Prozessauftakt am Amtsgericht Papenburger soll im großen Stil mit Drogen gehandelt haben

Von Carolin Nieder-Entgelmeier

Am 23. Mai wird die Verhandlung gegen den 20-Jährigen vor dem Amtsgericht Papenburg fortgesetzt. Foto: Dirk Hellmers/ArchivAm 23. Mai wird die Verhandlung gegen den 20-Jährigen vor dem Amtsgericht Papenburg fortgesetzt. Foto: Dirk Hellmers/Archiv

Papenburg. Um sich neben seinem Verdienst in einer Montagefirma noch etwas dazuzuverdienen, soll ein 20-Jähriger aus Papenburg im großen Stil mit Marihuana gehandelt haben. Dafür muss sich der junge Mann seit Mittwoch vor dem Jugendschöffengericht Papenburg verantworten.

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft wiegen schwer. Dem 20-Jährigen wird gewerbsmäßiger Handel mit Marihuana in Mengen zwischen einem Gramm und einem Kilogramm vorgeworfen. So soll er sich mit zwei weiteren Männern eine profitable Einnahmequelle erschlossen haben.

Zum Prozessauftakt unter dem Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Gerhard Többen wirkt der Angeklagte unsicher. Lange überlegt er in Rücksprache mit seinem Anwalt, ob er sich zu den Vorwürfen äußern soll. Er lehnt ab und bestätigt lediglich, dass bei der Durchsuchung seines Zimmers sechs Gramm Marihuana und ein Joint sichergestellt wurden. So muss Többen ohne Geständnis in die aufwendige Beweisaufnahme starten.

Zwei Zeugen fehlen unentschuldigt

Die Befragung der Zeugen bringt das Gericht jedoch kaum weiter. Zwei Zeugen, die in den Drogenhandel verwickelt sein könnten, fehlen unentschuldigt, zwei weitere machen von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch und ein weiterer Zeuge, der bereits wegen Drogenhandel und weiterer Delikte zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, erklärt, dass er den Angeklagten nur flüchtig kennt. Auch die Ergebnisse der Telefonüberwachung sind laut Többen zu vage, um die Vorwürfe zu belegen.

Am 23. Mai wird die Verhandlung gegen den 20-Jährigen fortgesetzt. 2017 war er bereits wegen gefährlicher Körperverletzung und Wohnungseinbruchdiebstahls zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten verurteilt worden. Den Fortsetzungstermin will Többen auch nutzen, um zu klären, ob zwei weitere Vorwürfe gegen den 20-Jährigen mitverhandelt werden können. Zum Einen liegt eine Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung vor. Zum Anderen ermittelt die Polizei in einem weiteren Fall wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und versuchte Gefangenenbefreiung.