„Carsamstag“ an der Meyer Werft Mehr als 150 Autos beim Tunertreff in Papenburg

Von Hermann-Josef Tangen


Papenburg. Das erste Treffen des Autotuner-Vereins „Crazy Ride Emsland“ hat viele Teilnehmer und Zuschauer nach Papenburg gelockt.

Von Kotflügelverbreiterungen über tiefer gelegte Karosserien bis hin zu extravaganten Anbauteilen reichte die Bandbreite dessen, was am Samstag beim ersten organisierten Tunertreffen in Papenburg auf dem Festivalgelände an der Meyer Werft geboten wurde.

150 „aufgemotzte“ Autos

Der bullig-satte und bisweilen röhrende Sound aus chromblitzenden Endtöpfen mischte sich mit den dumpfen Basstönen voll aufgedrehter Musikanlagen in den Fahrzeugen, die in der zaghaft durch die Wolkenlücken lugende Frühlingssonne glänzen. Besitzer von mehr als 150 „aufgemotzten“ Autos buhlten mit ihren Unikaten um Aufmerksamkeit.

Und die war ihnen bei dem auf Initiative des Anfang dieses Jahres gegründeten Autotuner-Vereins „Crazy Ride Emsland“ stattgefundenen Meeting gewiss. Alles ganz legal und in einem organisierten Ablauf auf dem Festivalgelände der Meyer Werft.

Neuwagen und „Ratten“

Im Blickpunkt standen in Handarbeit umgebaute Boliden vom voll verspoilerten Neuwagen bis zum schrottreif anmutenden Altauto, das als „Ratte“ mehr Schein als Sein darstellte. In insgesamt 14 Kategorien vergaben die Veranstalter Pokale, darunter für das beste Auto der Show, für den größten Hubraum, den tiefsten Wagen, die meisten Eintragungen in den Fahrzeugschein und das beste „Ratten“-Tuning (auf alt und gammelig getrimmt).

Zu den herausragenden Fahrzeugen des Treffens zählten mehrere Pick-Ups der Hersteller Dodge und GMC, ein durch Chiptuning auf 240 PS hochgerüsteter Scirocco, mehrere Ford Mustangs, diverse amerikanische Fahrzeuge und Serienfahrzeuge von Audi, Volkswagen, BMW, Nissan und Honda, die mit viel Liebe zum Detail individuell umgestaltet wurden.

Extra aus Belgien angereist

Die Premierenaktion des Vereins, der sich satzungsgemäß der Förderung und der Zusammenführung der verschiedenen Kulturen innerhalb der Tuningszene widmet, zog neben den Involvierten auch zahlreiche Besucher aus dem emsländischen und ostfriesischen Raum an. Die weiteste Anreise hatten July Herssens und Henk Koffeman aus Belgien mit ihrem mittels Luftfahrwerks auf drei Zentimeter Bodenfreiheit absenkbaren Ford Fiesta ST.

Handicaps in Form von Bodenschwellen, die Tieferlegungsfetischisten Schnappatmung beschert hätten, gab es am „Car“-Samstag ebenso wenig wie Hemmschwellen. Im Gegenteil, die oft gescholtenen Tuner, die häufig mit Kofferraumpartys und ruhestörenden Motor-Soundchecks auf öffentlichen Parkplätzen in Verbindung gebracht werden, und die sich darüber echauffierenden „Normalos“ kamen miteinander ins Gespräch.

Mit Leder und Plüsch bezogene Sitze

Da wurde über das passgenaue Anbringen von Tuningteilen und eintragungspflichtiges Zubehör gefachsimpelt und im Ergebnis am Objekt der Begierde eindrucksvoll demonstriert. Da nahmen Szenemitglieder und Besucher in den farblich auf das Interieur abgestimmten leder- und plüschbezogenen Sitzen Platz und ließen die Power-Aggregate unter den mit Lufthutzen ausgebuchteten Motorhauben aufheulen.

Nicht nur Männersache

Dass Autotuning keine reine Männerdomäne ist, stellte Anke Tschierschke aus Lippstadt mit ihrem schneeweißen Polo unter Beweis. Die 36-jährige Arzthelferin hat den Umbau mit GTI-Sitzen, Scirocco-Lenkrad, Überrollbügel und englischen Spezialfelgen in Kombination mit einem Luftfahrwerk größtenteils allein vorgenommen. „Da stecken viele Stunden an Arbeit sowie Umbaukosten in Höhe von 25.000 Euro drin“, verriet die Auto-Närrin und schob rasch hinterher, dass alles vom TÜV abgesegnet ist.

Gelände an der Werft „erste Sahne“

Sichtlich zufrieden mit dem Ablauf der Veranstaltung zeigten sich der Vorsitzende des Vereins „Crazy Ride Emsland“, Mark Timmer, und sein Stellvertreter Stefan Gruhle. Die örtlichen Gegebenheiten sowie die Zu- und Abfahrtmöglichkeiten an der Werft seien „absolute Sahne“, so Gruhle. Man freue sich, mit plus minus Null herausgekommen zu sein und peile im nächsten Jahr eine Neuauflage an.