Bauantrag gestellt, Kredit beantragt Verein treibt Pläne für Moscheebau in Papenburg voran

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Papenburg. Der Papenburger Ditib-Verein treibt die Pläne für den Bau einer Moschee samt Vereinsheim, Lebensmittelmarkt und Gästehaus am Mittelkanal weiter voran. Der Bauantrag bei der Stadt ist gestellt. Der Bevölkerung soll das Projekt demnächst vorgestellt werden.

Die Stadt Papenburg bestätigte auf Anfrage, dass der Verein der türkisch-islamischen Union der Anstalt für Religion (auf türkisch Diyanet İşleri Türk İslam Birliği, abgekürzt DİTİB) den Bauantrag offiziell eingereicht habe. Er sieht die Errichtung einer 9,75 Meter hohen, sechseckigen Kuppel-Moschee mit einer Schenkellänge von jeweils 12 Meter und einem 13 Meter hohen Minarett vor. Das Gebetshaus soll ab Herbst 2018 auf dem jetzigen Parkplatz der Moschee, also im hinteren Bereich des etwa 3500 Quadratmeter großen Grundstücks (offizielle Adresse: Mittelkanal rechts 12), errichtet werden. „In der eigentlichen Moschee sind 347 Besucherplätze vorgesehen“, so die Stadt. Es wäre die erste Kuppelmoschee mit Minarett im Emsland.

In einem zweiten Gebäude soll ein Vereinsheim mit Versammlungsräumen und der Lebensmittelladen untergebracht werden, in einem weiteren Anbau eine Wohnung für den Imam, also dem Vorbeter, und eine Unterkunft für maximal zwölf Personen. „Das benötigen wir als Gästehaus, weil wir häufiger Besuch von auswärts bekommen und hier Versammlungen stattfinden, beispielsweise von Mitgliedern der anderen rund 80 Ditib-Vereine in Niedersachsen“, sagt Ruhi Atalay, Vorsitzender des Papenburger Ditib-Vereins, auf Anfrage. Das Wohngebäude ist nach Angaben aus dem Rathaus eingeschossig mit ausgebautem Dachgeschoss geplant.

Alten Gebäude werden später abgerissen

Wenn die Neubauten stehen, sollen die jetzigen in die Jahre gekommenen Gebäude entlang des Mittelkanals abgerissen und dort ein Parkplatz mit mindestens 44 Stellplätzen sowie einer Grünanlage entstehen. Sowohl Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU), als auch Ruhi Atalay betonen in ihren Rückmeldungen an unsere Redaktion, dass die Neubauten ein Gewinn für das Viertel und ganz Papenburg sein würden. „Ein attraktiver Moschee-Neubau am heutigen Standort ist städtebaulich wünschenswert und möglicherweise auch geeignet, zu Stoßzeiten wie etwa beim Freitagsgebet die Parkplatzsituation am Mittelkanal zu entschärfen“, sagt Bechtluft, der auch auf die Gestaltung der Fassaden hinweist. Die werden nämlich überwiegend aus Verblendmauerwerk, also ortsüblichen „Ziegelsteinen“, hergestellt werden, Teilflächen werden mit Putzfassaden versehen. „Sämtliche Pläne stammen von einem Architekten aus der Region“, betont Ruhi Atalay.

(Weiterlesen: Papenburger Ditib-Gemeinde will neue Moschee bauen)

Der Durchmesser des Minaretts beträgt laut Stadtverwaltung lediglich ein Meter und wird nicht begehbar sein. Der Ditib-Verein hatte bereits im vergangenen Jahr darauf hingewiesen, dass es sich lediglich um ein symbolisches Minarett handelt, das lediglich optisch darauf hinweisen soll, dass sich an der Stelle ein Gebetshaus für Muslime befindet und nicht für den Gebetsrufer (Muezzin) genutzt werden wird.

So sollen die sechseckige Kuppel-Moschee und das Vereinsheim samt Gästehaus am Mittelkanal aussehen. Foto: Ditib-Verein Papenburg

Keine Änderung des Bebauunsplans notwendig

Trotz des Bauvolumens von insgesamt laut Stadtverwaltung rund 6700 Kubikmetern, davon die Moschee mit etwa 2850 Kubikmeter, ist eine Änderung des Bebauungsplans nicht notwendig, heißt es aus dem Rathaus. Seitens der Genehmigungsbehörde sei daher eine Öffentlichkeitsbeteiligung im Bauantragsverfahren nicht vorgesehen. Dennoch wird es eine Informationsveranstaltung geben, bei der sich Anwohner und alle Interessierte über das Vorhaben informieren können. Der Termin wird gerade mit dem Architekten und dem Bauamt abgestimmt und soll im Laufe des Sommers, idealerweise vor den Sommerferien, stattfinden, berichtet Ditib-Vorsitzender Atalay. Mit dem Bau der Moschee soll dann im Herbst begonnen werden.

Was die Finanzierung des Vorhabens angeht, betont Atalay, dass diese fast ausschließlich durch die hiesigen gut 90 Mitgliedsfamilien getragen werden soll, die bereits den Kauf des jetzigen Gebäudes und Grundstücks 2001 für rund 600.000 Euro gestemmt hätten. „Dieser Kauf ist inzwischen vollständig abbezahlt“, so der Vorsitzende. Bürgermeister Bechtluft sagt zur Finanzierung: „Die Stadt Papenburg hat es als Bauaufsichtsbehörde grundsätzlich nicht zu interessieren, wie ein Bauvorhaben finanziert wird. Im konkreten Fall soll dies aber meines Wissens weitaus überwiegend durch Spenden und Beiträge der Gemeinde- bzw. Vereinsmitglieder geschehen.“

Bürgermeister verweist auf Glaubens- und Religionsfreiheit

Im Übrigen halte es der Bürgermeister für falsch, „die aktuelle politische Islamdebatte mit dem Neubau der Moschee in Papenburg in Verbindung zu bringen. Artikel 4 unseres Grundgesetzes gewährleistet die Glaubens- und Religionsfreiheit, die auch die ungestörte Ausübung der Religion umfasst. Das gilt selbstverständlich auch für unsere muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger.“

(Weiterlesen: Wenn der Imam in Papenburg zum Gebet ruft)


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