Mit Beute Drogensucht finanziert Trio gesteht Überfälle auf Tankstellen in Papenburg

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Vor dem Landgericht Osnabrück müssen sich Überfällen in Papenburg und Westoverledingen zwei Männer und eine Frau verantworten. Symbolfoto: Michael GründelVor dem Landgericht Osnabrück müssen sich Überfällen in Papenburg und Westoverledingen zwei Männer und eine Frau verantworten. Symbolfoto: Michael Gründel

Papenburg/Osnabrück. Um die eigene Drogensucht zu finanzieren, sollen zwei Männer Tankstellen in Papenburg und eine Spielothek in Westoverledingen überfallen haben. Vor dem Landgericht Osnabrück hat das Verfahren gegen die beiden begonnen. Mitangeklagt ist eine jetzt 19-Jährige, die in allen drei Fällen das Fluchtfahrzeug gesteuert haben soll.

Der 23-jährige in Papenburg geborene und jetzt in Ostrhauderfehn lebende Angeklagte sowie sein 19-jähriger Mitangeklagter aus Leer und die 19-jährige Partnerin des Älteren räumten zu Prozessbeginn vor der 3. Großen Strafkammer die Taten ein. Demnach hatte das Trio am 10. Dezember 2017 gegen 22 Uhr die Tankstelle am Osterkanal in Papenburg angesteuert, wo der jüngere der beiden Männer mit Kapuzenpulli und einem Geschirrtuch vor den Mund gebunden in den Verkaufsraum getreten war. Dort war er an den Tresen marschiert, hatte die Angestellte mit einer Gaspistole bedroht und Geld aus der Kasse gefordert. Mit 430 Euro war er zum Auto der 19-Jährigen zurückgekehrt, womit die Flucht angetreten wurde.

Nur wenige Zeit später startete das Trio den nächsten Überfall. In Westoverledingen war eine Spielothek das Ziel, wo dieses Mal der 23-Jährige eine Angestellte mit einer Gaspistole bedrohte. Dort wurde eine Beute von 500 Euro gemacht. Neun Tage danach suchten sie eine andere Tankstelle in Papenburg auf, wo sich der Angestellte aber im hinteren Bereich aufhielt. Nachdem er einen Moment gewartet hatte, trat der wieder maskierte 19-Jährige den Rückzug an, war in diesem Moment jedoch von dem Mitarbeiter gesehen worden, der die Polizei alarmierte. Das Trio flüchtete, wurde aber kurze Zeit später von den Beamten gestellt.

Zu Beginn der Hauptverhandlung erklärten die beiden Männer, die Taten verübt zu haben, um damit ihre Drogenabhängigkeit finanzieren zu können. „Drogen alle, Geld alle“ – so formulierte der Jüngere die Situation jener Tage. Die jungen Männer leben von Sozialhilfe, die Frau war zu jener Zeit gerade arbeitslos geworden. In der Wohnung in Ostrhauderfehn hatten sie auf einem Schreibblock, der später in die Hände der Polizei gefallen war, mögliche Ziele für die Überfälle festgehalten. Auf der Liste stand auch eine Tankstelle in Flachsmeer, die wahrscheinlich als Nächstes an die Reihe gekommen wäre.

Das Verfahren wird fortgesetzt.


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