Für rund 400.000 Euro Umbau des Brüninghauses in Aschendorf abgeschlossen

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Aschendorf. Für rund 400.000 Euro ist das Brüninghaus am Otto-Dölle-Stadion in Aschendorf in den vergangenen Jahren renoviert, umgebaut und erweitert worden. Das Besondere: 360.000 Euro sind durch private Sach- und Barspenden finanziert worden. Zwischenzeitlich drohte das Projekt zu scheitern.

Nach Abschluss der Arbeiten wird die Internationale Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte (IJBB) des TuS Aschendorf am kommenden Samstag, 14. April 2018 , feierlich eingeweiht. Gleichzeitig feiern die TuSler das 20-jährige Bestehen ihres Sportjugendaustausches mit ihren Partnern aus der polnischen Stadt Strzelin. Dazu wird eine 30-köpfige Gruppe erwartet.

59 Betten

„Wir können unseren Gästen jetzt eine Unterkunft nach neuestem Standard inklusive modernster Schulungstechnik und Sportplatznutzung bieten“, betont der Geschäftsführer des TuS-Hausvereins und TuS-Ehrenvorsitzende Josef Möhlenkamp im Gespräch mit unserer Redaktion. Das nach seinen früheren Bewohnern, der Landwirtsfamilie Eiken-Brüning, benannte Jugendgästehaus ist nach Angaben des Vereins besonders für Menschen mit Behinderungen geeignet. Ein Großteil der Zimmer – das Haus verfügt über insgesamt 59 Betten – ist barrierefrei zu erreichen. Auch die Nasszellen sind behindertengerecht eingerichtet.

Das Gebäude, über das der Verein seit den 1980er-Jahren verfügt und das in dieser Zeit ebenfalls unter Möhlenkamps Federführung erstmals umgebaut worden war, ist dem Verein zufolge eines von noch zwei erhaltenen ostfriesischen Gulfhäusern in der Region. „Wir haben gewaltig investiert. Dafür kann sich unser Haus wirklich sehen lassen“, sagt Möhlenkamp nicht ohne Stolz.

Ausmaß nicht abzusehen

Dabei war zu Beginn der jetzt abgeschlossenen Umbauarbeiten, die sich über die vergangenen drei Jahre hinzogen, das Ausmaß nicht abzusehen. Wie Möhlenkamp und der Vorsitzende des TuS-Hausvereins, Reinhold Korte, erläutern, waren Auslöser des Handelns „horrende“ Energiekosten, eine zu kleine Küche und die Notwendigkeit einer Brandmeldeanlage. In der Folge habe ein Projekt stets ein weiteres nach sich gezogen.

„Zuerst haben wir gar nicht an einen größeren Umbau gedacht“, räumt Möhlenkamp ein. Er verhehlt nicht, dass den Machern das Vorhaben zwischenzeitlich über den Kopf zu wachsen drohte. Kopfzerbrechen bereiteten vor allem behördlich vorgeschriebene Auflagen wie Brand- und Blitzschutz, ein zweiter Fluchtweg, bessere Dämmung sowie eine Küche aus Edelstahl. „Ich war drauf und dran, zu sagen: Das können wir nicht stemmen“, sagt Möhlenkamp. Nicht nur Mut gemacht, sondern auch passende Ideen zur organisatorischen Umsetzung (Unterteilung in drei Bauabschnitte) habe Ehrenlandrat Hermann Bröring gehabt, berichtet der Aschendorfer.

Große und kleine Spender

Hinzu kam die Unterstützung durch mehrere Spender, darunter nicht nur große, die Möhlenkamp zufolge „deutlich fünfstellige Beträge“ zur Verfügung stellten, sondern auch viele Kleinspender, unter anderem ehemalige TuS-Fußballer. Am Ende kamen Sach- und Barspenden von Freunden und ehemaligen Sportlern des Vereins in Höhe von 360.000 Euro zusammen. Zudem steuerten der Landkreis Emsland und die Stadt Papenburg jeweils 10.000 Euro bei. Die emsländische Sparkassenstiftung gab 15000 Euro und die Lingener Wisniewsky-Stiftung 5000 Euro. Überdies wurde dem IJBB beispielsweise die Küche aus dem ehemaligen Übungsrestaurant der Volkshochschule Papenburg gespendet. Zu den jüngsten Errungenschaften gehört ein Whiteboard.

Geschaffen wurden darüber hinaus zwei zusätzliche Schlafzimmer oberhalb der neuen Küche sowie weitere Duschräume. Zudem wurden der Innenhof, Speise- und Aufenthaltssaal vergrößert.

Die Gästezahlen geben den Machern Recht. Sie steigen. „Für Sommer 2019 sind wir schon jetzt fast ausgebucht“, sagt Reinhold Korte. Wie Möhlenkamp hinzufügt, steuern immer häufiger Besuchergruppen von Behindertengruppen das Haus an. Darunter sind nach seinen Worten beispielsweise Gäste aus Berlin, Warendorf, Dortmund, Belgien und den Niederlanden. „Außerdem halten Universitäten aus Bochum, Osnabrück und Oldenburg inzwischen Seminare bei uns ab“, so Möhlenkamp.


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