Erpressung und Körperverletzung 17-Jähriger aus nördlichem Emsland muss ein Jahr in Haft

Von Insa Pölking

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Sechs junge Leute mussten sich wegen räuberischer Erpressung und schwerer Körperverletzung vor dem Amtsgericht Papenburg verantworten. Symbolfoto: dpaSechs junge Leute mussten sich wegen räuberischer Erpressung und schwerer Körperverletzung vor dem Amtsgericht Papenburg verantworten. Symbolfoto: dpa

isp Papenburg. Das Amtsgericht Papenburg hat einen 17-Jährigen aus dem nördlichen Emsland wegen räuberischer Erpressung und schwerer Körperverletzung zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt. Fünf Mittäter erhielten Bewährungsstrafen.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten im Januar 2017 in Meppen auf dem Gelände der Deutschen Post in einer Gruppe von acht Leuten auf zwei Opfer eingetreten und eingeschlagen haben. Hierbei erlitt eines der Opfer einen Kieferbruch. Auch Pfefferspray sei eingesetzt worden, hieß es. Einem der Geschädigten, der am Boden lag, wurde Geld geraubt.

„Unehrliches“ Drogengeschäft

Die Beschuldigten hatten sich überwiegend geständig gezeigt. Ursache der Tat sei der Anklage zufolge ein „unehrliches“ Drogengeschäft mit einem der Opfer gewesen. Einer der angeklagten Jugendlichen hatte vermeintlich Drogen im Wert von 300 Euro gekauft. Der Deal aber missglückte. Um das Geld wiederzubeschaffen, habe sich die Gruppe aus acht Jugendlichen, zur Tatzeit zwischen 15 und 21 Jahre alt, etwa zwei bis drei Monate später zunächst in Aschendorf am Bahnhof getroffen und sei von dort aus mit Auto und Zug nach Meppen gefahren, um den Geschädigten zur Rede zu stellen.

Verteidiger: Forderung überzogen

Die Staatsanwaltschaft forderte für die sechs Angeklagten eine Jugendstrafe zwischen einem Jahr mit Bewährung bis zu einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung. Die Verteidiger empfanden die Forderung als überzogen und beschrieben den Vorfall unter anderem als „Streit unter rivalisierenden Jugendlichen“. Sie beantragten unter anderem einen Dauerarrest, Sozialstunden, Antiaggressionskurse und eine Bewährungsstrafe.

Richterin: Ohne Rücksicht zugeschlagen

Die Richterin sah es aufgrund der einzelnen Aussagen als erwiesen an, dass die Angeklagten die Tat begangen haben. Aussagen der Verteidiger, dass es sich bei der Tat um einen „spontanen Vorfall“ handelte, wies sie zurück, für die Richterin sei es „deutlich ein geplantes Vorhaben“ gewesen. „Der missglückte Drogendeal hatte bereits zwei bis drei Monate vor der Auseinandersetzung stattgefunden. Dies war also keine Affekthandlung“, sagte die Richterin in ihrer Begründung. Ziel sei es gewesen, das Geld wiederzubeschaffen. Dafür hätten sich die Angeklagten zusammengetan. Obendrein sei auf das zweite Opfer, das in dem Streit um Drogen nicht involviert gewesen sei, ebenfalls ohne Rücksicht eingeschlagen und eingetreten worden.

Die fünf Mitangeklagten erhielten jeweils eine zweijährige Bewährungsstrafe. Zudem erhielten drei der Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Geldauflage von 800 beziehungsweise 400 Euro. Zwei der Angeklagten müssen zudem jeweils 100 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten.


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