Kolumne So hat Tropen-Helmut das Osterfeuer in Bad Papenburg erlebt

Von Helmut Tropen*


Papenburg. Selbstverständlich war Helmut Tropen am vergangenen Wochenende auch beim Osterfeuer in Papenburg. Über welche Themen aus der kleinen und großen Politik bei der Brauchtumsveranstaltung am Hardy-Loppmann-Ring bei Bier und Bratwurst geklatscht und getratscht wurde und wie Tropen-Helmut die Eiersuche im Stadtpark erlebt hat, lesen Sie hier:

Bekanntermaßen ist so ein Brauchtumsfeuer in Bad Papenburg ein ziemlich komplizierter Vorgang. Es handelt sich nämlich nicht nur um ein verordnungsgebundenes und anzeigepflichtiges Bürgerbegehren. Es stellt auch einen Kult heidnischen Ursprungs dar, um Geister und böse Hexen zu vertreiben. Und gerade von Letzteren gibt es in der Ems-Metropole mehr als genug.

Das jedenfalls kam mir während meines Osterfeuerbesuches am Hardy-Loppmann-Ring zu Ohren. Dort wird alljährlich im Rahmen eines nachbarschaftlichen Festes ein geselliges Miteinander abgehalten. Abgehalten werden musste übrigens auch Bini Pötter von ihrem Versuch, vergessene Gelbe Säcke unter das Brenngut zu schmuggeln.

Allerlei Klatsch und Tratsch

Neben allerlei Klatsch und Tratsch wurden bei Bier und Bratwurst so manch illustre Betrachtungsweisen und Meinungen zutage gefördert. So rätselte man über den Kurort des bandscheibengeplagten Bischofs. Frau Dr. Dönnerschlag aus der Praxis Brehm/Dönnerschlag wusste, dass bei „Rücken“ zunächst eine Gewichtsreduktion unumgänglich sei, und erklärte: „Anners sünd de Knejen token Jahr ok noch in’d Mors. Fehlstatik un Gravitation maken ok vör Wüürddragers nich Hold!“

Theo Herkel, der dem lodernden Feuer auf den letzten Drücker noch kurzfristig gefällte Tannen – an einer hing sogar noch eine Lichterkette – beisteuerte, ließ indes kein gutes Haar am Bauernverband. Der Politiker spielte auf die Tatsache an, dass man seitens der Landwirtschaftslobby trotz aller Gülle- und Umweltproblematik auf kein einziges Massentier verzichten wolle. Dabei zitierte er eine alte ostfriesische Weisheit: „Mit sien Geld begnöögt sük nüms – mit sien Verstand elkeen.“ Dann spendierte er eine Runde Ems-Heilwasser und prostete den Umstehenden zu.

Wettstreit mit Eltern

Ich steuerte einen ganzen Korb voller bunt-gefärbter Eier bei, die ich nach manch robustem Ellenbogeneinsatz und im Wettstreit mit resoluten Eltern am Vormittag beim traditionellen Eiersuchen im Stadtpark ergattern konnte – insgesamt 46 Stück.

Ursprünglich waren es sogar 56, doch 10 Eier verschenkte ich an leer ausgegangene Kinder.

Endlich einmal nicht leer ausgegangen sei derweil Herbrum, wie ein Nachbar meinte, schließlich würde dort nun das Internetz breiter ausgebaut. In meiner Wahrnehmung wird allerdings die Braut nur aufgehübscht und für eine Annektierung attraktiver gemacht. Dörpen kaufe die Katze nicht im Sack, gab ich zu bedenken.

Den Vogel meiner Sprachlosigkeit schoss zu später Stunde Bini Pötter ab, die mit moderner Musik ungefähr so viel am Hut hat, wie gegenwärtig der HSV mit der Bundesliga. Den plattdeutschen Dialog mit ihr schreibe ich deshalb im Original nieder: Ick: „Geihst du ok nah de Festival un de Schippdööp mit David Guetta?“ Bini: „Deewitt Jetta?! De kunn bi mi achter ‚d Huus spölen – ick keek nich maal ut Fenster!“

*Helmut Tropen, eine Facebook-Kunstfigur des Papenburgers Achim Goldenstein, nimmt für unsere Zeitung an jedem ersten Samstag im Monat die Geschehnisse seiner Heimatstadt mit satirisch-spitzer Feder aufs Korn.