Anlage soll auf 250 Plätze erweitert werden Papenburger Campingplatz bleibt in Hand der Stadt

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Baustelle Campingplatz: Im hinteren Bereich der Anlage am Prangenweg sollen die neuen Flächen für Dauercamper entstehen. Foto: Gerd SchadeBaustelle Campingplatz: Im hinteren Bereich der Anlage am Prangenweg sollen die neuen Flächen für Dauercamper entstehen. Foto: Gerd Schade

Papenburg. Der Betrieb des Papenburger Campingplatzes am Poggenpoel wird nach der Übernahme durch die Stadt wohl auf Dauer in Hand der Kommune bleiben. Damit sich die Anlage in Zukunft wirtschaftlich trägt, soll sie auf insgesamt 250 Plätze erweitert werden.

Einstimmig billigte der Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur in seiner Sitzung am Dienstagabend die Pläne für Neuausrichtung und Sanierung (wir berichteten) der Anlage. Mit dem Beschluss einher geht die Bereitstellung der finanziellen Mittel im Haushalt 2019 für die Erschließung neuer Flächen.

Zuvor hatte Jürgen Brelage von der Zentralen Gebäudeverwaltung der Stadt aus den Reihen der Ausschussmitglieder viel Lob für sein Konzept für die Neuausrichtung des Platzes erhalten. Dort hatte die Stadt im vergangenen Jahr das Dauercampen aus Brandschutzgründen untersagt. Im Zuge einer folgenden Auseinandersetzung, die hohe Wellen schlug, hatte der bisherige Betreiber den städtischen Platz nach fast 20 Jahren aufgegeben.

Platz für acht Mobilheime

Wie Brelage im Ausschuss berichtete, werden derzeit unter Auflagen noch sechs Dauercamper auf ihrem bisherigen Platz geduldet. Aber auch sie sollen in den hinteren Bereich der Anlage für die Dauercamper umgesiedelt werden. Dort soll auch Platz für acht Mobilheime geschaffen werden. „Dafür brauchen wir Fläche. Die bisherigen Stellplätze sind zu klein“, sagte Brelage.

Als weitere Baustellen listete er die Instandsetzung der Wege, die infolge „jahrelanger Nicht-Pflege“ eines an sich intakten Entwässerungssystems bei Regen kaum befahrbar seien, die Entwässerung der Plätze im hinteren Platzbereich und eine Verbesserung der Beleuchtung. Außerdem sollen das gastronomische Angebot mithilfe einer neuen Pächterin ausgebaut, der Spielplatz ertüchtigt und der Zugang zum Badesee verbessert werden. Dort sollen ein kleiner Strand mit Nichtschwimmerbereich sowie ein Rundweg entstehen. Ebenfalls auf der Liste steht die Schaffung von zehn Stellplätzen für Wohnmobile sowie eines Aufenthaltsraumes für die Camper bei Schlechtwetter. „Bislang gibt es keinen zentralen Gemeinschaftsplatz“, sagte Brelage. Für den Aufenthaltsraum habe die Stadt einem Dauercamper ein neuwertiges, aber ohne Genehmigung errichtetes massives Holzhaus für kleines Geld abgebaut. Alternativ hätte es abgerissen werden müssen. Geplant ist Brelage zufolge überdies der Bau von Kleinsthütten zur Übernachtung von Radtouristen. „Auch dafür haben wir in der Stadt bislang kein Angebot“, stellte er fest. Weitere Themen seien die Einbindung von Radtouristen, der Aufbau einer Leihfahrrad- und einer Ladestation für E-Mobilität sowie eine stärkere Nutzung des Sees.

55 Dauercamper gehen neuen Weg mit

„Wir haben schon eine Menge gemacht und nicht so viele Dauercamper verloren, wie zunächst befürchtet“, sagte Brelage. 55 Dauercamper seien bereit, den neuen Weg der Stadt mitzugehen, „auch wenn der Anfang schwierig war“. Brelage habe im Umgang mit den Dauercampern, das nicht immer frei von Emotionen gewesen sei, das richtige Händchen bewiesen, lobte Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU).

Auch Ausschussvorsitzender Burkhard Remmers (CDU) würdigte das Vorgehen. „Man erkennt, dass einem verstaubten Juwel neuer Glanz verliehen werden soll“, sagte er. Peter Raske (SPD) warnte davor, den Platz wieder zu verpachten. „Man sieht deutlich, hier geht etwas nach vorne“, meinte Raske. Das Beispiel zeige, dass die Wirtschaft nicht immer besser agiere als Verwaltung. Knut Glöckner (Grüne) warf der Stadt vor, lange „gepennt“ und tatenlos zugesehen zu haben, wie der bisherige Pächter den Campern Zugeständnisse für rechtswidrige Anbauten gemacht habe. Marion Terhalle (FDP) nannte das Handeln der Stadt auf der Anlage „überfällig“.


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