Musik von Sonne, Meer und Amore Götz Alsmann macht in Papenburg Lust auf Italien

Von Daniel Lösker


dloe Papenburg. Auf eine musikalische Reise nach Italien haben der Musiker und Entertainer Götz Alsmann und seine Band ihr Publikum in Papenburg entführt.

Am Ende steht Götz Alsmann ganz alleine auf der Bühne in der Stadthalle Forum Alte Werft, begleitet sich selbst auf seiner Ukulele und singt für sein Publikum von Sonne, Meer, gutem Essen und natürlich Amore. Und das so überzeugend, dass mancher im Saal sofort bereit wäre, den eigentlich geplanten Skandinavien-Urlaub beim nächsten Reisebüro zu stornieren, um sich auf dem schnellsten Weg nach Bella Italia aufzumachen.

Schlagergeschichte der Nachkriegszeit

Zu diesem Zeitpunkt sind bereits zwei Stunden mit den bekanntesten Melodien der italienischen Schlagergeschichte der Nachkriegszeit vorüber. Unvergessene Evergreens wie „Nel blu dipinto di blu“, besser bekannt als „Volare“, oder der Gassenhauer „Azzuro“ von Paolo Conte, den dieser für seinen Freund Adriano Celentano komponierte, schmücken die Reise ins sagenumwobene Land der Sehnsucht. Und selbst der Nationalheilige aller Italiener, Opernkomponist Guiseppe Verdi, ist mit dem Zigeunerchor aus „Il Trovatore“ vertreten. Leicht versteckt darin, ein kurzer Ausflug zu Mozarts „Rondo alla turca“. Herrlich!

Alsmann übertrifft sich tatsächlich selbst, – wer hätte so etwas für möglich gehalten – legt die ihm von Kritikern oft vorgeworfene ironische Grundfärbung in der Stimme zumeist ab und ist in den leisen, den zarten, schmerzvollen Momenten von jener berührenden Muse geküsst, die dem am hellsten erstrahlenden Stern eine sanfte Politur verleiht, damit aus traumhaft unvergesslich wird.

Kongeniale Musikerkollegen

Das liegt nicht zuletzt auch an seinen kongenialen Musikerkollegen, die in den originellen Arrangements ihre ganze Klasse und Omnipräsenz zeigen. Als virtuoser Hexenmeister erweist sich Altfrid M. Sicking an Vibraphon, Xylophon, Marimba, Glockenspiel und Röhrenglocken. Und sei dem nicht schon genug, spielt er auch noch hörenswert Klarinette und Trompete. Ingo Senst am Bass harmoniert sensationell mit dem Perkussionisten Markus Paßlick, der immer neue Kuriositäten der Instrumentenwelt hervorzaubert, und Rudi Marhold am Schlagzeug. Dessen Spiel ist bei aller Lässigkeit von einer metronomischen Präzision, die den Hersteller eines schweizerischen Uhrwerks blass aussehen lassen würde.

Das legendäre Forum Music Village Studio in Rom, von Ennio Morricone in den 60er-Jahren mitbegründet, diente den fünf Protagonisten eine Zeit lang als musikalischer Aufenthaltsort. Spätestens dort haben diese wohl begriffen, was es heißt, auf den Spuren von Tony Renis, Marino Marini oder dem genialen Fred Buscaglione zu wandeln. So zieht Alsmann in seinen herrlich launigen Zwischenmoderationen auch selbst das Fazit. „Italien ist Musik – Musik ist Italien“, sagt der charmante Entertainer, setzt sich ans Klavier, gibt nach einem kurzen Präludium den Einsatz für seine Bandkollegen und zaubert mit ihnen gemeinsam ein traurig-schönes „La piu bella del mondo“ (Die Schönste der Erde) in den nicht sichtbaren Abendhimmel.