Mit Produkten der Gartenbauzentrale In Aschendorf entsteht ein Lebensmittel-Großmarkt

Von Gerd Schade


Papenburg. In einen weiteren Teil der Hallen der früheren ADO-Gardinenwerke in Aschendorf zieht neues Leben ein. Auf einer Fläche von rund 1500 Quadratmetern entsteht derzeit ein Lebensmittel-Großmarkt für Gewerbetreibende. Eröffnet werden soll er Mitte Mai. Betreiber Ali Demir wird dort auch Produkte der Gartenbauzentrale Papenburg anbieten.

In großen Lettern prangt bereits die Außenreklame über einer unscheinbaren Eingangstür. „Demir Food GmbH Großmarkt“ ist darauf zu lesen. Drinnen herrscht weitgehend gähnende Leere. Noch. Die Wände sind frisch gestrichen, und an der Längsseite des Verkaufsraumes ragt das Gerippe eines Hochregals auf. Räumlich abgetrennt sind eine Kühl- und eine Gefriereinheit. Bis zur geplanten Eröffnung am Dienstag, 15. Mai 2018, werde alles fertig sein, versichert Ali Demir im Gespräch mit unserer Redaktion. Zur Höhe des Investitionsvolumens für das neue Unternehmen macht er auf Nachfrage keine Angaben.

Räumlich getrennt

Demir betreibt seit 2002 in Papenburg einen Lebensmittel-Einzelhandelsmarkt mit internationalen Produkten. Parallel dazu habe er im Laufe der Jahre auch einen Markt für Großabnehmer entwickelt. Das soll nun räumlich klar getrennt und in eine feste Form gegossen werden. Dafür habe er die Demir Food GmbH als eigenständiges Unternehmen gegründet.

Nur für Gewerbetreibende

Einkaufen können in dem Großmarkt in Aschendorf ausschließlich Gewerbetreibende. „Kunden müssen einen Gewerbeschein vorlegen“, betont Demir. Mit dem Markt will der Papenburger nach eigenem Bekunden nicht zuletzt Hoteliers und Gastronomen ansprechen, die jetzt beispielsweise zum nächstgelegenen Großmarkt nach Oldenburg fahren müssten. Angeboten werden sollen in Aschendorf aber beispielsweise nicht nur Tomatenmark, Mayonnaise, Konserven, Hygieneprodukte oder Verpackungsmaterial en gros, sondern auch frisches Obst und Gemüse. Und an dieser Stelle kommt die Gartenbauzentrale (GBZ) ins Spiel. Wie GBZ-Vertriebsleiter Andreas Brinker auf Anfrage bestätigt, wird die gesamte Produktpalette der GBZ in dem Großmarkt angeboten. „Die Idee ist gut“, sagte Brinker über Demirs Großmarkt. Die GBZ ist eine Vertriebs- und Absatzgenossenschaft mit nach eigenen Angaben aktuell 44 selbstständigen Gartenbaubetrieben. Sie bilden zusammen nicht nur den bundesweit größten Produzenten von Kräutern wie Basilikum, Petersilie oder Schnittlauch, sondern vermarkten über die GBZ beispielsweise auch Gurken, Tomaten, Paprika und Kürbis.

(Weiterlesen: In Papenburg reifen die ersten Paprika)

Pro Jahr verlassen allein rund 85 Millionen Kräutertöpfe das Logistikzentrum an der Schulze-Delitzsch-Straße. Mit derzeit 35 Millionen verkauften Gurken ist die GBZ nach eigener Darstellung in einem weiteren Bereich Marktführer. Beliefert wird der Lebensmitteleinzelhandel in ganz Deutschland. Die GBZ exportiert ihre Waren, die sie neuerdings verstärkt unter der Marke „Papenburger“ verkauft, überdies in 13 Länder, darunter Dänemark, Frankreich und Polen. Über den Großmarkt lassen sich die GBZ-Produkte Brinker zufolge regional stärker und nachhaltig vermarkten.

Regionale Qualität

Darum geht es auch Ali Demir, wie er betont. „Das ist regionale Qualität.“ Darüber hinaus vertreibt er aber auch Produkte von Feinkost-Unternehmen wie Homann, Wernsing und Adria. Die Räume für seinen Großhandel hat Demir von der Wulf Immobilien GmbH & Co. KG angemietet – und zwar langfristig, wie er sagt. Die Gesellschaft verwaltet das Gelände an der Hüntestraße. Der gesamte frühere Firmenkomplex von ADO, der einst bundesweit bekannt war für seine Gardinen „mit der Goldkante“, umfasst rund 55.000 Quadratmeter. Teile davon sind vermietet (wir berichteten). Die Zufahrt zum Großmarkt erfolgt über die Straße „Zu den Emsauen“.