Scherz und Schweißperlen vor Premiere Zehn Jahre Papenburger OLB-Citylauf: Eine Bilanz

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In Erinnerungen an die Geschichte des City-Laufes schwelgten (im Uhrzeigersinn von links) Hermann-Josef Meyer, Erhard Müsing, Marco Tuve, Johannes Pott und Peter Bergfeld. Foto: Gerd SchadeIn Erinnerungen an die Geschichte des City-Laufes schwelgten (im Uhrzeigersinn von links) Hermann-Josef Meyer, Erhard Müsing, Marco Tuve, Johannes Pott und Peter Bergfeld. Foto: Gerd Schade

Papenburg. Im Jahr 2009 erstmals gestartet, hat sich der Papenburger OLB-Citylauf binnen weniger Jahre zum größten Sportereignis der Fehnstadt gemausert. Vor der zehnten Auflage am Sonntag, 22. April 2018, zogen jetzt Organisatoren und Hauptsponsoren Bilanz – inklusive Erinnerungen zum Schmunzeln, aber auch an Schweißausbrüche, die mit dem Laufen an sich nichts zu tun haben.

Treffpunkt Kedi-Hotel Papenburg. Zum Frühstück laufen außer den Hauptorganisatoren des Laufes, Peter Bergfeld und Hermann-Josef Meyer von der Leichtathletik-Gemeinschaft (LG) Papenburg-Aschendorf, auch der frühere Untenender OLB-Geschäftsstellenleiter Erhard Müsing, der jetzige Filialchef Marco Tuve und sein Kollege Johannes Pott auf. Tuve und Bergfeld haben einen Ordner mit Material aus der Geschichte des City-Laufes dabei. Vor allem die darin sorgfältig abgelegten Zeitungsausschnitte wecken lebhafte Erinnerungen.

Zunächst skeptisch

Meyer räumt ein, dass er durchaus skeptisch gewesen sei, als ihn Bergfeld erstmals mit der Citylauf-Idee konfrontierte. „Auch 2009 gab es schon viele Laufveranstaltungen in der Region, beispielsweise in Haren, Meppen und Lingen. Ab Mai gehen außerdem die Bahnveranstaltungen los. Ich dachte, das würde zu viel“, sagt Meyer. Zudem vertrat er die Auffassung, dass die LG die Einsatzbereitschaft ihrer ehrenamtlichen Helfer angesichts einer Reihe von Leichtathletikwettbewerben im Waldstadion nicht überstrapazieren dürfe.

Und doch wagten die LG-Macher das Abenteuer. Bevor es aber richtig losgehen konnte, mussten Sponsoren her. Das Klinkenputzen führte Bergfeld zu Johannes Pott. Dessen damaliger Chef Erhard Müsing habe sich spontan bereit erklärt, die OLB als Hauptsponsor auftreten zu lassen. „Wir hatten ja schon Erfahrung als Sponsor des Laufes in Norden“, sagt Müsing. In diesem Jahr unterstützt die Bank den Lauf in Papenburg, der inzwischen zu den größten seiner Art im Emsland zählt, mit 6000 Euro.

Rund 70 Helfer

Damit auch diesmal wieder alles möglichst reibungslos klappt, werden rund 70 freiwillige Helfer der LG sowie des Deutschen Roten Kreuzes und des Technischen Hilfswerkes mit anpacken. Wie Bergfeld betont, identifizieren sich längst viele Menschen mit dem Laufspektakel, das seinen bisherigen Melderekord im Jahr 2016 mit 1706 Startern erreichte.

Darüber hinaus sind bei den Beteiligten neben vielen tollen Eindrücken vor allem zwei Ereignisse aus dem Premierenjahr in lebhafter Erinnerung, bei der ebenfalls bereits mehr als 1000 Läufer ins Rennen gegangen waren. Im Vorfeld ging es seinerzeit aber auch anderweitig Schlag auf Schlag. Zunächst platzierten die Organisatoren mithilfe unserer Redaktion einen spektakulären Aprilscherz in dieser Zeitung. Ein Foto zeigte Bergfeld zusammen mit dem Olympiasieger Haile Gebrselassie. Der Papenburger hatte den x-fachen Langstreckenweltmeister aus Äthiopien bei einer Veranstaltung im niederländischen Hengelo getroffen und für ein gemeinsames Foto „einfach angequatscht“.

Sympathischer Schwindel

Mithilfe des Bildes flunkerten Bergfeld und Meyer eine Geschichte zusammen, die glauben machen sollte, dass Gebrselassie beim City-Lauf in Papenburg an den Start geht, um sich für die anstehende Leichtathletik-WM vorzubereiten. Am nächsten Erscheinungstag löste unsere Redaktion den sympathischen Schwindel selbstverständlich auf.

Fast zur selben Zeit verging Bergfeld auf einen Schlag das Lachen. In der Nacht vom 3. auf den 4. April waren plötzlich die Daten aller bisherigen Starter verschwunden – es waren exakt 888 Starter. Die Technik hatte den Organisatoren einen Streich gespielt. „Und wir haben es versäumt, eine Datensicherung zu machen“, sagt Bergfeld. Die Erinnerung an die Datenpanne treibt dem 52-Jährigen nach eigenem Bekunden noch heute Schweißperlen auf die Stirn. Die Betroffenen wurden seinerzeit gebeten, sich erneut zu registrieren. Und doch gelang am Ende die Premiere, nach der es „Traumstart mit Schönheitsfehlern“ geheißen hatte.

Heute genießt der OLB-Citylauf Volksfestcharakter und versprüht bei bisher fast immer gutem Wetter seinen besonderen Charme zwischen Stadtpark, Mühlenplatz und Hauptkanal. Wie Meyer sagt, nutzt die LG den Lauf auch für die Talentsichtung. Nach seinen Worten werden die besten Läufer angeschrieben und zu einem Probetraining eingeladen.


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