Lob für Veranstaltung Papenburger Projekt „Philosophieren mit Kindern“ beendet

Von Susanne Risius-Hartwig

Kulturreferent Ansgar Ahlers (links) und Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (hinten, Zweiter von links) zeichneten in der Stadthalle die beteiligten Kinder mit einem Zertifikat aus. Fotos: Susanne Risius-HartwigKulturreferent Ansgar Ahlers (links) und Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (hinten, Zweiter von links) zeichneten in der Stadthalle die beteiligten Kinder mit einem Zertifikat aus. Fotos: Susanne Risius-Hartwig

Papenburg. Ein dickes Kompliment gab Hans-Joachim Müller, der Leiter des Zentrums für Kinderphilosophie in Bad Zwischenahn, den Papenburgern zum Abschluss der Projektwoche zum Thema „Philosophieren mit Kindern“.

Er habe noch keine Stadt erlebt, in der so viele und so unterschiedliche Institutionen und Schulformen teilgenommen hätten, sagte Müller vor Schülern, Eltern, Lehrern und Erziehern bei der Abschlussveranstaltung in der Stadthalle: „Papenburg ist vielleicht Weltmeister im Schiffbau aber diese Woche auch Deutscher Meister im Philosophieren mit Kindern.“ Klar, dass dieser Titel verteidigt werden müsse, spielte der pensionierte Grundschullehrer auf eine mögliche Wiederholung an.

Marlies Uchtmann, Schulleiterin und Sprecherin der Bildungslandschaft Obenende, konkretisierte Müllers Aussage mit Zahlen: 250 kleine und große Menschen in zehn verschiedenen Schulen und Kindergärten, darunter die Pater-Petto- und die Pestalozzischule, die Splitting- und die Michaelschule, die Michael-Oberschule und die Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie die drei Kindergärten am Obenende hatten teilgenommen. Unterstützt worden war das Projekt unter anderem von der Stadt Papenburg und der Bildungsregion Emsland.

Als ein tolles Projekt bezeichnete Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft die Woche und forderte: „Denken und eigene Schlüsse ziehen – das kann jeder.“ Mancher, zum Beispiel der amerikanische Präsident, tue dies leider zu selten. Twitter und Nachdenken – das vertrage sich wohl nicht. Das trägerübergreifende Lernen über Grenzen hinweg sei in Papenburg geglückt, und das Fach Philosophie sollte eigentlich ein reguläres Schulfach werden, regte das Stadtoberhaupt an.

Kindergedanken frei von Zwängen

Schirmherr des Projektes und Kulturreferent der Stadt, Ansgar Ahlers, lobte die Besonderheit der Kindergedanken. Sie seien frei von Zwängen und ermöglichten oft eine andere Sichtweise auf die Dinge. Er forderte die Kinder auf, zu klatschen und mit den Füßen zu stampfen, wenn ihnen das Projekt gefallen habe. Es hatte ihnen gefallen.

Philosophieren bedeute schlau zu werden durch eigenständiges Denken, erläuterte abschließend Hans-Joachim Müller, der unter anderem Lehrbeauftragter am Institut für Philosophie an der Carl-von-Ossietzky-Universität in Oldenburg ist. Dabei sei das Staunen über die Welt die erste Disziplin. Und staunen könnten auch schon Kindergartenkinder. In Form einer Geschichte erläuterte Müller die besondere Funktion der Frage: „Eine Antwort ist immer ein Stück des Weges, der hinter dir liegt. Nur eine Frage kann uns weiterführen“, zitierte er aus dem Kinderbuch „Hallo, ist da jemand?“ von Jostein Gaarder, der auch das Buch „Sofies Welt“ über die Geschichte der Philosophie verfasste.