind Deutsch. Von den Nichtdeutschen handelt es sich bei knapp sechs Prozent um Flüchtlinge. Oft sind dabei auch Opfer Flüchtlinge.

Die Zahl der Straftaten im nördlichen Emsland ist 2017 zurückgegangen, die Aufklärungsquote durch die Polizei so hoch wie nie zuvor. Foto: dpa • Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Den Anstieg bei den Fallzahlen von häuslicher Gewalt von 247 auf 275 (davon 134 in Papenburg) führt Raaz auf ein verstärktes Anzeigeverhalten von Opfern und deren sozialem Umfeld zurück.