Lob für Termin an Meyer Werft Rätselraten um illegale Treffen von Autotunern in Papenburg

Von Daniel Gonzalez-Tepper

Etwa 150 Fahrzeuge hatten an Karsamstag, 31. März 2018, an dem organisierten Tunertreffen auf dem Parkplatz der Meyer Werft in Papenburg teilgenommen. Foto: Hermann-Josef TangenEtwa 150 Fahrzeuge hatten an Karsamstag, 31. März 2018, an dem organisierten Tunertreffen auf dem Parkplatz der Meyer Werft in Papenburg teilgenommen. Foto: Hermann-Josef Tangen

Papenburg. Zu gleich zwei illegalen Treffen von Autotunern ist es zu Ostern in der Stadt Papenburg gekommen. Das sorgt in der Fehnstadt für Rätselraten, weil deren Teilnehmer kaum aus dem nördlichen Emsland stammten.

Die beiden Treffen im Bereich des Dever-Parks hatten insbesondere bei Anwohnern und auch bei der Polizei für Missstimmung gesorgt. Zu den Zusammenkünften an Karfreitag waren nach Angaben der Polizei etwa 500 und in der Nacht zu Ostermontag etwa 200 Teilnehmer zum Parkplatz des Kaufland und des Media-Marktes am Deverweg gekommen. Die Beamten sprachen in einer Mitteilung später von „enormen Lärmbelästigungen, Verkehrsbehinderungen und kleineren Rennen“. Die Polizei hatte mehrere Zu- und Abfahrtsstraßen abgesperrt und zahlreiche Fahrzeuge kontrolliert. In der Mitteilung war auch die Rede davon, dass die Aktion „konspirativ vorbereitet“ gewesen sei.

Kritik von Verein Crazy Ride Emsland

Enttäuscht von den beiden illegalen Treffen der Autotuning-Szene sind vor allem die Mitglieder des Vereins Crazy Ride Emsland. Der Verein war nach dem Ärger an Karfreitag in den vergangenen Jahren eigens gegründet worden, um legale, organisierte Zusammenkünfte der Autoschrauber zu organisieren und als Sprachrohr der Szene gegenüber den Behörden und der Polizei zu dienen. Das erste Tunertreffen an Karsamstag an der Meyer Werft war, trotz idealer Rahmenbedingungen und großem Engagement bei der Programmplanung, mit etwa 150 Teilnehmern allerdings etwas hinter den Erwartungen geblieben. Der Verein hatte auf bis zu 500 Fahrzeuge mit ihren Fahrern gehofft.

Der Vorstand des Vereins kritisiert die illegalen Treffen. „Bei so etwas stellt man sich die Frage: Was soll sowas, wieso muss es so ausarten, was will man mit illegalen Ansammlungen erreichen? Genau so etwas macht die komplette Szene kaputt und macht es allen Gruppen/Vereinen umso schwerer, etwas legales und offizielles aufzubauen“, heißt es in einer Stellungnahme.

Stadt: „Schlechtes Licht auf gesamte Tuningszene“

Auch bei der Stadt Papenburg sorgen die Vorfälle für Unmut. „Die unangemeldeten Treffen mit ihren negativen Begleiterscheinungen sind nicht nur ein Ärgernis für betroffene Anwohner, sondern auch eine Gefährdung für andere Verkehrsteilnehmer“, teilte Ordnungsamtsleiter Matthias Heyen auf Anfrage mit. Das Amt und die Polizei konnten anhand der Kennzeichen feststellen, dass ein Großteil der Teilnehmer aus den Niederlanden und aus dem Oldenburger Raum stammten und negativ aufgefallen sind. „Wir bedauern, dass durch solche Aktionen wiederum die Bevölkerung in ihrer Ruhe gestört und Verkehrsteilnehmer gefährdet wurden und dass ein schlechtes Licht auf die gesamte Tuningszene fällt“, so Heyen.

Polizei und Ordnungsamt werden sich dem Fachbereichsleiter zufolge für das nächste Jahr abstimmen, ob und gegebenenfalls welche Maßnahmen umgesetzt werden können, um Verkehrsgefährdungen und Ruhestörungen im Umfeld des Dever-Parks möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen.

Lob für Treffen an der Meyer Werft

Als „durchweg positiv“ bezeichnete Heyen das organisierte Treffen am Karsamstag bei der Meyer Werft. „Mit den Organisatoren wurde dabei sehr gut zusammengearbeitet. Einer Genehmigung im nächsten Jahr steht aus ordnungsrechtlicher Sicht nichts entgegen. Das Treffen am Samstag zeigt, dass ein gutes Miteinander zwischen Tuningfreunden und Behörden möglich und auch gewollt ist.“