Am Computer Aschendorfer fertigt aus MRT-Aufnahmen kreative Kunstwerke

Von Annika Keilen


anke Aschendorf. MRT-Aufnahmen als Ausgangspunkt für Kunstwerke – mit einem Programm am Computer macht der Aschendorfer Günter Mehrkens aus den Fotos abstrakte Kunst.

Knallige Farbflächen werden durch hauchdünne, grün-gelbe Fäden miteinander verbunden. Das Motiv auf der Leinwand ist schwer auszumachen, so sehr ist die ehemalige Fotoaufnahme abstrahiert. Als Ausgangslage für das Kunstwerk „Geistesblitz“ dient eine Magnetresonanztomographie (MRT) vom Kopf des Künstlers und entstand vor etwa zwei Jahren im Krankenhaus.

Eigentlich verwenden Ärzte die Aufnahmen zur medizinischen Untersuchung, damit Struktur und Funktion von Geweben und Organen festgestellt werden können. Nach der Diagnose nutzt Mehrkens die Aufnahmen jedoch für sein erstes Kunstwerk dieser Art, das eine Verbindung der Disziplinen Medizin und Kunst darstellt.

Experimentieren, bis es gefällt

Inzwischen weist der Aschendorfer einen ganzen Bestand von Leinwänden mit verschiedensten Motiven auf. Denn neben den MRT-Aufnahmen verändere er auch Fotos von Landschaften und Alltagsgegenständen. So wurde durch einen rotierenden Fotoeffekt aus dem Bild einer Zahnbürste etwas Wirbelartiges. Durch die verschiedene Lichtgebung und die Verzerrung der Fotopixel wirkt es, als ob sich ein Strudel durch feinen Sand bewegt. Veränderungen wie diese schaffe er durch ein einfaches Bildbearbeitungsprogramm am Computer. Damit wählt er bestimmte Flächen eines Fotos aus, um diese mit verschiedenen Farben zu füllen. Im Anschluss experimentiert er nach eigenen Angaben solange mit den Effekten des Programmes, bis es ihm gefalle.

Farben und Formen sollen Emotionen auslösen

Ob er hellere oder dunklere Farbtöne verwende, hänge Mehrkens zufolge von seiner Stimmung ab. Das endgültige Motiv sei jedoch dem Zufall bedingt. Wichtig für ihn sei nicht die Wiedererkennung des Ursprungsmotives, sondern vielmehr, „dass Farben und Formen Emotionen auslösen“.

Zu den technischen Voraussetzungen für eine solche Kunst zähle nach Angaben des ehemaligen Lehrers an den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Papenburg außer der Kreativität eine gewisse Computerkapazität. Mit Pinsel und Farbe sei der Aschendorfer nie künstlerisch tätig gewesen. Denn gegenüber der echten Farbe gebe es bei der Kunst am Computer einen ganz klaren Vorteil: „Das schöne bei der Malerei mit dem Rechner ist, dass man alles rückgängig machen kann“.

In Emsbüren ausgestellt

Unter der Internetadresse emslandkunst.de ist Günter Mehrkens als Künstler verzeichnet. Bei der Gartenausstellung in Emsbüren zeigte er im vergangenen Jahr nicht nur seine eigenen Arbeiten, sondern brachte Interessierten sogar sein Handwerk bei. Ob es zu weiteren Ausstellungen kommt, ist ungewiss. Wenn es jedoch Organisatoren gebe, die ihn anfragen, würde er sich freuen.