Vom SoVD und Lukas-Heim Beratung für Menschen mit Behinderung in Aschendorf

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Auf die neue Teilhabeberatung freuen sich (von links) Hermann Wessels, Gitta Connemann, Christiane Bentlage, Bernhard Sackarendt und Heinz-Bernhard Mäsker. Foto: Katharina PreutAuf die neue Teilhabeberatung freuen sich (von links) Hermann Wessels, Gitta Connemann, Christiane Bentlage, Bernhard Sackarendt und Heinz-Bernhard Mäsker. Foto: Katharina Preut

Aschendorf. In Aschendorf bietet der Sozialverband (SoVD) gemeinsam mit dem St.-Lukas-Heim zukünftig eine unabhängige Teilhabeberatung für Menschen mit Behinderung an. Der Bund übernimmt dabei 95 Prozent der Kosten für die Beratung und zahlt rund 113.000 Euro.

Die Beratungen für Menschen mit Behinderung finden bisher größtenteils in sozialen Einrichtungen statt, die auch ein marktwirtschaftliches Interesse vertreten und nicht unabhängig agieren. Aus diesem Grund hat der Bund mit dem Bundesteilhabegesetz beschlossen, für Menschen mit einer Behinderung eine Beratungsstelle einzurichten, die ohne eigene Interessen einzig das Wohl der Menschen im Blick hat. Für das Emsland übernimmt diese Aufgabe der SoVD, allerdings gemeinsam mit der jeweiligen sozialen Einrichtung. In Papenburg stellt das St.-Lukas-Heim dem SoVD einen Berater zur Seite. Dies sei ein „speziell emsländischer Weg“, erklärt Bernhard Sackarendt, SoVD-Kreisvorsitzender. Weitere Beratungsstellen wird es in Meppen und Lingen geben.

SoVD garantiert Unabhängigkeit

Die sozialen Einrichtungen würden die Erfahrung mitbringen, die sie im Gespräch mit körperlich und geistig eingeschränkten Menschen bräuchten, so Sackarendt. „Wir wollen nicht auf die Fachkompetenz der Einrichtungen verzichten.“ Die Fachkräfte der Einrichtungen „können Menschen mit Behinderung am besten begleiten. Das ist Teil unserer täglichen Arbeit“, ergänzt Heinz-Bernhard Mäsker, Geschäftsführer des St.-Lukas-Heims. Der SoVD garantiere dabei die Unabhängigkeit der Beratung, die vom Bund gefordert werde. Auch aus diesem Grund sollen die Gespräche in den Räumen des Verbandes stattfinden. Die Räume des Papenburger SoVD seien jedoch zu klein für zusätzliche Beratungen. Aber es sei möglich, kurzfristig Räume in direkter Nachbarschaft anzumieten.

Selbstbestimmt leben

Die Teilhabeberatung soll den Menschen helfen, selbstbestimmt zu leben. Konkret gibt sie Auskunft zu Themen wie Rehamaßnahmen, benötigte Hilfsmittel oder die Erstellung eines Teilhabeplans. „Menschen mit Behinderungen wollen am Leben teilhaben. Dafür gibt es viele Förderungen. Die Beratungsstelle soll dabei helfen, den Durchblick zu behalten“, sagt die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann bei ihrem Besuch in der Geschäftsstelle des Verbandes. Dabei richten sich die Hilfestellungen nicht nur an Menschen mit einer Behinderung, sondern auch an deren Angehörige oder Menschen mit einer zu erwartenden Behinderung, wie etwa Schlaganfallpatienten.

Möglichst schnell starten

Die Evaluierungsphase der Teilhabeberatung ist auf drei Jahre festgesetzt. Seit Anfang 2018 läuft das Projekt bereits offiziell. In Aschendorf werden die Beratungstätigkeiten aufgenommen, sobald die ausgeschriebenen Stellen besetzt sind. Der SoVD sucht dabei jemanden mit einem Hochschulabschluss und im Sinne des sogenannten „Peer Counseling“ eine ebenfalls betroffene Person mit einem schwerbehinderten Ausweis. „Es ist nicht so einfach, jemand Geeignetes zu finden, aber die Gespräche laufen“, so Sackarendt. Der SoVD stellt dabei eine halbe Stelle, ebenso wie das St.-Lukas-Heim. „Wir wollen, dass das Projekt möglichst schnell startet“, sagt der Vorsitzende.


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