Ausschuss billigt Konzept und Kalkulation Papenburger Blumenschau 2019 für höchstens 700.000 Euro

Von Gerd Schade


Papenburg. Vier Monate Hauptkanal, 19 Tage Stadtpark und maximal 700.000 Euro: Das sind die Kennzahlen für die Papenburger Blumenschau 2019. Konzept und Kalkulation hat der Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur am Dienstagabend ohne Gegenstimme gebilligt.

Der Eintritt zur Blumenschau wird frei sein. Zudem soll es nach den Erfahrungen der am Ende deutlich teurer als geplant gewesenen Landesgartenschau 2014 ein strenges Finanzcontrolling geben. Demnach dürfen die Organisatoren Einzelausgaben von mehr als 25.000 Euro nur mit politischer Legitimation tätigen (wir berichteten).

Ökologische Bildung

Wie das Projektteam aus der Stadtverwaltung unter Federführung vom Leiter des Bürgermeisterbüros, Heiko Abbas, in der Sitzung deutlich machte, soll es zwei räumliche Schwerpunkte für die Schau geben: den Hauptkanal zwischen Arkadenhaus und Alter Drostei sowie den Stadtpark. Als verbindendes Element ist der Platz vor Meyers Mühle vorgesehen.

Während sich die Schau entlang des Hauptkanals vier Monate (Anfang Juni bis Ende September) lang abspielen soll, sind im Stadtpark 19 Schautage (von Mittwoch, 17. Juli bis Sonntag, 5. August 2019) unter anderem mit Themengärten, Kulturprogramm und ökologischen Bildungsangeboten geplant. Schon ein geringfügig längerer Zeitraum würde den finanziellen Rahmen rasch sprengen, betonte Abbas. Er und seine Mitstreiter aus dem Projektteam, darunter Eric Bruns aus der Kämmerei und Marco Köttker vom Fachbereich Kultur, ernteten von allen Fraktionen großes Lob für ihre innerhalb von zehn Wochen entwickelte Planungsgrundlage.

Sechs Kapitänsinseln

Abbas zufolge sollen am Hauptkanal unter dem Motto „Zeit für Entdecker“ sechs sogenannte Kapitänsinseln entstehen. Das Ziel: Besucher und Einheimische erfahren „die besten Geschichten“ von Papenburger Kapitänen, beispielsweise die von Margaretha Meinders und ihrer unheilvollen Fahrt mit der „Johanna“ Ende des 19. Jahrhunderts auf der Südhalbkugel. Mit letzter Kraft erreichte der Lastensegler Australien – nachdem ein Großteil der Besatzung vom Gelbfieber dahingerafft wurde und das Schiff mehrfach tagelang in schwerer See gewesen war. Mit den Kapitänsinseln sollen laut Abbas der maritime Charakter und die Geschichte Papenburgs erlebbar werden.

15 Themengärten im Stadtpark

Im Stadtpark sind derweil insgesamt 15 Themengärten vorgesehen. Sieben sollen unter dem Motto „Kontinente“ jeweils einen Erdteil symbolisieren, acht von Gartenbaubetrieben gestaltet und auch gesponsert werden. Überdies ist eine Aktionsfläche (Arbeitstitel „Abenteuerland“) für nachhaltige ökologische Bildung vorgesehen. Zudem sollen auch umliegende Kommunen aktiv eingebunden werden.

Im Hinblick auf das kulturelle Programm sollen die von 1989 bis 2008 etablierten Blumenschau-Formate mit den Veranstaltungselementen, die sich aus der Landesgartenschau heraus entwickelt haben, miteinander verschmelzen. Köttker sprach von Musik, Lesungen und Kleinkunst. Im Stadtpark soll es täglich Programm geben – inklusive Einbindungen bestehender Veranstaltungen wie das Streetfood-Festival oder der Konzertsommer.

Park wird für Aufbau gesperrt

Die Gesamtkosten sind bislang mit knapp 670.000 Euro veranschlagt. „Wir sind von Konzept und Summe überzeugt“, sagte Abbas. Für den Aufbau der Schau müsse der Stadtpark voraussichtlich für drei Wochen gesperrt werden.

Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) zeigte sich davon überzeugt, dass die Schau Einzelhandel und Gastronomie in der Stadt beflügeln werde. Die Landesgartenschau sei trotz der deutlichen Mehrkosten ein Erfolg gewesen. Sie habe nicht nur den Stadtpark, sondern auch das Ausgehverhalten der Menschen und den Veranstaltungskalender in Papenburg nachhaltig zum Positiven verändert. Erklärte Zielgruppe für die Schau seien nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische – jeweils mit dem Fokus auf junge Familien mit Kindern.

CDU: Marke pflegen

Peter Raske (SPD) sprach von einem ambitionierten Vorhaben, das seine Fraktion mittragen werde, auch wenn es am Ende etwas mehr koste. Burkhard Remmers (CDU) erinnerte daran, dass die Union sich bereits 2015 für eine Blumenschau im Folgejahr ausgesprochen hatte. Die Blumenschau sei ein Markenzeichen für Papenburg als Blumen- und Kräuterstadt. Diese Marke gelte es zu stärken. „Das ist für uns gelebte Wirtschaftsförderung und zugleich ein attraktives Angebot für unsere Bürger in der Wohlfühlstadt Papenburg“, sagte Remmers. Er sprach sich zudem für eine Wiederaufnahme des Vier-Jahres-Rhythmus für die Schau aussprach.

Andreas Eissing (CDU) lobte das Konzept als Beispiel für hervorragendes Verwaltungshandeln. Und doch enthielt er sich ebenso wie seine Fraktionskollegin Annette Pöttker der Stimme. Aus ihrer Sicht gibt es in der Stadt in finanzieller Hinsicht wichtigere Dinge wie den geplanten Bau eines Kombibades.

Volle Zustimmung signalisierten den Planern indes außer der SPD auch Grüne (Knut Glöckner: „Macht was draus!“) und FDP (Marion Terhalle: „Die Schau ist bei Ihnen offensichtlich in besten Händen.“)