Eher wenig politisches Kabarett Jürgen Becker in Papenburg über das Volk und das Begehren

Meine Nachrichten

Um das Thema Papenburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Jürgen Becker im Theater auf der Werft. Foto: Susanne Risius-HartwigJürgen Becker im Theater auf der Werft. Foto: Susanne Risius-Hartwig

Papenburg. Wer vom Moderator der „Mitternachtsspitzen“, Jürgen Becker, am Freitagabend, 13. April, in Papenburg ein politisches Kabarett erwartet hatte – womöglich bestärkt durch den Titel „Volksbegehren“ – der wurde nur teilweise enttäuscht.

Denn Angela Merkel, Helmut Kohl, Joschka Fischer, Ilse Aigner und viele andere national und international agierende Politiker wurden in Beckers Programm im kleinen Theater auf der Werft durchaus erwähnt. Die CSU, Pegida und besonders die AfD bekamen ihr Fett weg.

Aber eigentlich ging es in Beckers aktuellem Programm, das er von Köln nach Papenburg mitgebracht hatte, um etwas ganz anderes. Weniger das „Volk“, sondern mehr das „Begehren“ stand im Mittelpunkt seiner oft überraschenden, gewitzten Betrachtungen. Für seine „Kulturgeschichte der Fortpflanzung“ bemühte Becker die griechische Mythologie, die Psychologie und Biologie genauso wie die Kunst und die Religion, um seine gewagten Thesen zu untermauern. „Xanthippe ist griechisch und heißt ‚Ich habe Kopfschmerzen‘“, behauptete Becker launig. Das Verhältnis von Mann und Frau charakterisierte er mit einem kurzen Dialog: „Schatz, schau mal, macht es mich dick, das neue Kleid?“, fragt sie. „Nee, da kann ich Dich beruhigen. Das liegt nicht am Kleid“ antwortet er.

Ein dicker Bauch vom „heruntergeschluckten Stolz“

An sich selbst herabblickend meinte der Rheinländer, sein dicker Bauch stamme nicht etwa vom Kölsch: „Heruntergeschluckter Stolz“ sei das. In Sprachmelodie und Stimmlage etwas an den dozierenden Jean Pütz erinnernd, beleuchtete der Kabarettist dann das nicht vorhandene Liebesleben der Blattlaus. Das Weibchen sei in der Lage, sich ohne Mithilfe des „Lausbuben“ spontan zu vermehren. Bei guter Futterlage reproduziere es sich einfach selbst und damit auch alle seine Eigenschaften.

Der Austausch von Körperflüssigkeiten zur Zeugung von Nachwuchs habe sich bei mehr als 90 Prozent der Lebewesen durchgesetzt. Denn hier bestehe die Chance auf Durchmischung des Erbgutes, Mutation und Verbesserung der Erbanlagen. Jeder kenne doch eine dieser Familien mit lauter blassen hässlichen Kindern, meinte Becker. Nur eines sei hübsch und schlau. „Das war dann der Bofrost-Mann.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN