Mehr Menschen haben Anspruch Zahl der Wohngeld-Empfänger im Emsland gestiegen

Von Daniel Gonzalez-Tepper

Bereits seit 1965 wird in Deutschland Wohngeld einkommensschwachen Bürgern gewährt, damit diese sich eine angemessene Wohnung leisten können. Symbolfoto: Bodo Marks/dpaBereits seit 1965 wird in Deutschland Wohngeld einkommensschwachen Bürgern gewährt, damit diese sich eine angemessene Wohnung leisten können. Symbolfoto: Bodo Marks/dpa

Papenburg/Meppen. Im Landkreis Emsland ist die Zahl der Empfänger von Wohngeld gestiegen. Das hat vornehmlich mit einer Änderung des Gesetzes zu tun.

Nach Angaben der Statistikämter von Land und Bund, die jetzt die Zahlen für 2016 veröffentlicht haben, bekamen insgesamt 2200 Haushalte Wohngeld ausgezahlt. Ein Jahr zuvor waren es noch 1703 Haushalte, also 497 Haushalte mehr innerhalb von zwölf Monaten. Von den 2200 Empfängerhaushalten erhielten 1803 einen sogenannten Mietzuschuss, 397 einen Lastenzuschuss, der Eigentümern einer eigenen und selbst bewohnten Immobilie gewährt wird.

Gestiegen ist in dem Zeitraum auch der durchschnittliche monatliche Anspruch auf Wohngeld im Emsland. Er betrug 2015 noch 114 Euro (105 Euro Mietzuschuss, 149 Euro Lastenzuschuss), 2016 waren es 151 Euro (137 Euro Mietzuschuss, 215 Euro Lastenzuschuss). Rechnerisch ergibt sich daraus für 2016 eine Belastung für die öffentlichen Haushalte eine Belastung aus dem Wohngeld von 332.200 Euro für Empfänger im Landkreis Emsland. Die Zahlen können aber auch Nachzahlungen aus den Vorjahren enthalten, sie fließen in die Statistik in dem Jahr mit ein, in dem sie ausgezahlt werden.

Quelle: Statistikämter des Bundes und der Länder, Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Gesetz wurde Anfang 2016 geändert

Hauptursache für die Steigerung ist nach Angaben des Landkreis Emsland eine Gesetzesänderung, die zum 1. Januar 2016 in Kraft getreten ist. Dadurch hatten mehr Menschen Anspruch auf Wohngeld und haben diese dann auch in Anspruch genommen. Außerdem wurde das Wohngeld erhöht. Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises (die Kreisbehörde ist beim Wohngeld für die kleineren Kommunen zuständig, die Städte Lingen, Meppen und Papenburg bearbeiten das Thema eigenständig) war der Anstieg im übrigen weniger hoch. „In 2015 hatten wir 1.879 Wohngeldfälle mit Leistungsempfang, im Jahr 1.883 Fälle“, so Kreissprecherin Anja Rohde. Die Wohngeldfälle beziehen sich auf einen Antragsteller und berücksichtigen keine Familienangehörigen. Ob auch der Zuzug von Flüchtlingen in dem Zeitraum eine Rolle gespielt hat, konnte die Sprecherin nicht sagen. „Hierzu werden keine Statistiken geführt“, sagte sie.

Bereits in den Jahren zuvor schwankte die Zahl der Wohngeldempfänger mehrfach. Beim Blick auf die Zahlen der vergangenen 13 Jahre zeigt sich, dass es 2005 (3536 Empfänger) und 2010 (3648 Empfänger) Höchststände gab, dazwischen die Zahlen aber auch immer wieder deutlich sanken. Unter anderem auch deshalb, weil der Datenabgleich zwischen verschiedenen Behörden verbessert worden war.


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