Papiermaschine wird umgebaut UPM investiert 116 Millionen Euro in Standort Dörpen

Meine Nachrichten

Um das Thema Papenburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Für 116 Millionen Euro wird die Papiermaschine 2 bei Nordland in Dörpen umgebaut. Foto: UPM Nordland PapierFür 116 Millionen Euro wird die Papiermaschine 2 bei Nordland in Dörpen umgebaut. Foto: UPM Nordland Papier

Dörpen. Gute Nachricht für den Papierproduktionsstandort Dörpen: Der finnische UPM-Konzern, zu dem die Papierfabrik Nordland gehört, investiert 116 Millionen in das Unternehmen. Mit dem Geld wird die Papiermaschine 2 umgebaut. Ab Ende 2019 soll sie nicht mehr Fein-, sondern Glassin-Papier produzieren.

Wie Klaus Reimann, General-Manager bei UPM Nordland Papier, am Donnerstag im Gespräch mit unserer Redaktion auf Nachfrage erklärte, handelt es sich bei Glassin um ein Spezialpapier unter anderem für Etiketten. Glassin wird auch als ein sehr dünnes, lichtdurchlässiges, aber luft- und wasserundurchlässiges Transparentpapier beschrieben.

110.000 Tonnen pro Jahr geplant

Nach Angaben von UPM wird die Papiermaschine 2 aber nicht nur umgebaut, sondern auch mit neuem Ausrüstungsequipment ausgestattet. Die Produktion von Glassinpapieren werde voraussichtlich im vierten Quartal 2019 starten. Reimann zufolge liegt die geplante Produktionskapazität liegt bei 110.000 Tonnen pro Jahr.

Die Herstellung von Feinpapieren auf der Papiermaschine 2 wird laut UPM bis zum dritten Quartal 2019 fortgesetzt. „Danach werden während der Markteinführung von Glassinpapieren weiterhin auch Feinpapiere auf der Maschine produziert“, heißt es in einer Mitteilung des börsennotierten Konzerns.

Spezialpapierbedarf steigt

Mit der Investition soll den Angaben zufolge das Wachstum von UPM im Markt für Trennpapiere (Release Liner) gestärkt werden. Demnach wird in der Branche erwartet, dass der Markt für Trennpapiere in allen relevanten Marktsegmenten weiter wächst. „Dieses Wachstum wird getrieben durch die insgesamt gute Wirtschaftslage und durch einen steigenden Bedarf an Spezialpapieren für Etiketten, Verpackungen und E-Commerce-Anwendungen sowie für den Einsatz im Medizin und Hygienebereich“, so UPM. Der Konzern hatte bereits Anfang Februar Spekulationen über einen Umbau der Papiermaschine 2 geschürt. Eine Studie sollte die Machbarkeit von der Fein- zur Trennpapierproduktion prüfen.

Mit der Investition unterstreicht der Konzern nach eigenen Angaben sein klares Bekenntnis zum Standort Dörpen und stärke diesen langfristig. Die Erweiterung des in Dörpen gefertigten Produktspektrums reduziere die Abhängigkeit vom schrumpfenden Markt für grafische Papiere. Die genauen Umsetzungsdetails, vor allem was die technische Realisierung anbelangt, würden in einem nächsten Schritt genau spezifiziert.

Stellenabbauplan geht weiter

Das Unternehmen betont zugleich, dass die im Oktober 2017 angekündigten „und seitdem umgesetzten Umstrukturierungsmaßnahmen“ für den Standort Dörpen wie geplant fortgeführt würden. Wie berichtet, werden bei UPM in Dörpen bis 2020 insgesamt 237 Stellen abgebaut – 198 bei der Nordland Papier GmbH, 25 bei der Norservice GmbH (Ausrüstung) sowie 14 bei der Speditionsgesellschaft UPM Nortrans. In allen Fällen hatte die Werksleitung zugesichert, den Abbau in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat so sozialverträglich wie möglich gestalten zu wollen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen nach Möglichkeit vermieden werden. Auf Basis dieser Strategie war allen älteren Mitarbeitern (bis Geburtsjahrgang 1960) ein Angebot zum vorzeitigen Ausscheiden aus dem Erwerbsleben angeboten worden. „Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit in Produktion und Logistik sind wesentliche Voraussetzung um auch weiterhin erfolgreich sowohl im Feinpapier- als auch im Spezialpapiermarkt zu agieren“, erklärt UPM. Der Konzern hatte im Gegenzug zum Stellenabbau zur Senkung der Fixkosten Investitionen in Automatisierungsprozesse auch am Standort Dörpen zugesichert.

„Ein starkes Signal“

Reimann reagiert derweil hocherfreut auf die anstehenden Investitionen. „Die heutige Ankündigung ist eine gute Nachricht für den Standort Dörpen und seine Mitarbeiter“, erklärt er. Sie sei ein starkes Signal für die langfristige Zukunft des Werkes. Reimann: „Die geplante Investition ist erheblich. Ich bin überzeugt, dass unseren kompetenten und erfahrenen Mitarbeiter alle damit verbundenen Arbeiten zuverlässig und nach höchsten Standards ausführen werden. Der neue Produktbereich eröffnet zusätzliche Märkte für Nordland Papier. Auch hier werden wir neue Herausforderungen erfahren, denen unsere Belegschaft schnell und erfolgreich begegnen wird.“

UPM Nordland Papier produziert bislang ausschließlich ungestrichene und gestrichene Schreib- und Druckpapiere. Die Dörpener Feinpapierfabrik ist die größte ihrer Art in Europa und stellt nach eigenen Angaben auf insgesamt vier Papier- und zwei Streichmaschinen bis zu 1,325 Millionen Tonnen Feinpapier jährlich her. Das Unternehmen, das im vergangenen Jahr sein 50-jähriges Bestehen feierte, beschäftigt rund 1200 Mitarbeiter in der Papierfabrik.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN