Training im Dreieck Aschendorf/Tunxdorf/Nenndorf Papenburger EZ-Lauftagebuch: 1000 Kalorien bleiben auf der Strecke

Von Gerd Schade

Nein, das ist kein Lauf-Preis, sondern ein Präsentkorb für die 50. Blutspende. Foto: Gerd SchadeNein, das ist kein Lauf-Preis, sondern ein Präsentkorb für die 50. Blutspende. Foto: Gerd Schade

Aschendorf. Der Trainingseifer ist bislang nicht erschlossen. Trotz einiger Handicaps hält sich EZ-Redaktionsleiter Gerd Schade eisern an seinen Übungsplan – auch im Urlaub. Im vierten Teil seines Lauftagebuches geht es auch um Dinge, die gar nichts mit Laufen zu tun haben, sich aber sehr wohl auf die Leistung auswirken.

Meter für Meter lasse ich ein Stück Asphalt hinter mir. Im Durchschnitt alle zwei Tage lege ich derzeit eine Zwölf-Kilometer-Strecke im Dreieck Aschendorf/Tunxdorf/Nenndorf zurück. Wie mir meine jüngste Errungenschaft, ein Fitnessarmband verrät, benötige ich dafür pro Runde mehr als 13.000 Schritte und etwa eine Stunde und 15 Minuten. Erfreulich: Jeder Lauf kostet mich laut Anzeige mehr als 1000 Kalorien. Mein Körper kann es vertragen.

Zur Kontrolle meiner Laufleistungen habe ich mir parallel zum Armband-Kauf eine kostenlose Fitness-App heruntergeladen. Kurios: Während die App behauptet, dass meine Trainingsstrecke nur 11,41 Kilometer umfasst, sind des laut Armband 12,66 Kilometer. Ich gehe davon aus, dass die Wahrheit wie so oft im Leben in der Mitte liegt.

Schwankende Leistungen

Ähnlich schwankend wie die Längen-Angaben sind meine Trainingsleistungen, was die Zeit betrifft. Das liegt womöglich aber auch daran, dass ich mein bisheriges Leben weitgehend weiterlebe wie bisher. So bin ich beispielsweise zwischen zwei Trainingstagen zur Blutspende gegangen. Dass es meine 50. war und ich dafür vom Deutschen Roten Kreuz mit Urkunde und Präsentkorb belohnt wurde, hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Umso mehr habe ich mich über die Anerkennung gefreut.

Beim obligatorischen Imbiss nach der Spende im Aschendorfer Amandushaus kam ich mit einem Sitznachbarn aus Papenburg ins Gespräch. Wie sich herausstellt, ist er ein Läufer mit nach eigenem Bekunden jahrzehntelanger Erfahrung. Auch er hat sich für den Tag nach der Blutspende seine nächste Einheit vorgenommen. Er rät mir, es ein wenig ruhiger angehen zu lassen.

Der Alkohol fordert seinen Tribut

Zwangsläufig ruhiger lässt es mein Körper auch am Tag nach der Boßeltour mit den Altherrenfußballern des TuS Aschendorf angehen. Der (nicht übermäßige) Alkoholkonsum fordert seinen Tribut und macht mich spürbar langsamer.

Apropos Fußball: Am Abend nach einer Laufeinheit stand ein Freundschaftskick beim FC Stern Völlenerfehn auf dem Programm, den der TuS dank freundlicher Unterstützung einiger Gastspieler des SuS Rhede mit 2:1 für sich entscheiden konnte. Warum ich das erzähle? Meine Beine waren so schwer, dass ich bereits in den Stunden zuvor ein neues Gefühl kennengelernt hatte: Krämpfe in den Füßen. Die überfielen auch mehrfach während des Spiels, sodass der Zug zum Tor noch schwächer ausfiel als ohnehin schon und ich selbst in aussichtsreichster Position kraftlos zwei Großchancen verhühnerte.

Es gibt aber auch Erfreuliches. Am Montag haben mich Kollegen zum ersten Mal darauf angesprochen, ob ich abgenommen hätte. In der Tat habe ich in den vergangenen Wochen einige Kilos weniger auf den Rippen. Ich führe das natürlich zum Einen auf das Laufen zurück. Parallel dazu habe ich mich dazu entschlossen, etwas bewusster zu essen, als bisher. Es scheint zu funktionieren.

Die Trainingsstrecke führt von Aschendorf aus über Tunxdorf und Nenndorf. Grafik: Heiner Wittwer

Bisher einmalig habe ich mich beim Laufen ablenken lassen – nicht durch Musik über Ohrstöpsel, sondern durch ein Hörspiel der Drei Fragezeichen. War aber keine gute Idee. Die drei Detektive Justus, Peter und Bob müssen ihren Fall ohne mich lösen. Ich lausche lieber den Klängen der Natur.