Kritik von IG Metall Meyer Werft: Werkvertragsfirma bislang nicht negativ aufgefallen

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Die Papenburger Meyer Werft will ihre Zusammenarbeit mit den Behörden verstärken, um Missbrauch bei den gesetzlich festgelegten Ruhezeiten der Arbeiter zu unterbinden. Foto: Ingo Wagner/dpa/ArchivDie Papenburger Meyer Werft will ihre Zusammenarbeit mit den Behörden verstärken, um Missbrauch bei den gesetzlich festgelegten Ruhezeiten der Arbeiter zu unterbinden. Foto: Ingo Wagner/dpa/Archiv

Papenburg. Das von einem früheren Mitarbeiter schwer belastete Subunternehmen der Meyer Werft ist nach Angaben der Papenburger Schiffbauer bislang nicht negativ aufgefallen.

Wie ein Sprecher der Werft am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa erklärte, hat die Werkvertragsfirma mit ihren 15 Partnerbetrieben bei Kontrollverfahren des TÜV Rheinland bisher alle geltenden Regeln zum Teil mehrfach nachgewiesen. Gleichwohl bekräftigte der Sprecher, die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen zu beenden, sollten die Vorwürfe zutreffen. Überdies werde die Werft die ohnehin enge Kooperation mit den Behörden verstärken, um Missbrauch bei den gesetzlich festgelegten Ruhezeiten der Arbeiter zu unterbinden.

Täglich bis zu 15 Arbeitsstunden

Das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte über einen rumänischen Mitarbeiter der Werkvertragsfirma berichtet, der sich über Arbeitszeiten von bis zu 15 Stunden täglich beklagt hatte. Darüber hinaus war in dem Bericht von dubiosen Abrechnungen, einbehaltenem Urlaubs- und Krankengeld und Unterbringung in einer schimmeligen Sammelunterkunft die Rede. Ähnlich hatte sich auch ein Mittelsmann sowie ein anderer Arbeiter der Firma im Gespräch mit unserer Redaktion geäußert. Die Werft hatte in einer ersten Stellungnahme an unsere Redaktion eine „minutiöse“ Aufklärung der Vorwürfe angekündigt. „Wir dulden keine schwarzen Schafe“, hieß es.

IG Metall: Zugang zu Fremdarbeitern verwehrt

Neue Kritik kommt von der Gewerkschaft IG Metall Leer-Papenburg. Deren Erster Bevollmächtigter und frühere Betriebsratsvorsitzende der Meyer Werft, Thomas Gelder, betonte im NDR, dass die Werft für alle Beschäftigten auf dem Betriebsgelände verantwortlich sei, also auch für die Werkvertragsarbeiter. Gelder monierte, dass der Gewerkschaft bislang der Zugang zu den Fremdarbeitern verwehrt werde. Zudem forderte er die Wiederaufnahme der Arbeit der Task Force. Sie war nach dem Tod zweier rumänischer Werkvertragsarbeiter 2013 in ihrer Unterkunft an der Landsbergstraße in Papenburg eingerichtet worden. Die Task Force war eine Arbeitsgruppe, die die Arbeitsbedingungen der Werkarbeiter überprüfte.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Eva Viehoff, arbeitsmarktpolitische Sprecherin ihrer Fraktion, erklärte, dass es gut und richtig sei, dass die Werft für Aufklärung sorgen wolle – „auch wenn sie schon früher hätte reagieren müssen“. Nach ihrer Auffassung steht die Werft in der Pflicht, „schon bei der eigentlichen Arbeitnehmerüberlassung zu prüfen, ob im Subunternehmen alle arbeitsrechtlichen Regelungen übernommen und angewendet werden.


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