Nach Vorwürfen gegen Subunternehmen Werkverträge: Meyer Werft schaltet Anwältin ein

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Papenburg. Im Zuge ihrer Ermittlungen zu den Vorwürfen einer systematischen Ausbeutung rumänischer Werkvertragsarbeiter durch ein Subunternehmen der Meyer Werft haben sich die Papenburger juristischen Beistand an ihre Seite geholt.

Den Takt für die Aufklärungsarbeit gibt ab sofort die Düsseldorfer Juristin Simone Kämpfer vor. Sie war bereits im Zusammenhang mit der arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung der Werft mit dem früheren Betriebsratsvorsitzenden Ibrahim Ergin für das Unternehmen tätig gewesen. Kämpfer, ehedem Sonder-Staatsanwältin für Wirtschaftskriminalität, gilt als versiert im Wirtschafts- und Steuerstrafrecht. Nach Angaben ihrer Kanzlei Freshfields-Bruckhaus-Deringer hat sie viel Erfahrung bei Betrugs-, Untreue-, Korruptions- sowie Kapitalmarkt- und Steuerstrafverfahren.

Wie Paul Bloem, Werftsprecher und Mitglied der Geschäftsleitung, am Donnerstag auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte, hat sich die Thematik als sehr vielschichtig und komplex entpuppt. „Die Ergebnisse können für uns und die Betroffenen sehr bedeutsam sein und deshalb ist es das Beste, über völlig unvoreingenommene Dritte verantwortungsvoll und ergebnisoffen recherchieren zu lassen“, sagte Bloem. Bei den bisherigen Untersuchungen durch eine bis zu 15-köpfige Gruppe habe sich gezeigt, dass es schwierig ist, sich ein komplettes Bild zu verschaffen. „Wir setzen auf eine professionelle Aufarbeitung durch Frau Dr. Kämpfer und ihr Team, bei der mit entsprechender Tiefe nachgebohrt wird“, so Bloem. Die Fragen und Anforderungen der Juristin würden die bisher schon involvierten Abteilungen zuarbeiten.

„Die Meyer-Werft nimmt die Vorwürfe sehr ernst und hat uns damit beauftragt, sie bei der Aufarbeitung der in Rede stehenden Sachverhalte zu unterstützen. Dies wird sicherlich einige Zeit in Anspruch nehmen“, erklärte Kämpfer auf Anfrage. Wie lange die Ermittlungen nun dauern werden, bis belastbare Ergebnisse vorliegen, erscheint damit unklar. Zuletzt hatte die Werft angekündigt, die Vorgänge bis spätestens Ende dieser Woche aufgeklärt wissen zu wollen.

Das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte am Osterwochenende über einen rumänischen Mitarbeiter Werkvertragsfirma mit Sitz in Berlin berichtet, der sich über Arbeitszeiten von bis zu 15 Stunden täglich beklagt hatte. Darüber hinaus war in dem Bericht von dubiosen Abrechnungen, einbehaltenem Urlaubs- und Krankengeld und Unterbringung in einer schimmeligen Sammelunterkunft die Rede. Die Werft hatte in einer ausführlichen Stellungnahme an unsere Redaktion eine „minutiöse“ Aufklärung der Vorwürfe zugesichert.


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