Pläne an der Alten Werft Gepa unterstützt Papenburger „Fairtrade-Town“-Pläne

Karl Heinz Schmitt von der Gepa war zu einem Fachgespräch über fairen Handel in Papenburg. Foto: Heiner ButkeKarl Heinz Schmitt von der Gepa war zu einem Fachgespräch über fairen Handel in Papenburg. Foto: Heiner Butke

Papenburg. Im Zuge der Bemühungen in der Stadt Papenburg um den Titel „Fairtrade-Town“ hat sich Ehrenbürgermeister Heinrich Hövelmann eingeschaltet. Er weist darauf hin, dass es einen Unterschied zwischen fairem Handel und „Fairtrade-Town“ gibt.

Wie Hövelmann mitteilt, würden der politische Antrag der Grünen zum Titel „Fairtrade-Town“, der am Donnerstag im Jugend-, Sozial- und Sportausschuss der Stadt behandelt wird, und der faire Handel nicht sauber getrennt. Deshalb hatte Hövelmann nun Karl Heinz Schmitt von der Gepa zu einem Fachgespräch eingeladen. Gepa ist ein Importeur fair gehandelter Lebensmittel und Handwerksprodukte aus den südlichen Ländern der Welt. Das Label „Fair Trade Town“ werde hingegen von dem Verein „Fairtrade“ aus Köln vergeben. Es handele sich also um zwei verschiedene Organisationen und Aktivitäten.

In die laufende Diskussion zur Anerkennung zum „Fairtrade-Town“ wolle sich Hövelmann, der fair gehandelte Schokolade in einem an der Alten Werft geplanten Shop „Genuss aus aller Welt“ verkaufen möchte, nicht einmischen.

Im Gespräch zeigten sich Hövelmann und Schmitt einig darüber, dass der Begriff des fairen Handels nicht ausschließlich auf den Handel zwischen den Entwicklungsländern mit den Industrieländern begrenzt werden dürfe. Beide sprachen sich für die Planungen am Gebäude der Kupferschmiede aus, das „große Chancen“ biete.

Zudem regte Hövelmann ein Diskussionsforum an. Hier könnten aus den Erfahrungen der Vergangenheit Herausforderungen der Zukunft diskutiert und umgesetzt werden. Dazu gehöre mit Sicherheit der faire Handel, denn das sei keine Frage der Mildtätigkeit, sondern eine Frage der Gerechtigkeit und der Vernunft, so Hövelmann.

In seinem Eingangsstatement wies Hövelmann darauf hin, dass die Fehnkolonie sich erst zur Stadt entwickelt habe, als die Papenburger durch das Embargo der ostfriesischen Fürsten gezwungen waren, ihre Absatzmärkte für Torf auszudehnen und den Schiffbau kennenlernten. Als sie dann begannen, eigene Schiffe zu bauen, sei der Grundstein für den Industriestandort gelegt worden.

Im Anschluss stellte der stellvertretende Bürgermeister Heiner Butke die Ziele der „Fairtrade“-Planungen vor und wies auf die großen Chancen für den Tourismus, aber auch die mögliche Verbesserung der Lebensqualität in der Region vor. Er betonte, dass Rat, Wirtschaft, Verwaltung und Ehrenamt ihren Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung des Masterplanes leisten müssten, aber auch wollten.

Im Ausschuss am Donnerstag, der um 17 Uhr im Rathaus beginnt, soll über den Vorschlag, dass der der faire Handel in Papenburg unterstützt werden soll, beraten werden. Künftig sollen bei allen öffentlichen Sitzungen sowie im Büro des Bürgermeisters fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt sowie fair gehandelter Zucker und Kekse angeboten werden.