Auch Betriebsrat für „Task Force“ Werkvertragsarbeit: Meyer Werft will Ergebnisse in dieser Woche

Von Kai-Uwe Hanken und Gerd Schade

Klar Stellung beziehen der neue Betriebsratsvorsitzende der Meyer Werft, Nico Bloem (vorne links), und sein Stellvertreter Uwe Sap (vorne rechts). Foto: Meyer WerftKlar Stellung beziehen der neue Betriebsratsvorsitzende der Meyer Werft, Nico Bloem (vorne links), und sein Stellvertreter Uwe Sap (vorne rechts). Foto: Meyer Werft

kah/gs Papenburg. Nach den schweren Vorwürfen einer systematischen Ausbeutung rumänischer Werkvertragsarbeiter durch ein Subunternehmen auf der Meyer Werft wollen die Papenburger Schiffbauer die Vorgänge spätestens bis Ende dieser Woche aufgeklärt wissen. Derweil untermauert der neue Betriebsrat der Werft die Forderung nach einer Reaktivierung der „Task Force“.

Nach Angaben der Geschäftsleitung der Werft sind bis zu 15 Ermittler unter Federführung des früheren Papenburger CDU-Spitzenpolitikers Walter Remmers seit Tagen damit beschäftigt, wie angekündigt in Zusammenarbeit mit den Behörden, darunter dem Zoll, Informationen zusammenzutragen. Das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte am Osterwochenende über einen rumänischen Mitarbeiter der Werkvertragsfirma berichtet, der sich über Arbeitszeiten von bis zu 15 Stunden täglich beklagt hatte. Darüber hinaus war in dem Bericht von dubiosen Abrechnungen, einbehaltenem Urlaubs- und Krankengeld und Unterbringung in einer schimmeligen Sammelunterkunft die Rede. Ähnlich hatte sich auch ein Mittelsmann sowie ein anderer Arbeiter der Firma in einem Hintergrundgespräch mit unserer Redaktion geäußert. Belegen konnten letztere ihre Anschuldigungen gegen das Werkvertragsunternehmen aber nicht. Die Werft hatte in einer dezidierten Stellungnahme an unsere Redaktion eine „minutiöse“ Aufklärung der Vorwürfe angekündigt. „Wir dulden keine schwarzen Schafe“, hieß es.

Unterdessen forderte nach der IG Metall Leer-Papenburg auch die neue Betriebsratsspitze der Meyer Werft ein Wiedereinsetzen der „Task Force“. Sie habe vor einigen Jahren im Umgang mit der Thematik „gute Ergebnisse“ erzielt, erklären der neue Betriebsratsvorsitzende Nico Bloem und sein Stellvertreter Uwe Sap. Das Bündnis mit Vertretern aus Geschäftsleitung, Betriebsrat und Gewerkschaft war 2013 gegründet worden, nachdem ein Brand in einer Wohnunterkunft in Papenburg mit zwei toten Werkvertragsarbeitern aus Rumänien eine öffentliche Diskussion um die Lebensbedingungen ausgelöst hatte. „Wenn die Task Force neu belebt wird, ist es eine Riesenchance, damit auch Missstände aufzuarbeiten und festzustellen, ob es sich um Einzelfälle handelt oder nicht“, erklärte Bloem.

Was die Betriebsratsarbeit betrifft, setzen Sap und er nach eigenem Bekunden auf „klare Kante“ und Kommunikation. Die Interessen zwischen Stammbelegschaft und Werkvertragsarbeitern („Wir haben 3500 eigene Beschäftigte und in etwa noch mal die gleiche Zahl an Werkvertragsarbeitern“) dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden. „Geschäftsleitung, Betriebsrat und Gewerkschaft müssen in Formen wie der Arbeitsgruppe ,Werkverträge‘ oder der ,Task Force‘ wieder regelmäßig tagen. Nur so kann gemeinsam etwas bewegt werden“, betont Sap. Bloem beklagt, dass der Betriebsrat keinen direkten Bezug zu den Werkvertragsbeschäftigten habe, weil die Subunternehmer den Kontakt mit der Arbeitnehmervertretung nicht wollten.